The Iron Giant (1999)

Gigant aus dem All

The Iron Giant (1999) Gigant aus dem All

Oder: "No Atomo, I Superman"

Es ist 1957. Die Russen haben gerade den Sputnik lanciert, was in Amerika für Paranoia sorgt. In dieser angespannten Zeit des Kalten Krieges fällt vor der Küste Maines ein riesiger Roboter (Vin Diesel) vom Himmel. Nur von einem betrunkenen Seemann beobachtet, bleibt er in der Nähe des Städtchen Rockwell zuerst unentdeckt.

The Iron Giant

Senator Kerry als Kind

Hogarth, der mit seiner allein erziehenden Mutter (Jennifer Aniston) lebt, entdeckt den Giganten aus dem All, als der sich vom Hunger getrieben an einem Elektrizitätswerk zu schaffen macht. Der Junge rettet ihm das Leben vor einem sicheren Tod durch Elektroschock. Die beiden freunden sich an. Aber so leicht lässt sich ein Blechmonster nicht verstecken, und sein Heisshunger auf Metalliges ist nicht einfach zu stillen. Der Schrottplatz vom Beatnik Dean (Harry Connick Jr.) löst beide Probleme. Der Mann aus Eisen findet dort Unterschlupf.

Als ein Bundesagent beginnt, im Städtchen Nachforschungen zu betreiben und bald schon die nationale Sicherheit bedroht sieht, wird die Lage für Hogarth und seinen neuen Freund brenzlig.


DVD-Rating

The Iron Giant ist nicht nur die Antwort auf die auch für Filmfreaks nicht einfache Frage "In welchem Film haben Vin Diesel und Jennifer Aniston zusammen gearbeitet?" The Iron Giant ist auch der Film, der die Herren von Pixar auf einen gewissen Brad Bird aufmerksam machte. Einem Zeichner, der bei The Simpsons und King of the Hill als ausführender Berater tätig war und schliesslich für die Pixar Animation Studios seine Idee der Incredibles als 3D-Animation realisieren durfte. Im Zuge dieses neuesten Pixar-Hits, ist es nun an der Zeit, sich mal wieder dem Werk zu widmen, mit dem alles begann.

The Iron Giant ist kein wegweisend neuer Animationsfilm. Eher sucht er sich das Beste aus anderen Welten und macht daraus etwas eigenes, dass durchaus seinen Charme hat. Die Anleihen bei E.T. oder King Kong sind nicht von der Hand zu weisen. Es gibt Szenen, die an Bambi erinnern, einen erklärten Lieblingsfilm von Bird. Aber im Zentrum steht, dieser wirklich coole Roboter, der wohl der Traum eines jeden Jungen als Spielzeug ist. Dieser ist während des ganzen Films für Überraschungen gut. Im letzten Drittel wird der Film zum regelrechten Actionfilm. Wenn der Gigant aber im Herbstwald steht, sieht er nicht nur einfach blendend aus, sondern ist auch das süsseste Stück Metall der Filmgeschichte. Was wäre, wenn Waffen eine Seele hätten, war die Idee, von der Brad Bird ausging bei diesem Film. The Iron Giant endet dadurch mit der immer wieder zu unterstützenden Message, keine Angst vor dem Fremden zu haben und es schon gar nicht zu bekämpfen. Oder mit den Worten des Giganten aus dem All ausgedrückt, dass es besser ist, ein Superman zu sein als Atomo. So spricht der Erdenbesucher am Ende, und man ist wirklich zu Tränen gerührt.

Der augenzwickende Blick auf die Paranoia der fünfziger Jahre war aber aus unerfindlichen Gründen eine ziemlicher Flop an der Kinokasse damals. Die Kids schauten sich 1999 lieber epilepsie-inizierenden Quark wie Pokémon an, der übrigens aus dem selben Studio wie Iron Giant stammte. Im Gegensatz zum Nintendokram macht der Iron Giant aber heute noch den Kindern genauso Spass wie den Erwachsenen und ist höchstwahrscheinlich einer der letzten von Hand animierten Trickfilme eines grossen amerikanischen Studios, der durch und durch gut war. Wobei fairerweise erwähnt werden muss, dass für die Animation des Riesen auf den Computer zugegriffen wurde. Nicht mal Vin Diesel konnte diesem Meisterwerk ein Härchen krümmen.

Die US-DVD, auf der dieses Review basiert, kam ziemlich rasch nach der Kinoauswertung auf den Markt. Sie bietet einen hervorragenden Transfer mit schönen Farben und wenn der Gigant durch die Gegend stampft, rumpelt es gewaltig in der guten Stube. Bonusmaterialien sind ein handfeste Infos lieferndes Making-of (feat. Vin Diesel als Host), ein Trailer und ein Musik-Clip.

Mit den Incredibles im Kino, gibt es in den USA nun endlich auch die Special Edition mit einem Audiokommentar von Brad Bird und ein paar gelöschten Szenen zu erstehen. In Südkorea schon seid über einem Jahr legal erhältlich, hat man in den Gegenden mit dem Region Code 1 noch so lange mit der Veröffentlichung zugewartet, bis man den Kleber "From the Director of 'The Incredibles'" verkaufsfördernd draufpappen konnte. Eine Veröffentlichung dieser Fassung als Code 2-DVD steht noch in den Sternen.

4.7 Sterne 4.0 Sterne
4.7 Sterne (36 Bewertungen) | 15 Kommentare

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22.11.2004 / rm


DVD-Infos

  • Bildformat: 2.35:1 (anamorphic Widescreen)/Full Screen auf der Rückseite
  • Sprachen: Englisch 5.1
  • Untertitel: English für Hörgeschädigte
  • Extras: Original-Dokumentation The Making of The Iron Giant, Musikvideo Cha hua hua, Trailer

The Iron Giant (1999)
Bewertung: 4.7 (36 Bewertungen)
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