Get Bruce (1999)

Get Bruce (1999)

Oder: Witze auf Kommando

Ja, der Bruce, du...

Ja, der Bruce, du...

An den grossen Shows im amerikanischen Fernsehen, den Oscars, Emmys oder Geburtstagsveranstaltungen von US-Präsidenten, glänzen Hollywoodstars mit pointierten Sprüchen bei ihren Moderationen. Die Gags sitzen, Witze kommen beim Publikum an und überhaupt, Bette Midler, Billy Crystal und Kollegen sind halt schon lustige Leute, oder? Nur werfen diese Stars nicht mit eigenen Sprüchen um sich, sondern holen sich Rat und Inspiration sowie vorgefertigte Texte beim lustigsten Kerl Hollywoods: Bruce Vilanch.

Bruce ist geil!

Bruce ist geil!

Er hat eine Strubbelfrisur, trägt ausschliesslich Shirts mit blöden Sprüchen drauf, und die rote Brille ist sein Markenzeichen. Einst ein schüchterner Bub aus einer jüdischen Familie, ist er nun ein Vorbild für die Schwulen-Gemeinschaft in Los Angeles. Der Aufstieg des lustigen Bruce begann, und inzwischen läuft keine der grossen TV-Kisten ohne die Gags des dicken Mannes. Und wer sogar Steven Seagal lustige Sprüche in den Mund legen kann, kann sich darauf schon was einbilden...


DVD-Rating

Get Bruce ist nicht nur der Titel dieser Dokumentation über den bekanntesten Witz- und Gagschreiber Hollywoods, sondern auch der Hilfeschrei der grossen Stars, wenn sie eine Moderation abhalten müssen, aber keine lustigen Sachen zu erzählen wissen. Grössen wie Billy Crystal oder Whoopi Goldberg arbeiteten mit Bruce Vilanch für ihre Oscar-Präsentationen zusammen, und beispielsweise auch Sigourney Weaver greift bei ihren eher seltenen Moderationen gerne auf den Witzgarant zurück.

Zugegeben, gross was lernen über Bruce Vilanch tun wir in Get Bruce nicht. Über seine Herkunft, seinen Werdegang oder Motivation gibt es nur am Rand einige Informationen. Mehrheitlich geht es in diesem Film darum, wie der lustigste Mann Hollywoods bei seinen Klienten, den Stars, ankommt. Bei einigen haben sich Freundschaften entwickelt, bei anderen muss Vilanch doch tiefer in die Witzkiste greifen. Bei Robin Williams ergeben sich die Gags beispielsweise fast automatisch, wenn beide miteinander plaudern. Mit Billy Crystal lässt's sich herrlich beim Frühstück Unfug machen, während Whoopi Goldberg zweimal nachfragt, ob sie die schlüpfrigen Dinge wirklich so sagen kann, wie sie sich das geplant hat.

Fazit: Get Bruce ist eine nette Dokumentation über einen kurrligen Mann mit lustigen Shirts und dem Gesicht von Michael Moore. Man sieht Stars plaudern, kriegt Witze um die Ohren geschossen und wird ein bisschen hinter die Kulissen der Traumfabrik Hollywood geführt. Leider ist das alles dermassen oberflächlich inszeniert, dass der Zuschauer weder richtig was Neues kennen lernt, noch Einblicke in die grossen Produktionen erhält. Schade, denn Bruce Vilanch hätte sicherlich noch einiges zu erzählen gehabt, wenn man ihn denn gelassen hätte. Aber anscheinend ist es wichtiger, die Beziehungen zu den Stars zu porträtieren, anstatt Hintergründe über den Gagschreiber zu liefern.

Extras fehlen auf der DVD Get Bruce ebenso wie Untertitelspuren. Das Bild ist reichlich veraltet und die Archivaufnahmen schmerzen in den Augen. Der Ton ist okay, auch wenn in einer lebensechten Dokumentation keinen grossen Wert darauf gelegt werden sollte. Da darf's auch ruhig mal knacken und scheppern.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.53.5

 

05.01.2011 / muri

Community:

Bewertung: 3.2 (3 Bewertungen)

 

 

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