La Fille sur le pont (1999)
Die Frau auf der Brücke
La Fille sur le pont (1999) Die Frau auf der Brücke
Oder: Superbe!
Paris. Die junge, attraktive Adèle (Vanessa Paradis) steht auf einer Brücke über der Seine, bereit, ihr unglückliches Leben zu beenden. Sie glaubt, das Glück habe sich stets von ihr abgewandt, in jeder erdenklichen Situation. Bei den vielen Männern, die sie verführt hat, egal wann und wo - nie war der Richtige dabei. Kein Glück, kein Sinn im Leben.
Kurz bevor sie springt, taucht dieser Fremde, Gabor (Daniel Auteuil, neben ihr auf. Er sagt, sie sei drauf und dran einen Fehler zu begehen. Adèle springt trotzdem, er rettet sie aus dem eiskalten Wasser der Seine. Im Krankenhaus überzeugt er sie, mit ihm zu gehen, ihm bei seiner Messerwerf-Show als Zielscheibe zu assistieren und so das grosse Glück zu finden.
Die Messerwerf Nummer ist perfekt, das Publikum entzückt. Adèle und Gabor scheinen füreinander geschaffen zu sein. Sie bringt ihm Glück und umgekehrt. Die gegenseitige Anziehungskraft ist enorm, aber sie bleibt stets unausgesprochen. Während Adèle noch immer von jungen Männern nicht lassen kann, kommentiert Gabor ihre Kurzaffären mit sarkastischem Ton. Schliesslich lernt sie auf einer Kreuzfahrt den Bräutigam Takis kennen, haut mit ihm ab und lässt Gabor - und sich selber - damit im Stich. Das Glück verlässt beide sofort. Wer rettet wen und wovor?
DVD-Rating
La fille sur le pont ist ungewöhnlich, aber keineswegs fremd. Ungesagtes, Unausgesprochenes wird gezeigt, ganz à la manière française, um dem Publikum Raum zum Nachdenken zu lassen. Im vorliegenden Fall funktioniert diese Strategie sehr gut. Dies nicht zuletzt dank des fabelhaften Schauspieler-Duos Vanessa Paradis und Daniel Auteuil, die sich auf der Leinwand wegen ihrer Gegensätze anziehen.
Der schwarz/weisse Film vermittelt einem das Gefühl, es werde ein fantastisches Märchen erzählt. Obwohl es sich im Grunde nicht um ein solches handelt, sondern doch auch Realität sein könnte. Unterstrichen wird der spezielle Plot durch die Nebendarsteller, die zum Teil echt bunte Vögel sind. Sodann wird dem Auge trotz fehlender Farbe enorm viel geboten. Die Kostüme und Kulissen sind ausgeklügelt arrangiert, die Kamera fängt die imposanten Licht- und Schattenspiele kunstvoll ein und den Dialogen zwischen den Hauptdarstellern schwingt stets eben dieses kleine Geheime mit, das sowohl dem Plot eine weitere Dimension gibt als auch die Spannung mehr als aufrecht hält.
Regisseur Patrice Leconte hat mit La fille sur le pont ein Kunstwerk geschaffen, das Seinesgleichen sucht. Dieser Film sollte in aller Munde sein; oder zumindest Teil einer jeder soliden DVD Collection.
Die DVD bietet leider kein grosses Zusatzprogramm. Ausser dem Interview mit dem Regisseur, das gut gemacht und sehr wohl spannend ist (aber im Grunde eher einem Making Of entspricht). ist nur das übliche, uninteressante Geplänkel wie Trailers, statische Infos zu Cast und Crew und ein bisschen Marketing (Vorschau auf weitere DVDs) auf der Silberdisc zu finden. Weiter wird all den nicht französisch sprechenden Cinéasten die Übersetzung des Erzählten entweder anhand deutscher Synchronisation oder Untertitel (definitiv vorzuziehen, da der Film auch von der Sprache lebt) mitgeliefert.
Fazit: Die DVD von und zu La fille sur le pont ist ein Must, obwohl Zusatzfeatures bis auf ein brauchbares, lebendiges so gut wie nicht (oder halt nur spärlich) vorhanden sind. Es ist der Film an sich, der das Label "Kunst" trägt und deshalb für sich alleine glänzt.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 09.02.2005
- Bildformat: 1:2.35
- Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 2.0 & 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0 & 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Interview mit Regisseur Patrice Leconte, deutscher & original französischer Kinotrailer, Slideshow, Informationen zu Cast & Crew, Trailer zu weiteren Kinofilmen auf DVD



