eXistenZ (1999)

eXistenZ (1999)

Oder: sind wir immer noch im Game?

eXistenZ

Bin ich hier im Hostel?

Alles beginnt mit einem Aufruf durch Antenna Ressearch, bei den zukünftigen Benutzern, das Game eXistenZ zu testen, welches die neuste Generation des Spielevergnügens einläuten wird. Also versammelten sich einige Beta-Tester in einer Kirche, um zusammen mit der Game-Pod Godess Allegra Geller (Jennifer Jason Leigh) - der wohl berühmtesten Game-Designerin - das neue Game zu spielen. Es verläuft jedoch nichts so wie geplant. Unter den Beta-Testern ist ein Attentäter, der es auf Geller abgesehen hat und sie noch während des Tests anschiesst.

eXistenZ

Siehst du, das geschieht wenn man die Kunden verärgert!

Also flieht Geller mit dem PR-Mann-in-Ausbildung Ted Pikul (Jude Law) aus der Kirche und merkt schnell, dass eine ernsthafte Gefahr für eXistenZ besteht (dem Game, welches im Gamepod gespeichert ist) und natürlich auch für ihr Leben. Deshalb müssen sie sich zuerst selber in Sicherheit bringen und dann so schnell wie möglich testen, ob eXistenz noch intakt ist. Das kann nur ermittelt werden, indem man das Game spielt, also schliessen sich Gellar und Pikul ans Game an. Was jedoch als harmloser Test beginnt, entwickelt sich zu einem grossen Problem, denn sie wissen nicht mehr, was Realität und was virtuell ist. Ein Wettlauf ums Überleben beginnt, denn sie befinden sich plötzlich zwischen den Fronten eines Krieges, der zwischen den zwei grössten Game-Produzenten tobt.


DVD-Rating

Games, virtuelle Realität und Konsolen haben eine lange Geschichte und prägen die Freizeit von Millionen von Menschen. Doch was ist der nächste Level dieser virtuellen Unterhaltung? Weg vom PC, weg von der Konsole? Es ist unter anderem Matrix oder eben eXistenZ, bei welchen man sich die virtuelle Realität gleich über das Rückenmark ins Hirn spielt.

Rein vom Konzept und von der Ausarbeitung her ist eXistenZ natürlich sehr interessant. Man klinkt sich in eine virtuelle Realität ein und muss dort eine Handlung nachspielen, die zuvor von einem Gamedesigner festgelegt wurde. Die Rollenspiel-Games funktionieren nach einem ähnlichen Muster, und je nach Genre wird dies mehr mit Action oder mit Dialogen oder Rätseln vorangetrieben. Bei eXistenZ wird jedoch kein erkennbares Genre aufgezeigt, und vieles wurde arg simpel mit dem "inneren Drang etwas zu tun" gelöst. Dies nimmt eXistenZ auch etwas das Game-Gefühl, denn der Spieler macht nichts Weiteres, als Handlungseckpunkte ablaufen, wo sich das Problem von selber löst. "Es gibt nur genügend freier Wille, um es interessant zu machen," ist eine der Aussagen im Film. Ein recht einengendes Konzept, welches zwar dafür sorgt, dass die Handlung vorankommt, jedoch gleichzeitig so gut wie alle Rätsel-, Logik- und Überraschungsfaktoren opfert. Lediglich plötzliche Sprünge an andere Orte, oder das Orientieren, wo sich die Protagonisten wieder befinden, sorgt regelmässig für Überraschungen.

Das grösste Logikloch an eXistenZ ist aber, dass die Ober-Game-Entwicklerin Gellar ihr 35-Millionen-Dollar-Projekt nur auf einem dieser Pods abgespeichert haben soll. Wer tut so etwas? Jedem Entwickler ist doch klar, dass es bei Projekten dieser Grösse absolut hirnrissig ist, alle Daten an einem Ort zu speichern, der dazu noch infiziert oder zerstört werden kann. Aber schliesslich braucht es einen drängenden Grund, damit das Game auch gespielt wird und einige Handlungsposten abgelaufen werden müssen.

Fazit: Obwohl es sich eXistenZ an einigen Stellen etwas zu einfach gemacht hat, bleibt es doch ein sehr ungewöhnlicher und neben Stay Alive einer der wenigen Filme, welche das Game-Feeling richtig eingefangen und aufgearbeitet haben. Sehr geschickt wird immer mehr die virtuelle mit der echten Realität verschmolzen, bis selbst der aufmerksame Zuschauer nicht mehr weiss, was jetzt echt ist und was nicht. Negative Punkte gibt es vor allem in der recht konstruierten Story, welche mehr darauf aus ist, den Zuschauer zu verwirren, als wirklich Inhalt zu bieten. Obwohl am Ende durchaus ein Muster erkennbar ist, hätte man mit einer interessanteren und spannenderen Handlung viel mehr aus eXistenZ machen können. Die Matrix-Generation wird sich jedenfalls zuhause fühlen, obwohl sie auf Hochglanz-Slow Motion Effekte verzichten muss.

Die DVD enttäuscht jedoch. Das Bild schreit zum Himmel und präsentiert den Film in einer sehr farblosen und unscharfen Qualität, bei der man den aufdringlichen Schnee kaum übersehen kann. Wenigstens kann der Ton überzeugen, der sehr klar und deutlich daherkommt und so der genialen Musik die volle Entfaltung ermöglicht. Das Making of bleibt ein eher unmotiviertes Abhampeln von Interviews, welche einen oberflächlichen Einblick in die Produktion ermöglichen. Wesentlich interessanter ist die Dokumentation über den Production Designer von eXistenZ, der die Entwicklung der Sets und den Look von eXistenZ sehr gut dokumentiert.

3.8 Sterne 2.6 Sterne
3.8 Sterne (31 Bewertungen) | 2 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
16.02.2008 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 25.07.2000

  • Bildformat: Widescreen 1.85:1 Anamorphisch
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1, Deutsch: Dolby Digital Surround, Englisch: Dolby Digital Surround
  • Untertitel: Deutsch (bei englischer Sprache nicht ausblendbar)
  • Extras: Interaktive Menüs, Szenenwahl, Dokumentation, DVD-ROM: Demoversion von Shadowman, Trailer