Deep Blue Sea (1999)
Deep Blue Sea (1999)
Oder: Schni-Schna-Schnappi
Was, wenn man Alzheimer mit einer Pille heilen könnte? Was, wenn dadurch die Aktien des Investors in ungeahnte Höhen steigen würden? Und das nur, in dem man auf hoher See, weit weg vom Festland, ein paar Haie genetisch verändert. Genauer gesagt, ihre Gehirnmasse achtmal vergrössert und die ältesten Jäger dieser Welt dadurch ein gutes Stück intelligenter und klüger macht. Peace of Cake, oder?
Dr. Susan McAllister (Safron Burrows) hat dieses Ziel und drum mit Geld von Investoren wie Russel Franklin (Samuel L. Jackson) eine Unterwasser-Forschungsstation namens "Aquatica" eingerichtet. Zusammen mit dem vorbestraften Teufelskerl und Jäger Carter Blake (The Punisher Thomas Jane) und anderen ganz hellen Köpfen, soll dort der Anfang vom Ende der alzheimerschen Krankheit entwickelt werden. Da das Geld knapp wird, die Resultate fehlen und sich der reiche Mr. Franklin selber vom Sinn dieser Operation überzeugen will, fliegt er nach "Aquatica". Das hätte er mal lieber gelassen....
Denn es kommt, wie es kommen muss. Ein schwerer Sturm taucht auf und setzt dem Labor mächtig zu. Dazu sind die, inzwischen ja intelligenten, Haifische schon lange kaum mehr zu bändigen. Sie lernen dazu, ziehen sich vor auf sie gerichteten Waffen zurück, schwimmen rückwärts und bekommen immer grösseren Appetit auf Menschenfleisch. Da übers Wochenende sowieso kaum jemand auf der Station arbeitet, sehen sich die Meeresräuber einem kleinen Häufchen Menschen gegenüber, die sich nun mit allen Mitteln dagegen wehren, Haifutter zu werden.
Einer nach dem anderen fällt den brutalen, grossen, gefährlichen und hungrigen Haien zum Opfer. Sogar Koch Sherman "Preacher" Dudley (LL Cool J) hat in seiner Küche mit grossen Fischen zu kämpfen. Doch wozu hat man einen Backofen, wenn nicht, um sich darin zu verstecken....
Dass nicht alle Menschen überleben werden, darf vorausgesetzt werden. Aber wer, wann, wo und vor allem wie unter die Räder, respektive die Haie kommt, das schürt gewaltige Spannung.
DVD-Rating
Dass Regisseur Renny Harlin wegen seiner Scheidung von Filmstar Gheena Davis sofort danach einen Thriller über Haie und gefressene Menschen drehte und da ein Zusammenhang besteht, ist ein reines Gerücht. Tatsache ist aber, dass der finnische Filmemacher zwar mit Cliffhanger einen Kassenhit lieferte, dann aber seine (Ex-) Frau in die Hauptrollen von Cutthroat Island oder The Long Kiss Goodnight castete und damit an den Kassen abstürzte. Ein Hit musste her und Deep Blue Sea schien dafür geeignet zu sein. Die Kosten wurden allerdings schlussendlich nicht ganz eingespielt, dafür konnte man einen Film präsentieren, der Jaws mehr als einmal Respekt zollte und der einen enormen Unterhaltungswert hat.
Der Film trieft vor Klischees. Ein reicher Mann begibt sich auf unsicheres Terrain, ein vorbestrafter Kerl ist der heimliche Held, der Koch ist schwarz und klopft Sprüche, der kluge Professor ist ein unsympathischer Hagel und die Initiantin des Ganzen handelt zwar falsch, aber verständlich. Dazu schafft man eine Situation, in welcher der Mensch vom über- zur unterlegenen Spezies wird. Dass solches natürlich nie und nimmer ohne Einwirkung technischer (oder in diesem Fall genetischer) Hilfsmittel geschieht, ist ebenso offensichtlich. Wer ist schon besser als der Mensch? Normalerweise nichts und niemand. Aber wenn man dem Gegner ein bisschen unter die Arme greift, dann könnte es was werden.
Deep Blue Sea bietet herrliche und sehr spannende Unterhaltung, die angereichert wird mit teils etwas komisch aussehender, aber meist recht gelungener Hai-Action. Und hier wird nicht an Blut oder an abgebissenen Körperteilen gespart. Ebenso spannend sind die Schockeffekte, von denen es ebenfalls einige zu sehen gibt. Allerdings bleibt der Film auf einem Level, dass zu keiner Zeit einen hohen Ekelfaktor hat, sondern alle Fressattacken halt einfach cool aussehen.
Schauspielerisch ist es immer wieder interessant, Gesichter zu sehen, die inzwischen (ja, der Film ist von 1999) in anderen Rollen Furore gemacht haben. Samuel L. Jackson brauchen wir nicht zu erwähnen. Der sieht zwar mit Haar dämlich aus, macht seine Sache aber ordnungsgemäss. Dazu gibts The Punisher, eine Tusse aus Troy, den Rapper vom gelungenen Mindhunters oder den Priester aus Exorcist: The Beginning, den man auch demnächst in der Fortsetzung von Pirates of the Caribbean sehen wird.
Fazit: Nein, Deep Blue Sea ist kein Meilenstein der Filmgeschichte. Ebenfalls werden sich die Meinungen betreffend Spezialeffekten differenzieren. Bewegen sich Haie wirklich so? Würden diese Jäger so handeln, hätten sie mehr Intelligenz? Fragen, die es sicherlich zu diskutieren gilt, die aber im Bezug auf den Film zweitranging sind. Denn Deep Blue Sea ist ein herrlicher Metzelspass, der sich selber nicht so brutal ernst nimmt und in dem die Protagonisten auch in den schlimmsten Situationen noch Zeit finden für Fluchereien oder coole Sprüche. Halt einfach das Hirn abgeben und sich an einem gelungenen Fressi-Fressi-Film freuen.
Die DVD beginnt mit den allseits beliebten Texttafeln, auf denen man die Filmographien der einzelnen Darsteller abrufen kann. Ein optionaler Audiokommentar, gesprochen vom Regisseur und Samuel L. Jackson kann man sich ebenfalls antun. Ist noch witzig, das Teil. Ein viertelstündiges Making-of bringt uns ein bisschen hinter die Kulissen und lässt Macher und Stars zu Wort kommen. Halt das übliche. Die Animation der Haifische war eh schon schwierig genug und in einem weiteren Feature erfahren wir mehr darüber, warum das so war und wie es schlussendlich gelang, die Fische so echt wie möglich aussehen zu lassen. Leider sieht man viele Hai-Attacken und das nimmt einiges an Spannung aus dem Hauptfilm. Ein paar kommentierte nicht verwendete Szenen, der Trailer zum Film und eine schöne Fotogalerie runden das Angebot ab. Nichts weltbewegendes, aber dennoch mit ein paar interessanten Sachen drunter.
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3.4 Sterne (48 Bewertungen) | 4 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 10.02.2000
- Bildformat: 1:2.35
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Italienisch, Holländisch, etc.
- Extras: Audiokommentar, When Sharks attack, The Sharks of the Deep Blue Sea, Nicht verwendete Szenen, Texttafeln für Filmographien, Trailer, Fotogalerie




