Bangkok Dangerous (1999)
Bangkok Dangerous (1999)
Oder: Reden ist Silber, Schweigen ist Tod
Kong (Pawalit Mongkolpisit) ist taubstumm. Als Kind wurde er deshalb oft gehänselt. Als er einen Reinigungsjob in einem Schiessstand annimmt, merkt er, dass er seine Behinderung zu seinen Vorteil nutzen kann. Während andere bei der Schussabgabe mit den Augen zucken, kann Kang ohne Regung einfach abdrücken und trifft so öfters in Schwarze. Als Erwachsener ist Kang einer der gefürchtesten Auftragskiller von ganz Bangkok. Leben tut er zusammen mit seinem Kollegen Jo (Pisek Intrakanchit) in einer kleinen Wohnung.
Kangs Sichtweise auf die Welt ändert sich, als er die Apothekerin Fon (Premsinee Ratanasopha) trifft. Sie regt in ihm Gefühle und er fängt an seine Taten zu hinterfragen. Ist dieses Leid gerecht? Was ist mit den Hinterbliebenen?
Doch nicht nur Kang hat Probleme. Jo, seines Zeichen ebenfalls Killer, hat Probleme mit seiner Ex Aom (Patharawarin Timkul). Diese arbeitet als Vermittlerin zwischen den Auftraggebern und den beiden Killern Kang und Jo. Als sie vergewaltigt wird, will Jo die Peiniger bestrafen. Doch damit beginnt eine blutige Schlacht, in deren Verlauf Kang ebenfalls wieder die Waffen aufnehmen muss.
DVD-Rating
Letztes Jahr versuchte sich Nicolas Cage als Auftragskiller im Remake dieses thailändischen Filmes. Dadurch erhielt dieser in unseren Breitengraden eher unbekannte Film etwas mehr Beachtung. Das Original weiss zu gefallen, hat aber seine kleinen Fehler.
Bangkok Dangerous ist der erste gemeinsame Film der Pang Brothers, und das sieht man. Sie gingen voller Tatendrang an ihr Werk und übertrieben es mit den verschiedenen Stilmitteln. Zu viele werden in diesem 100-minütigen Werk angewendet, nur um zu zeigen: "Seht mal, was wir alles können". Das geht so weit, dass man sich beinahe an Oliver Stones Natural Born Killers erinnert fühlt als an einen Actionfilm. Auch enthält der Film viel zu schnelle Stimmungswechsel. Wenn unmittelbar nach einer Vergewaltigung zu einer Friede-Freude-Eierkuchen-Szene mit fröhlicher Musik umgeschaltet wird, ist der Zuschauer leicht überfordert.
Doch genug gelästert. Interessant ist sicherlich der taubstumme Held (im Remake ist übrigens nicht Cage taubstumm, sondern seine weibliche Gespielin). Immer wenn der Zuschauer in Kangs Welt wechselt, kann man sich richtig in ihn hineinfühlen. Ohne diese Identifikation mit dem Helden wäre der Film gnadenlos gescheitert. Diese im wahrsten Sinne des Wortes ruhigen und stillen Momente sind dann auch eine der Stärken des Filmes. Eine andere Stärke sind die brutalen und spannend inszenierten Actionszenen. Hier wird man an die alten John-Woo-Filme erinnert, in denen der Held meistens ganze Armeen ausschaltete, wobei aber die Story nie ganz aus den Augen verloren ging. Das Ende, die grösste Actionszene im Film, nimmt den Zuschauer dann noch richtig emotional mit und hat einen Schlusspunkt parat, den man auch nicht alle Tage sieht.
Bangkok Dangerous ist ein interessantes Erstlingswerk mit einem ebenso interessanten Helden. Speziell ist der Film sowieso. Wer sich aber für die asiatische Filmlandschaft interessiert, der sollte diesem Film gesehen haben. Für alle anderen ist er sicherlich einen Blick wert.
Die getestete DVD glänzt nicht gerade mit einem Hochglanzbild. Es schwankt beinahe im Minutentakt von schwammig zu scharf. Die DVD hat keine Untertitel zu bieten, und deshalb wird der Film auf thailändisch eher schwieriger zu verstehen sein. Die deutsche Abmischung fällt natürlich genretypisch nicht gerade mit Top-Sprechern auf. Die Actionszenen gefallen dann aber. Als Extras gibt es nur Trailer desselben Verleihers. Eine schwache DVD.
![]()
4.2 Sterne (5 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 11.05.2004
- Bildformat: 1.85:1
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Thailändisch (DD 2.0)
- Untertitel: -
- Extras: Der besondere Filmtipp, Trailershow, Highlight im Internet



