Star Trek: Insurrection (1998)

Star Trek: Der Aufstand

Star Trek: Insurrection (1998) Star Trek: Der Aufstand

Oder: Paradies mit eingebauten Bad Guys

Star Trek: Insurrection

Antreten für Rasurkontrolle

Die Enterprise und ihre Crew haben alle Hände voll zu tun: Dort eine Expedition, hier müssen sie diplomatisch eingreifen und jetzt ist zu alldem noch ein weiterer erster Kontakt dazugekommen. Der Angriff der Borg hat eine tiefe Narbe in der Föderation hinterlassen und so müssen sie alle Alliierten auf ihre Seite bringen, die sie finden können. Captain Picard (Patrick Stewart) ist gerade dabei, die neusten Mitglieder der Föderation willkommen zu heissen, als er eine beunruhigende Nachricht erhält. Der Androide Data (Brent Spiner), der gerade auf einer Aussenmission ist, scheint in Schwierigkeiten zu sein und Admiral Dougherty (Anthony Zerbe) verlangt nach seinen Plänen.

Star Trek: Insurrection

Picard trifft die 7 Zwege vom 24 Jahrhundert

Picard beschliesst, mit der Enterprise in den so genannten Briar Patch zu fliegen - einem gewaltigen Nebel mit unberechenbaren Phänomenen - um Data zurück zu holen. Dort sind sie allerdings gar nicht willkommen. Admiral Dougherty, der mit einer bizarren Rasse, genannt den Son'a einen Vertrag geschlossen hat, will die Enterprise so schnell wie möglich wieder aus den Nebel raus haben, sobald sie Data geborgen haben. Dies hat einen simplen Grund, denn sie bedroht eine wichtige Mission auf einem idyllischen Planeten mitten im Briar Patch, der von den Ba'ku bevölkert wird.

Mit einem Halsbrecherischen Manöver gelingt es Captain Picard dann auch, den Androiden einzufangen und kommt dabei einem düsteren Plan auf die Spur, der gegen alle Ideale verstösst, die er seit dem Eintritt in die Föderation hochgehalten hat. Picard beschliesst, auf eigene Faust den Machenschaften ein Ende zu bereiten und nimmt als Zivilperson, mit Unterstützung seiner Crew, den Kampf gegen die Son'a und deren übermächtige Flotte auf. Der Kampf um das Paradies hat begonnen.


DVD-Rating

Star Trek 9 hätte nach First Contact gegensätzlicher nicht sein können. Nach dem düsteren Kampf gegen den Alptraumgegner Borg, schlägt Insurrection eher ruhigere Töne an. Er bringt die Crew der Enterprise zum paradiesischen Jungbrunnen der Ba'Ku und nimmt sich viel Zeit, die Story zu erzählen. Während First Contact eher ein Kampf ums Überleben war, schlägt Insurrection eine politischere Richtung ein und behandelt einerseits die grundsätzlichen Frage, was aus der Föderation geworden ist, und wie Picard das verteidigt, was ihm lieb und teuer ist.

Star Trek 9 ist Jonathan Frakes (Riker) zweite grosse Regiearbeit und man sieht bereits deutliche Verbesserungen: Die idyllischen Szenen auf dem Planeten, wo ewige Jugend herrscht und es auch viele beinahe kitschige Szenen hat, wurden sehr gut mit der Kamera eingefangen und der Film wirkt auch in den Actionsequenzen solider produziert, als der düstere Vorgänger. Vom Aufbau her wirkt Star Trek 9 jedoch eher wie eine TV-Doppelfolge und setzt mehr Gewicht auf die eigentliche Botschaft, die mit dem Film übermittelt werden soll, als auf Bombastaction. So wird auch ein eher ruhiger Film geboten, der zwar mit viel tiefgründigen Dialogen auffährt und viele Star Trek-typische Weisheiten vermittelt, es jedoch verpasst, eine wirkliche Spannung aufzubauen. Die Actionszenen wirken eher hinein geschoben und obwohl diese für Star Trek Verhältnisse sehr eindrücklich geraten sind, wirken sie zwischendurch arg konstruiert.

Als Hauptgegner hat die Enterprise Crew einen "abtrünnigen" Föderationsadmiral und eine ganz hässliche Rasse, genannt die Son'a. Die Son'a sind eine Rasse, die ein extrem langes Leben hat, körperlich jedoch genau so altert, wie alle anderen. So müssen sie enorme chirurgische Eingriffe machen um ihre Körper einigermassen zu erhalten. Hautstraffungen, Zähne einsetzen und Gift absaugen stehen an der Tagesordnung. An sich eine sehr interessante Rasse, bei der man sofort versteht, warum sie so verbittert ist. Das kann der charismatische Commander Ruaffo (genial gespielt von F. Murray Abraham) nur unterstreichen. Dennoch ist hier zu bemängeln, dass die Son'a-Statisten viel zu schlecht ausgearbeitet wurden und mit ihren zerdrückten Köpfen nicht wirklich toll aussehen.

Insgesamt konzentriert sich Star Trek 9 sehr auf die Entwicklung der verschiedenen Charaktere und alle machen auf ihre Art eine Pubertät durch. Neben neu aufgefrischter Liebe und neuem Augenlicht gibt es viele Szenen, bei denen die grossartige Chemie unter den Schauspieler zum Tragen kommt. Gut gelaunt und voller Schalk spielen sie sich durch die von Selbstironie getränkten Szenen, dass es für den Fan nur so eine Freude ist. So wirkt Star Trek 9 sehr sympathisch und auch viele der Szenen sind sehr gut gelungen, was auch die positive Grundstimmung unterstreicht. Trotz gelegentlicher Action kann er den Spannungsbogen nicht aufrechterhalten und verweilt zwischendurch zu lange mit kitschigen Szenen, was die eigentliche Gefahr in den Hintergrund rücken lässt.

Fazit: Star Trek: Der Aufstand ist inhaltlich und qualitativ Star Trek vom Besten und vermag die vielen kleinen Geschichten der Hauptdarsteller gekonnt weiterführen und kombiniert diese in einer humorvollen und sehr sympathischen Story. Doch trotz vieler inhaltlich sehr gelungener Szenen kann Star Trek: Der Aufstand keine Linie durchziehen und wirft in den mehrheitlich von idyllischen Bildern geprägten Film immer wieder düstere Actionsequenzen, die deplaziert wirken und nicht die Gefahr aufbauen können, welche sie eigentlich sollten. Wer also wenig mit Star Trek zu tun hat, wird danach kaum bei Star Trek bleiben. Den Fans, welche nicht unbedingt auf Action aus sind, wird ein beinahe intimer Film über die verschiedenen Charaktere der Serie geboten. Das macht Insurrection doch noch zu einem Erlebnis mit vielen schönen Bildern und einem poetischen Soundtrack.

Die DVD bietet in der Special Edition alles, was geboten werden muss. Ein umfassendes Bonusmaterial mit vielen Anekdoten und Tributen zu den Verantwortlichen vor und hinter der Kamera und zeigt deutlich, wie viel Spass die Schauspieler und die Schöpfer der Saga hatten. Neben amüsanten Interviews gibt es auch viele handfeste Infos über die Entstehung des Filmes und darüber, wie die Schlüsselsequenzen animiert wurden. So wird zu jedem Aspekt der Produktion eine umfassende Dokumentation geboten. Die Bildqualität wie auch die Tonqualität sind auf der heutigen Stand der Technik und bieten den vollen Genuss.

3.7 Sterne 5.0 Sterne
3.7 Sterne (27 Bewertungen) | 3 Kommentare

4.54.5
25.12.2006 / db


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 16.06.2005

  • Bildformat: Widescreen 1.85:1 (Anamorph)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1) / English (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Polnisch, Tschechisch, Ungarisch, Türkisch, Arabisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Isländisch, Griechisch, Hebräisch, Italienisch, Bulgarisch, Kroatisch, Slowenisch, Rumänisch, Portugiesisch
  • Extras: Textkommentar von Michael Okuda und Denise Okuda / "Das Star Trek Universum": Westmores Aliens, "Traumhafte" Aliens / "Produktion": Das Dorf, Der Drehort, Die Kunst von "Der Aufstand", Anatomie eines Stunts, Die Geschichte, Star Trek: Der Aufstand - Die Produktion, Notizen des Regisseurs / "Erschaffung der Illusion": Verfolgung des Shuttles, Dronen, Geheimnisse / Entfernte Szenen und Alternatives Ende / Storyboards