Soldier (1998)

Star Force Soldier

Soldier (1998) Star Force Soldier

Oder: Nur Soldaten kämpfen gegen Soldaten

Soldier

The Good, the Bad and the Ugly

1996 - Jahr Null. In einem Spital, irgendwo auf der Erde, werden vom Militär neu geborene Babies für die Ausbildung zum Soldaten ausgesucht. In den darauf folgenden siebzehn Jahren werden die Knaben einem knallharten Training, permanenter psychischer Beeinflussung und stetiger Gewalt ausgesetzt. Dies macht sie zu gefühlslosen Killermaschinen und zu den effizientesten Soldaten, die man sich vorstellen kann. Vierzig Jahre später haben Sergeant Todd (Kurt Russel) und seine Truppe die härtesten Einsätze absolviert und im Verlauf ihrer Pflicht mehrere Hundert Kills gemacht. Doch ihre Zeit neigt sich dem Ende zu, denn unter der Aufsicht von Colonel Mekum (Jason Isaacs) wurde eine neue Brut von gentechnisch veränderten Soldaten gezüchtet, welche mit ihren körperlichen Fähigkeiten die normalen Soldaten um einiges übertreffen.

Soldier

Bang Bang, Feuer frei!

Colonel Mekum lässt Todd gegen Caine 607 (Jason Scott Lee) antreten. Nach mehreren fast unmenschlichen Tests unterliegt Todd seinem überlegenen Gegner und stürzt von den Trainingsketten zehn Meter in die Tiefe. Totgeglaubt soll Todds Leiche entsorgt werden, und so landet er auf einem Müllplaneten, wo der Abfall aus dem ganzen Sektor abgeladen wird. Doch Todd ist noch am Leben und erlangt sein Bewusstsein gerade wieder, als er mit dem restlichen Müll ausgeladen wird. Kaum hat er einige Meter auf der Oberfläche des Planeten zurückgelegt, wird er von einer der starken Windböen erfasst und in die Tiefe geschleudert. Da wird er auch von den Siedlern gefunden, welche sich vor einiger Zeit zwischen den Müllbergen eingenistet haben, und wieder aufgepäppelt. Die Idylle dauert jedoch nicht lange, ein Militärschiff landet auf dem Müllplaneten und schickt die Soldaten auf Patrouille. Es kommt zur letzten grossen Schlacht zwischen Todd und den Angreifern, welche den Befehl erhalten haben, alles zu töten, was sich auf dem Planeten befindet...


DVD-Rating

Nach dem Überraschungserfolg von Event Horizon, bei dem Regisseur Paul W.S. Anderson seinen wohl bis anhin besten Film abgeliefert hat, blieb er bei seinem nächsten Film dem Sci-Fi-Genre treu. Soldier entstand nach dem Drehbuch von David Peoples, der auch an Blade Runner mitgeschrieben hat. Das Resultat ist jedoch weit von Blade Runner entfernt, und trotz einigen guten Ansätzen entlässt Soldier eher ernüchtert und enttäuscht.

In Soldier wird eine sehr düstere Zukunftsvision geboten, welche von Anfang an mit ihrer Härte und Brutalität fasziniert. Dazu werden düstere Bilder gezeigt, welche ausgezeichnet inszeniert sind und eine grossartige Endzeitatmosphäre verbreiten. Neben den Raumschiffen und den Waffen haben sie sich auch bei den Behausungen der Siedler, den Panzern und den Rüstungen sehr bemüht, um eine wirklich glaubhafte Welt zu schaffen. Zudem hat es Kurt Russel geschafft, den Konflikt und die Entwicklung von Seargant Todd sehr gut aufzuzeigen, als der völlig aufs Töten ausgerichtete Soldat in eine Gemeinschaft geworfen wird und plötzlich mit Liebe und Zuneigung konfrontiert wird - etwas, das er in seinem Leben noch nie kennen gelernt hat.

Im Grossen und Ganzen kommt Soldier sehr zügig voran, und nach einer kurzen Einführung der neuen Soldaten sind wir schon auf dem Müllplaneten. Ab da folgt die lange und zähe Einfügung des ausgemusterten Soldaten in die Gesellschaft der Siedler und der Versuch, in ihm etwas Menschlichkeit zu entdecken. Obwohl Kurt Russel den abgestumpften Soldaten sehr gut spielt und mit seinen 104 gesprochenen Worten Schwarzenegger als Terminator nur sehr knapp überbietet, fehlt dem Ganzen etwas Humor und wirkt zum Teil wie eine Anhäufung von Füllszenen. Es ist nun mal nur mässig spannend, wenn Russel entweder auf dem Bett liegt, stumm herumsitzt oder am Trainieren ist.

Wenigstens dauert diese sentimentale Phase nicht zu lange, und schon landet der Truppentransporter mit den Soldaten auf dem Müllplaneten. Ab da geht das Actionspektakel los, bei dem Todd wieder zeigen kann, was in ihm steckt und wie ihm sein jahrelanges Training einen entscheidenden Vorteil gibt. Dank der guten Ausstattung wird hier ein sehr atmosphärisches Spektakel geboten. Spannung oder Emotionen sucht man jedoch vergebens. Obwohl Todd einige Überraschungen bieten kann, fiebert man nur bedingt mit, denn wie auch bei Universal Soldier kann man sich einfach nicht für Todd erwärmen, was dem Konflikt jegliche emotionale Bindung nimmt.

Fazit: Soldier klaut munter aus den bekannten Endzeitfilmen, wie Mad Max, Universal Soldier oder Terminator zusammen und will daraus die tragische Geschichte eines gefallenen Soldaten formen. Obwohl dabei der Look und die Atmosphäre absolut überzeugen, fehlt trotz der guten Schauspieler alles, was ein spannender oder interessanter Film ausmacht. Routiniert und linear wird die Handlung abgefackelt, und obwohl am Ende ein Kriegsspektakel geboten wird, fiebert man kaum mit. Zu verbraucht ist die Geschichte, zu langweilig ist der Mittelteil und zu berechenbar die ganze Handlung. Schade um einen Film mit viel Potential, der nun einfach ein Film mit vielen guten Ansätzen ist, diese jedoch nicht nutzt und weder unterhaltsam noch packend ist.

Die DVD bietet den Film in einer so genannten "Exklusiven Fassung", die jedoch immer noch geschnitten und um einige Gewaltszenen ärmer ist, als die US-DVD-Version. Dazu kommt, dass nur eine deutsche Tonspur geboten wird, was schon an eine Frechheit grenzt. Das Bonusmaterial setzt sich aus einem Making Of und den Biographien der beteiligten Personen zusammen. Das Making Of ist eine dieser Dokumentationen, welche zu 80 % aus Filmszenen besteht und dazwischen rudimentär die Beteiligten zu Wort kommen lässt. Viele Informationen werden dabei nicht geliefert, jedoch erhält man einen kleinen Einblick in die Entstehung des Filmes.

2.2 Sterne 3.6 Sterne
2.2 Sterne (13 Bewertungen) | 4 Kommentare

33
07.03.2008 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 20.01.2000

  • Bildformat: Widescreen 1.78:1 Anamorph
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Deutsch: Dolby Digital 2.0 (Stereo)
  • Untertitel: -
  • Extras: Biographienl, Interviews, 25 min. Making Of..., Trailer weiterer DVD's