Shakespeare In Love (1998)

Shakespeare In Love (1998)

Oder: Romeo and Ethel the Pirate's Daughter

Shakespeare In Love

Na? Erkannt?

William Shakespeare (Joseph Fiennes) steckt in einer Krise. Das uns inzwischen als grösster aller Dichter bekannte Genie bringt keine zwei Wörter zu Papier. Zudem steht er unter Zeitdruck, denn Philip Henslow (Geoffrey Rush) braucht dringend ein gutes Stück von ihm oder er muss ein gutes Stück von sich an den Kredithai Fennyman (Tom Wilkinson) abgeben. Es soll eine Lustspiel mit Piraten, Schwertkämpfen, einem Happy-End und, ganz wichtig, einem Hund werden und den Titel "Romeo und Ethel" tragen. Doch Will ist selber von der Liebe enttäuscht und somit auch nicht fähig eine auf das Papier zu zaubern.

Shakespeare In Love

Ich bin eigentlich Pirat, weisst du

Bei einem Vorspiel taucht plötzlich ein unbekannter Schauspieler namens Thomas Kent auf, in dem Will seinen Romeo gefunden zu haben glaubt, welcher jedoch auch gleich wieder in das Anwesen der De Lesseps flüchtet, wo er, angeblich ein Neffe einer Amme, wohnt. Dort wohnt aber die schöne Viola De Lesseps (Gwyneth Paltrow) die sich kein Schauspiel in der Stadt entgehen lässt und sich, da Frauen kein Theater spielen dürfen, als Thomas Kent bei Shakespeare vorgestellt hat. Wie zu erwarten treffen sich Will und Viola dann in Natura und es ist um sie geschehen. Mit seiner Schreibblockade ist es vorbei und Thomas spielt seinen Romeo, der verliebt ist in die Tochter des Feindes, in Julia. Natürlich entdeckt Will eines Tages die Fassade und fortan verschmelzen Stück und Realität - und da Julia dem verarmten aber vornehmen Lord Wessex (Colin Firth) versprochen ist, wird aus dem Lustspiel eine Tragödie.


DVD-Rating

Der grosse Gewinner an der Oscar-Verleihung 1999 hiess Shakespeare in Love. 13 mal wurde der Film von John Madden (Captain Corellis Mandolin) nominiert und satte sieben Auszeichnungen durfte er mit nach Hause nehmen. Unter anderem für die beste Hauptdarstellerin (Gwyneth Paltrow) und die beste Nebendarstellerin (Judy Dench). Leider ging der auch hier wieder genial aufspielende Geoffrey Rush leer aus. Er musste sich Altstar James Coburn geschlagen geben.

Wer bislang noch nicht viel von William Shakespeare gelesen hat, der kriegt mit dieser herrlichen (und auch sehr romantischen) Komödie einen kleinen Einblick in das Schaffen des bekannten Poeten. Joseph Fiennes (Goodbye Bafana, The Merchant of Venice) verkörpert ihn galant, feurig, ein bisschen schusselig, lustig und absolut überzeugend. Die Momente zwischen ihm und Gwyneth Paltrow lassen die Funken sprühen und beweisen, dass die Chemie zwischen den Hauptdarstellern in einer romantischen Angelegenheit essentiell ist.

Neben den tollen Hauptfiguren wimmelt es in Shakespeare in Love nur so von starken Nebendarstellern. Angefangen beim erwähnten Geoffrey Rush (Pirates of the Caribbean) und der mit trockenem Witz nur so um sich werfenden Dame Judy Dench, bis hin zu den (kurzen) Auftritten eines Ben Affleck, Colin Firth (herrlich!) oder von Imelda Staunton (Vera Drake, Harry Potter and the Order of the Phoenix). Sie alle verleihen ihren Figuren Witz, Charme und fügen sich mit einer Leichtigkeit in die Geschehnisse ein, dass es eine Freude ist, ihnen über die Schulter zu schauen.

Was auf den ersten Blick wie eine alte, ächzende und trockene Romanze anmutet, überrascht auf der ganzen Linie. Die Dialoge sind scharf und treffend, die Witze herrlich und sogar die schmachtenden Momente zwischen Shakespeare und seiner Muse verzaubern. Dazu kommen die klassischen Texte, die immer wieder mit irgendwelchen Anspielungen ergänzt sind, damit auch der Kunstbanause mit den Augen und Ohren am Bildschirm kleben bleibt. Langeweile sucht man vergebens, der Popcorn-Nachschub wird vergessen und das Interesse an diesem Mr. Shakespeare steigt schon ein bisschen an. Auch diejenigen, die das nie zugeben würden, werden darauf wohl mal einen Blick ins Internet riskieren und anstatt die neuesten Sportergebnisse lieber etwas über den Mann William Shakespeare lesen.

Fazit: Herrlich ausgestattet, überzeugend gespielt und mit einer Geschichte gesegnet, die durchgehend zu interessieren mag, so präsentiert sich Shakespeare in Love, der zu Recht damals diese Menge von Oscars abgeräumt hat. Wer schon lange nach einer romantischen Komödie sucht, die ihren Level von Anfang bis Ende hoch hält, wird nicht um diesen Film herumkommen. Tolle Sache.

Dank der Making of Documentary lernt man einiges über die Kunst des Kostümdesigns und die Nachbildung des Globe-Theatres von London. Für alle, die sich der Englishen Sprache nur teils mächtig fühlen, kann der Englische Untertitel als Lernhilfe dienen. Bild und Ton sind natürlich von höchster Qualität und bleiben auch nach 100mal abspielen einwandfrei - wie es sich für eine DVD gehört. Ein alternatives Ende wurde auch noch auf die Disc gepackt und die zwei unterschiedlichen Audiokommentare sind sehr gelungen, weil informativ und recht lustig.

4.5 Sterne 4.6 Sterne
4.5 Sterne (49 Bewertungen) | 4 Kommentare

5.55.5
18.01.2008 / nd (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

Limited Oscar Edition, erschienen am 09.02.2006

  • Bildformat: 2.35:1 (anamorph Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, etc.
  • Extras: Making-Of, Geschnittene Szenen, Audiokommentar, Trailer, Viele TV-Spots, Die Kostüme