Saving Private Ryan (1998)
Der Soldat James Ryan
Saving Private Ryan (1998) Der Soldat James Ryan
Oder: Vermisst wird der kleine Matt...
6. Juni 1944: Junge amerikanische Soldaten warten in Transportschiffen auf ihren Einsatz an der französischen Küste. In Omaha Beach werden die an Land gehenden Soldaten ohne Deckungsmöglichkeiten am Strand vom Geschosshagel der Deutschen empfangen. Viele der jungen Männer schaffen es nicht mal lebend aus den Landungsschiffen. Captain John Miller (Tom Hanks) gelingt es mit viel Geschick und Glück, seine Männer zu den Bunkern hoch zu lotsen, wo die Deutschen erbarmungslos niedergeschossen werden.
Zur gleichen Zeit in Amerika: Einem General wird mitgeteilt, dass drei von vier Söhnen der Familie Ryan im Krieg gefallen sind. Der General erinnert sich an einen legendären Brief, den der grosse Abraham Lincoln mal geschrieben hatte, und befiehlt, dass der letzte noch lebende Sohn dieser Familie in Europa gesucht und zurückgeschafft werden soll.
Wieder am Omaha Beach: Die Soldaten gönnen sich etwas Ruhe und versuchen, nicht im Minenfeld neben der Befestigung zu sterben. Captain Miller wird zum Hauptquartier gerufen und ihm wird seine Mission mitgeteilt. Er bekommt 8 Männer und einen ungefähren Bericht, wo der Private stecken könnte. Um sich in dem fremden Land auch verständigen zu können, nimmt Miller einen Dolmetscher mit. Der hat seit seiner Grundausbildung keine Waffe mehr in der Hand gehalten und ist auch sonst noch etwas grün hinter den Ohren.
In einer zerbombten Stadt treffen sie auf eine Familie. Als Pvt. Adrian Caparzo (Vin Diesel) versucht, eines der Kinder in Sicherheit zu bringen, wird er von einem Scharfschützen erschossen. Der erste Mann ist zu beklagen. Etwas weiter stürzt durch Zufall eine Wand ein... und dahinter befinden sich deutsche Soldaten. Die Männer schreien sich gegenseitig an und halten die Waffen in den Händen. Zum Glück rettet eine andere Soldateneinheit unseren Helden. Sie treffen einen Private Ryan, doch es stellt sich heraus, dass es der falsche ist. Miller hofft, dass der richtige Private Ryan den Tod und den Aufwand der Männer wert ist.
Auf dem weiteren Weg trifft die Truppe auf ein deutsches Maschinengewehr. Mit einem Mann Verlust können sie das teuflische Ding ausschalten. Einer der Deutschen überlebt und der Dolmetscher bittet um sein Leben. Die Situation eskaliert, jeder bedroht jeden, da greift Miller ein. Er, der geheimnisvolle Mann erzählt den anderen, wer er im zivilen Leben ist, und besänftigt sie so.
In einer weiteren Stadt treffen sie endlich auf Private Ryan (Matt Damon). Der bewacht mit einigen anderen eine Brücke und weigert sich, nach Hause zu fahren. Stattdessen spannen alle zusammen und bereiten sich auf den Angriff der Deutschen vor. Keine leichte Aufgabe, die rücken nämlich mit Panzern und scharfen Maschinengewehren an. Ungewiss, wie viele Soldaten diese Operation überleben. Wird Ryan nach Hause gehen können? Und wird er in diesem Fall ein würdiges Leben führen, dass den Tod so vieler Soldaten rechtfertigt?
DVD-Rating
Ein überwältigender, grausamer und trotzdem menschlicher Film. Die ersten 30 Minuten sind gefüllt mit diesen Schlachtszenen am Strand. Man sieht abgetrennte Gliedmassen und rausquillende Gedärme. Nichts für schwache Nerven. Dann geht der Film eher ruhig weiter, um schliesslich in der grossen Schlacht mit den deutschen Panzern zu enden. Die Figuren werden von den Schauspieler sehr sympathisch und glaubhaft gespielt, es ist jedesmal ein Verlust, wenn wieder einer stirbt. Ich bin ja kein grosser Tom Hanks Fan, aber wie er diesen Captain Miller spielt, diesen zerrissenen Mann, dessen Hände im Krieg zittern, das ist sehr beeindruckend. Die grosse Frage des Filmes ist: Wo findet man in einem Krieg Anstand? Meine Antwort: In diesen Figuren. Vielleicht ist der Film einigen zu patriotisch, so ein typisch amerikanischer Hurra-Film halt. Das ist so. Besonders der Brief von Lincoln verursachte mir Schluckauf, so sehr troff dieses Schreiben vor Moralin. Da hätte Spielberg noch etwas mehr Tiefe reinbringen können. Die Schauspieler zeigen auf jeden Fall ihr Bestes.
Die Special-DVD ist vollgepackt mit Informationen in 24 Sprachen. Man erhält eine "Einführung in den Film", worin der Regisseur Steven Spielberg bekennt, dass er von dem Thema des 2. Weltkrieges besessen ist. Dennoch ist dieser Film etwas völlig anderes als "Schindlers List". Ein "Blick in die Vergangenheit" erzählt von den Recherchen, den Dokumentationen die gesehen und die Veteranen die gesprochen wurden. In "Miller & Einheit" erfährt man die Überlegungen zu den Besetzungen der Rollen. Das "Boot Camp" ist besonders unterhaltsam. Die Schauspieler mussten an einem 10 tägigen Trainingscamp teilnehmen, wo sie den Umgang mit Waffen und das Leben eines Soldaten kennenlernten. Im Dreck kriechen, durch Regen wandern, in kleinen Zelten übernachten, keine leichte Sache. Captain Dye kannte wohl keine Gnade, doch so konnten die Schauspieler mitfühlen, was diese Figuren damals durchgemacht haben.
In der "Produktion von Saving Private Ryan" erfährt man einiges über die Kulissen, die Kostüme und die Kameraführung. Für rund 1000 Komparsen mussten passende Uniformen bereitgestellt werden, die natürlich auch abgetragen und gebraucht aussehen sollten. In "Die Neuerschaffung von Omaha Beach" sieht man die Computereffekte, von denen es im Film allerdings ziemlich wenige gibt. Die Strandszenen wurden übrigens in Irland gedreht, da es für die französische Küste strenge Auflagen gibt.
Im "Musik & Sound" erfährt man etwas über die Vertonung des Filmes und die "Hymne for the Fallen", dem Theme der Geschichte. Der Film bekam von Veteranen Komplimente, weil die Geräusche der Schüsse und Panzer so echt tönen. Ein Schlusswort rundet die DVD ab.
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5.0 Sterne (109 Bewertungen) | 16 Kommentare
DVD-Infos
D-Day 60th Anniversary Edition, erschienen am 04.11.2004
- Bildformat: 1:1.85
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1), Deutsch (DTS Digital 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, etc.
- Extras: Einführung zum Film, Blick in die Vergangenheit, Miller und sein Stosstrupp, Ausbildungslager, Making-of, Musik und Sound, Abschiedsgedanken




