The Spiral - Rasen (1998)

The Spiral - Rasen (1998)

Oder: Wissenschaftliche Erklärung eines mordenden Videos

The Spiral - Rasen

To be or not to be...

Der junge Arzt Ando (Koichi Sato) leidet bereits lange an Depressionen. Schon mehrmals stand er kurz davor, sich sein Skalpell ins Handgelenk zu rammen. Bis jetzt konnte er jedoch dem Drang widerstehen, und so geht er weiterhin täglich seiner nicht gerade aufheiternden Arbeit nach. Er ist nämlich Pathologe und für das Untersuchen von Leichen zuständig, um herauszufinden, weshalb sie gestorben sind. An diesem Tag muss er dies wieder tun, und so macht er sich an dem leblosen Körper zu schaffen - soweit nichts Besonderes - wenn es nicht sein alter Schulkamerad Takayama Ryuji (Hiroyuki Sanada) wäre, der jetzt vor ihm auf dem Tisch liegt. Er ist unter mysteriösen Umständen gestoben, und Ando soll jetzt herausfinden, wie das geschehen ist.

The Spiral - Rasen

Willst du? Ist guter Stoff!

Während Ando Stück für Stück von seinem Freund herausschneidet, holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Als dann noch Takano Mai (Miki Nakatani), die ehemalige Geliebte von Ryuji, auftaucht und Ando eine verworrene Geschichte über ein mordendes Video erzählt, ergeben die Resultate der Obduktion erst recht keinen Sinn mehr. Schliesslich taucht Reikos (Ryujis Ex-Frau, welche spurlos verschwunden ist) ehemaliger Arbeitgeber Yoshino (Yutaka Matsushige) auf und drückt Ando Reikos Notizen über die letzte Story und ein Kopie des besagten Videos in die Hand, das die Zuschauer töten soll. Ando zweifelt an der ganzen Sache. Da er ein Wissenschaftler ist, versucht er erstmals rational zu begründen, weshalb jemand nach sieben Tagen sterben soll, nachdem er ein Video angesehen hat. Schliesslich kommt er nicht mehr darum herum, sich das Video anzusehen und setzt sich mit dem Vermächtnis von Sadako auseinander, die durch das Video ihre Rache an den Menschen nimmt. Ein völlig erschütterter Ando bleibt zurück. Zum ersten Mal erkennt er, dass eine ernsthafte Gefahr von Sadako und dem Video ausgeht. Kann Ando jedoch den Fluch aufhalten oder wird auch er eines der vielen Opfer? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...


DVD-Rating

1998 kam ein Horrorfilm mit dem simplen Titel Ringu in die japanischen Kinos. Er basierte auf der gleichnamigen Buchtrilogie von Suzuki Kojis und wurde zu einem gigantischen Erfolg. Seither versuchten mehrere TV-Serien, den Stoff mit mässigem Erfolg weiter zu führen. The Spiral war das erste Sequel, das für das Kino produziert wurde und entstand unter der Regie von Jôji Iida. Als The Spiral aber an den Kinokassen gnadenlos floppte, beschlossen die Produzenten, den Film kurzerhand unter den Teppich zu kehren und, um die Serie zu retten, Hideo Nakata nochmals an Bord zu holen. Dieser produzierte dann Ringu2, das offizielle Ringu-Sequel, welches zwar einige Ähnlichkeiten mit The Spiral aufwies, aber ansonsten andere Wege ging.

Mit The Spiral scheint Regisseur Iida das Ziel gehabt zu haben, sich wieder etwas mehr der Romanvorlage zu nähern, auf der Ringu ursprünglich basierte. Im Buch ermordete Sadako ihre Opfer nämlich mit einem hoch ansteckenden Virus, ein Konzept, welches im ersten Kinofilm komplett ignoriert wurde, um den Film einfach zu halten. The Spiral hingegen greift das Virus wieder auf und versucht sprichwörtlich, das Konzept eines mordenden Videos wissenschaftlich zu erklären. Das ist etwa genau so fragwürdig, wie wenn man erklären will, wie Freddy seine Opfer im Traum ermorden kann. Trotzdem verbringt Iida sehr viel Zeit damit, irgendwelche Tumore zu erkunden, und demontiert so primär die ursprünglich so mysteriöse und bedrohliche Sadako und macht aus The Spiral eher eine Galileo Sendung als einen Horrorfilm.

Rein von der Handlung her knüpft The Spiral nahtlos an Ringu an, doch er führt die Geschichte auf ganz eigene Art weiter. Ausser einigen bekannten Figuren und dem gleichen Video wurde alles verändert und auf das neue Virus-Szenario angepasst. Besonders negativ fällt dies bei Sadako auf, welche jetzt nicht mehr diese gnadenlos mordende monsterhafte Kreatur mit den langen schwarzen Haaren ist, sondern ein ganz normales Mädchen, das lieber seine Opfer vernascht, als zu Tode erschreckt. Spannung kommt nie auf, und wegen den langfädigen dümmlichen Dialogen und den oberflächlichen und uninteressanten Figuren kann man sich nie wirklich mit dem Film anfreunden oder sich mitreissen lassen.

Fazit: The Spiral hat es versucht, die Serie wieder etwas der Buchvorlage anzunähern und hat sogar bereits die Vorlage für ein weiteres mögliches Sequel gelegt, welches aber wegen dem Riesenflop an den Kinokassen nie in Produktion ging. Das Einbringen des Viruses, durch den Sadako plötzlich ihre Rache verbreiten soll, wirkt genau so konstruiert wie gesucht. Als eigenständiger Film hätte er womöglich besser funktioniert, in dem er das Konzept von Ringu völlig neu interpretiert. Als Sequel zu Ringu ist er jedoch absolut ungeeignet, da er die Geschichte nicht weitererzählt, sondern lediglich auf eine Art entfremdet, die weder überzeugt, noch das Interesse weckt. Für Fans mag es wohl interessante Denkanstösse geben, doch alle anderen müssen den Film nicht gesehen haben.

Die DVD präsentiert den Film in einer äusserst durchschnittlichen Qualität und kann auch mit dem dumpfen Ton nicht restlos überzeugen. Als Bonusmaterial gibt es lediglich einige Trailer aus der The Ring-Serie.

1.8 Sterne 1.4 Sterne
1.8 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare

1.51.5
28.09.2008 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 28.04.2005

  • Bildformat: Widescreen 1.78:1 (Anamorphisch)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Deutsch (DD 2.0); Japanese (DD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Trailershow