The Negotiator (1998)

Verhandlungssache

The Negotiator (1998) Verhandlungssache

Oder: Kampf der Stierengrinde

The Negotiator

Pissed off?

Danny Roman (Samuel L. Jackson) ist das Ass unter den Verhandlungsspezialisten. Er plappert sich bei Geiselnahmen in eine gute Position, redet dem Mann auf der anderen Seite der Türe die Tat aus und ist enorm erfolgreich. Sein Ziel ist es, die Kidnappings unblutig über die Bühne zu bringen und gerade hat er seinen letzten Fall abgeschlossen. Der Täter wurde überwältigt, das festgehaltene Mädchen befreit.

Bei der anschliessenden Geburtstagsparty seines Chefs wird fröhlich zu "Cotton Eye Joe" getanzt, viel getrunken und gelacht. Dannys Partner will aber was geheimes besprechen und die beiden treffen sich im Auto. Geld wurde unterschlagen. Zwei Millionen Dollar aus dem Pensionsfonds. Und das von Cops. Kollegen. Wahrscheinlich sogar Freunden. Am nächsten Abend soll der Informant definitiv auspacken. Doch dazu kommts nicht. Dannys Partner wird kaltblütig abgeknallt, bevor er sich zum entscheidenden Treffen einfinden kann. Der erste Mann am Tatort: Danny Roman. Somit auch der Hauptverdächtige dieses Mordes: Danny Roman.

The Negotiator

Die Pizza bitte ohne Sardellen.

Als man bei Danny zuhause zudem noch Auszüge eines Überseekontos findet, wirds eng für unseren Cop. Danny Roman sieht nur noch einen Ausweg. Von Batch und Waffe befreit, betritt er das Gebäude der "Internal Affairs" und nimmt eine Gruppe von Menschen als Geiseln. Darunter der Chef des Büros, Inspector Niebaum (J.T. Walsh), den Kleinganoven Rudy (Paul Giamatti) und die Sekretärin Maggie (Siobhan Fallon). Als Romans Boss, Commander Frost (Ron Rifkin) auftaucht, wird auch er gefangen gehalten.

Danny Roman ist zu allem bereit. Er will wissen, wer hinter dem Diebstahl aus dem Pensionsfund steht, wegen dem sein Partner sterben musste. Und er geht nicht raus, bevor er keine Antworten hat. Ausserdem will er einen speziellen Verhandlungsmann für solche Situationen: Chris Sabian (Kevin Spacey). Denn wenn der beste Verhandlungsspezialist keinem Freund mehr trauen kann, will er einen Fremden am Telefon haben. Vielleicht versteht dieser Aussenstehende ja seine Situation. Ein Katz- und Mausspiel der zwei Negotiator beginnt.


DVD-Rating

Regisseur F. Gary Gray hatte bis 1998 mit Set it off bereits einen Achtungserfolg geschaffen und bekam dann die Möglichkeit, mit einer Handvoll excellenter Schauspielern zu arbeiten. Samuel L. Jackson war auf dem Weg zum richtig grossen Kinostar und auch Kevin Spacey hatte sich durch Filme wie Seven oder The Usual Suspects Bekanntheit verschafft. Für letzteren Film gabs 1996 sogar einen Oscar. Nun sollten beide Darsteller aufeinandertreffen und The Negotiator zu einem Higlight des Kinojahres machen. Erstaunlicherweise wurden aber nicht mal die Produktionskosten eingespielt.

Dabei ist The Negotiator starkes Actionkino mit ebenso genialen, wie überzeugenden Darstellern. Die beiden Stars pushen sich gegenseitig nach oben und es ist ein wahrer Genuss, den beiden Könnern bei der Arbeit über die Schulter zu gucken. Intensiv, spannend und sehr gut produziert, so kommt The Negotiator daher. Ausserdem tummeln sich viele bekannte Köpfe in den Nebenrollen, so dass man aus dem Gucken gar nicht mehr herauskommt.

Paul Giamatti (Lady in the Water) als plappernder und fluchender Kleinganove. Der leider verstorbene J. T. Walsh (Breakdown, A Few Good Men) als ekelhaft verdächtiger Bürohengst oder David Morse (16 Blocks, The Green Mile) als Einsatzkommandant, dem man gerne einfach mal eins ins Gesicht schlagen würde. Sie alle, und noch viele (inzwischen) bekannte(re) Gesichter mehr, machen The Negotiator zu einem Klassefilm.

Die Geschichte an sich packt eigentlich von der ersten Szene an. Verhandlungen zwischen Tür und Angel, das Schicksal eines einzelnen Cops, die folgende Geiselnahme und natürlich die Tatsache, dass der jetzige Geiselnehmer genau weiss, wie die Sache läuft und dem Verhandlungsspezialisten der Cops ein paar Lektionen in Sachen psychologischer Kriegsführung erteilt. Bis Kevin Spacey auftaucht und den Film grad nochmals eine Stufe anhebt.

Leider ist das Ende dann ein bisschen gesucht und mag nicht mehr ganz zum spannenden Aufbau der Geschichte passen, aber man kann durchaus damit leben. Trotzdem vermasselt sich der Film damit die Höchstwertung.

Die DVD hat ein schönes und für Werbezwecke gut verkaufbares Making-Of zu bieten. Das bringt zwar nichts weltbewegend Neues zum Vorschein, aber zeigt Samuel L. Jackson in Privatkluft und vor dem Poster von The Long Kiss Goodnight sitzen. Dauert etwa 20 Minuten, das Teil. Der Kinotrailer kommt noch dazu und das wars dann auch schon.

Während die deutsche Version im Dolby Digital 5.1 schöne Qualität liefert, murmelt die Originalfassung im 2.0 durch die Boxen. Allerdings kann man durchaus damit leben, da die Schauspieler allesamt sehr deutlich und klar sprechen. Das Bild hingegen ist gelungen und grösstenteils glasklar.

4.7 Sterne 3.0 Sterne
4.7 Sterne (27 Bewertungen) | 3 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
11.04.2007 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 18.05.2000

  • Bildformat: 2.35:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
  • Extras: Trailer, Making-Of