Lost in Space (1998)
Lost in Space (1998)
Oder: wie kommen wir da bloss wieder raus
Wir schreiben das Jahr 2058. Die Erde hat alle ihre Ressourcen verbraucht und in wenigen Jahren wird das Leben auf dem einst blauen Planeten nicht mehr möglich sein. Die Menschheit sucht Alternativen und da man diese auf benachbarten Planeten nicht findet, wird ein Tor gebaut, durch das man in sekundenschnelle quer durch die Galaxis transportieren kann. "Alpha Prime" ist ein Planet, auf dem sich die Menschheit neu ansiedeln will. Da aber dort noch kein solches Transport-Tor besteht, welches mit dem auf der Erde stationierten Gerät verbunden ist, scheint eine Übersiedlung noch nicht möglich. Die Familie Robinson meldet sich freiwillig, eine Reise nach "Alpha Prime" anzutreten. Der Flug, mit Normalgeschwindigkeit, dauert zehn Jahre und alle Familienmitglieder werden in Gefrierzustand versetzt und sollen die Strecke "verschlafen".
Vater John William Hurt), Mutter Maureen Mimi Rogers), Tochter Judy (Heather Graham) und die zwei Kids Penny und Will sind also bereit, das Abenteuer ihres Lebens in Angriff zu nehmen. Zusammen mit dem, nicht ganz glücklich über seinen Einsatz scheinenden, Major West (Matt LeBlanc) gehts also los. Nicht wissend, dass der Saboteur, Verräter und Sympathisant der Gegner dieser Aktion, ein Mann namens Dr. Smith (Gary Oldman), ebenfalls auf dem Schiff ist und weiterhin versucht, diese Mission zu sabotieren.
Nachdem der umprogrammierte Roboter ein Chaos verursacht hat, wird die Familie geweckt und Dr. Smith eingebuchtet. Die Herrschaften sind wach, das Raumschiff komplett vom Kurs abgekommen und somit allesamt Lost in Space. Als sie auf ein im All treibendes Schiff stossen, machen sie Bekanntschaft mit fremden Rassen, die einerseits niedlich sind (Äffchen), andererseits aber auch eine recht brutale Bedrohung darstellen (Krabbelgetier).
Nach einer Bruchlandung wird die Familie Robinson in einen Sog der Verwirrung gezogen, welcher nicht nur die vom Bub Will (Jack Johnson) entwickelte Zeitmaschine beinhaltet, sondern auch Figuren aus der Zukunft, Spinnenbisse mit Nachwirkungen und grauslige Bösewichte, die gar Schlimmes im Sinn haben. Mal schauen, ob die Familienbande zusammenhält und ob "Alpha Prime" tatsächlich noch erreicht werden kann.
DVD-Rating
Lang ists her, da flimmerte eine TV-Serie gleichen Namens über die Bildschirme und machte aus einer vielversprechenden Ausgangslage eine sehenswerte Reihe von Episoden, die man sich ohne weiteres auch heute noch angucken kann. Und wie immer, wenn sich Menschen in unerforschtes Territorium begeben müssen, ist die "Schweizer" Familie Robinson vertreten. Das war natürlich auch beim Hollywood-Aufguss von 1998 der Fall, obwohl die Schweiz nie erwähnt wird.... Hier floppte man allerdings an den Kinokassen, so dass eine mögliche Fortsetzung bis heute in den Schubladen der Macher liegen blieb.
Die Story der Familie, die sich mit internen Problemen, sowie mit externen Bedrohungen befassen muss, ist keinesfalls neu oder revolutionär. Allerdings hätte man mit dem engagierten Cast ein wenig mehr Tiefe und Charakter erwarten können, welche man leider überhaupt nicht zu sehen kriegt. Da vergisst zwar der Vater regelmässig die Aktionen seines Sohnes, da ist die Jungmannschaft keinesfalls froh über die Tatsache dass sie ihre Freunde und Schule verlassen müssen und da knisterts zwischen der älteren Tochter und dem Militärkopf. Aber so richtig abgeschlossen wird keine der angesprochenen Situationen. Überhaupt macht der Film keinen fertigen Eindruck. Ohne zuviel vom Schluss verraten zu wollen, aber wenn der Abspann läuft (und man das herrliche Theme von "Apollo Four Fourty" zu hören kriegt) hat man das Gefühl, dass noch was kommen soll, ja sogar muss. Der Film spielt mit der Erwartung einer Fortsetzung, die man ja bekanntlich bis heute nicht realisiert hat.
John Hurt gibt den Vater solide, aber nicht speziell gut. Matt LeBlanc, bekannt aus Friends, hat ein paar gute Sprüche auf Lager, bleibt aber sonst sehr blass. Ebenso wie die weiblichen Darsteller, die trotz bekannten Namen zu Nebenfiguren verblassen. Bösewicht Gary Oldman ist noch die interessanteste Rolle, auch wenn man von ihm in solchen Charakteren noch ein bisschen mehr erwarten darf.
Was schön daherkommt, sind die Spezial-Effekte. Sei es die Raumschiffe, die Gefechte im Weltall, die Bilder von selbigen oder die Ausstattungen allgemein. Auch die Feuer- und Bumm-Szenen sind gelungen und sogar die achtbeinige Bedrohung kommt gut an. Was jedoch völlig verpatzt wurde, ist das kleine (und extrem nervige) Äffchen und das Finale mit dem mutierten Feind. Da tun die Augen richtig weh.
Fazit: Lost in Space ist aufgeblasen, nichtssagend und mit fortschreitender Dauer des Filmes auch immer langweiliger. Zwar versucht man, das Finale mit einem Twist noch interessanter zu machen, scheitert aber an der Tatsache, dass es zuviel Aufmerksamkeit des Zuschauers verlangt und halt einfach ungenügend und blöd rüberkommt. Viel Lärm um nichts? Naja, um fast nichts. Denn zwischendurch vermag sogar die einfache Story zu interessieren. Nur besteht dieses Interesse leider nicht durch den ganzen Film.
Die vorliegende DVD hat leider nur Durchschnitt in Sachen Features zu bieten. Über die Akteure kann man sich anhand von Texttafeln orientieren, wer denn nun die Leute sind und wo sie schon überall mitgespielt haben. In Lost in Space wimmelts von Spezialeffekten. In einem etwas viertelstündigen Extra wird dazu mehr erzählt und demonstriert. Ein 20-minütiges (und NUR auf Deutsch abspielbares) Making-of bringt uns hinter die Kulissen des Films und ist das typische Filmchen, das man gern für Werbezwecke verwendet. Wie die Zukunft aussieht und wie man heute darüber denkt, zeigt eine kurze Dokumentation, die auch ein paar kritische Töne anschlägt. Zwei Musikvideos stehen ebenfalls noch zur Auswahl, wobei vor allem dasjenige von "Apollo Four Fourty" gut reinfährt. Deleted Scenes, die glücklicherweise aus dem Film rausgelassen wurden und verschiedene Trailer runden das Angebot ab, von dem man inhaltlich mehr hätte erwarten dürfen.
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2.7 Sterne (28 Bewertungen) | 6 Kommentare
DVD-Infos
Deluxe Edition, erschienen am 20.10.1999
- Bildformat: 2.35:1 (16:9 Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Making of "Special Effects", Making of "Movie", Space Travel, Musikvideos, Deleted Scenes, Trailers



