Godzilla (1998)
Godzilla (1998)

Mit seinen Scores zu den Roland Emmerich-Krachern Stargate und Independence Day machte sich David Arnold einen Namen in der Filmmusikwelt. Der definitive Durchbruch gelang ihm dann mit der gelungenen Wiederbelebung des Bond-Sounds in seinem Score zu Tomorrow Never Dies. Seither ist Arnold "James-Bond-Hauskomponist": Während er mit Die Another Day eher Schiffbruch erlitten hatte, meldete er sich mit seinem wieder vermehrt orchestralen Score zu Casino Royale erfolgreich zurück.
Einer seiner früheren Scores wurde von der Filmfangemeinschaft im Internet häufig diskutiert: Godzilla. Für Gesprächsstoff sorgte mitunter die Tatsache, dass sein Score zum dritten Emmerich-Streifen bis Dato nicht veröffentlicht wurde. (Wo hingegen Clint Eastwood-Musiken in etlichen Auflagen "gefeiert" wurden). Diese "Ungerechtigkeit" wurde nun dank den "La-La Land Records" beseitigt. Das auf Soundtracks spezialisierte Label veröffentlichte nicht nur Arnolds Musik zu Godzilla, sondern machte daraus gleich ein auf 3000 Kopien limitiertes 2-CD-Complete-Score-Produkt.
Die vorliegenden Scheiben quellen also vor Godzilla-Musik nur so über. Dabei ist es zwar löblich, dass der Score endlich veröffentlicht wurde und er überzeugt auch immer wieder mit schönen und wuchtigen Momenten. Allerdings kränkelt er an Überlänge. So kann man auch hier das Credo anstimmen, welches für jeden Emmerich-Film geltend gemacht werden darf: Weniger wäre mehr gewesen! Es ist eine Rarität, wenn ein Complete-Score realisiert wird. Insofern ist die Veröffentlichung durch La-La Land Records löblich. Dem präsentierten Material erbringt es allerdings nicht gerade einen Gefallen.
Der Score ist keinesfalls schlecht, doch hat er einen permanenten epischen Pegel, was dem Hörer während knapp 110 Minuten wohl zuviel werden kann. Ruhigere Stücke kommen dann sehr gelegen und man wünschte sich, mehr solcher Momente im Score vorzufinden. Sämtliche Passagen, welche die Beziehung zwischen Audrey und Nick musikalisch untermalen, sind emotionaler und automatisch auch etwas diskreter. Die meisten Szenen wurden - da Action-lastig - mit einer Wucht vertont, die erschöpft. Komödiantisch gehaltene musikalische Momente wie "Chewing Gum Nose", "Chewing Gum" und auch "French Coffee" verleihen dem Score etwas Abwechslung.
Während sich die erste Disc eher routiniert hinzieht, enthält die zweite Discs dann doch auch noch ein paar sehr schöne Highlights: In "Taxi Chase and Clue" gibt es ein paar irrsinnige Perkussionseinsäzte, die durch die Boxen krachen. "Big G Goes to Monster Heaven" (was für ein Track-Titel!) hat die gewohnte Epik kombiniert mit einer sehr melancholischen Melodieführung, und "The End" enthält ebenfalls sehr schönes Material für Chor und Orchester. Dies wäre dann auch ein gelungener Schluss gewesen, doch hat das Label zusätzlich einige Bonus Tracks drauf gelegt. Diese sind nicht schlecht, doch sie haben kein wirklich bereicherndes Material auf Lager. Hier hätte man kürzen können.
Fazit: Für Fans des Godzilla-Scores, des Komponisten David Arnold und auch für filmmusikbegeisterte Sammler hält dieses Album viel interessantes Material bereit. Für alle anderen wird es aber wohl zuviel des Guten sein. In der monströsen Dauerbeschallung wünschte man sich den ein oder anderen ruhigen Moment, und auch eine Weiterführung des Military-Themes von Disc 2 wäre schön gewesen. Trotzdem ist es erfreulich, dass diese Musik nun erhältlich ist. In diesem Sinne (trotz Überlänge): eine schöne Veröffentlichung von La-La Land Records.
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