Dark City (1998)

Dark City (1998)

Oder: Die Nacht wo die Welt stillstand...

Dark City

James Bond wäre stolz auf mich...

J. Murdock (Rufus Sewell) wacht auf, wie jeden Morgen, soweit nichts Besonderes. Doch seltsamerweise liegt er in der Badewanne eines hässlichen Hotelappartements und kann sich an nichts erinnern. Wie war er hierher gekommen, was suchte die aufgeschlitzte Frau im Nebenzimmer, und wie war schon wieder sein ganzer Name? Murdock rappelt sich auf und orientiert sich. Da klingelt bereits das Telefon und ein mysteriöser Dr. Daniel Schreber (Kiefer Sutherland) teilt ihm mit, dass ein Experiment schief gelaufen ist und bereits Männer auf dem Weg sind ihn zu holen. Sofort flieht Murdock aus dem Hotel und taucht in der düsteren Stadt unter. Später besucht er die Frau mit der er angeblich verheiratet ist, welche ihm auch wesentliche Bestandteile aus seiner Vergangenheit erzählt.

Dark City

Genau so hat Saw auch angefangen...

Schliesslich erfährt Murdock, dass er auch von der Polizei für mehrfachen Mord gesucht wird, an die er sich beim besten Willen nicht erinnern kann. Dies wäre ja schon schlimm genug, doch zu Murdocks grossem Entsetzten sieht er Punkt zwölf in der Nacht, wie alle Menschen wie in Narkose umfallen und sich Teile der Stadt wie durch Magie verändern. Während Murdock versucht, die komischen Vorgänge zu verstehen und seine Vergangenheit zu klären, wird er immer mehr in die Enge getrieben, denn plötzlich ist nicht nur die Polizei, sondern auch mysteriöse, bleichen Personen hinter ihm her, welche ihn aus unerklärlichen Gründen jagen.

Je mehr Fragen sich Murdock stellt, desto tiefer wird er in einen Strudel hineingezogen, aus dem es kein Entkommen mehr zu geben scheint. Warum ist es immer Nacht, warum fallen punkt 24:00 alle Menschen in ein Koma, warum kennt jeder Shell Beach - Murdocks Heimatdorf - jedoch niemand weiss, wie man dort hinkommt? Fragen über Fragen, welche ihn schrittweise auf ein Geheimnis zuführen, welches seine schlimmsten Vorstellungen übersteigt.


DVD-Rating

Das Jahr 1998 war das Jahr der bizarren Sci-Filme, die sich um Realitätsverdrehung, Fremddominierung und natürlich Machtlosigkeit drehen. Bei Matrix waren die Menschen in einer digitalen Realität gefangen, bei 13th Floor gab es etwas Ähnliches und in Dark City wird es erst recht bizarr. Während sich die Pendants mehr oder weniger einfach erklären liessen und sehr bald eine eher actionlastige Route einschlugen, bleibt Dark City während der ganzen Spielzeit eine ruhige Detektiv-Story, welche viel Denkarbeit benötigte, um überhaupt der Handlung folgen zu können.

Der Film beginnt mit einem scheusslichen Anfang, bei dem mit einer überflüssigen Einleitung beinahe alle grossen Storytwists verraten werden. Dies wurde anscheinend - wie bei den frühen Versionen von Blade Runner - benötigt, damit der amerikanischen 08/15 Zuschauer überhaupt den Einstieg findet. Jedenfalls wurde das so auf Wunsch des Studios so eingefügt. Doch selbst mit dem Spoilerintro tappt der Zuschauer, wie auch Hauptdarsteller John Murdock, lange im Dunkeln. Nur sehr langsam werden Informationen hineingeflochten, worum es in Dark City geht, warum es immer Nacht ist und warum Murdock mit dem Geist Dinge verändern kann. Deshalb benötigt es sehr viel Geduld und ist sicher nicht für Fans der schnellen und leichten Filmkost geeignet.

Dark City ist der Folgefilm von The Crow und wie sein Vorgänger kommt er - wie der Name schon sagt - sehr düster daher und präsentiert die Welt der Zukunft als sehr kaputte und einengende Version. Diese düstere und dichte Atmosphäre, bleiche, unbekannte Gestalten, welche scheinbar aus dem Nichts auftauchten, viele bizarre Bilder, welche lange Zeit ihre Erklärung schuldig bleiben und ein Hauptdarsteller, der immer mehr in Bedrängnis gerät, fügen sich zu einer intensiven Mischung zusammen, die absolut packt. Eine riesige Spannung kann Dark City jedoch trotz der guten Kameraführung während der ganzen Spielzeit kaum entwickeln, denn wie auch Blade Runner kommt Dark City nur sehr träge voran und bleibt sehr dialog- und kopflastig.

Fazit: Dark City hatte es schwer an den Kinokassen, mauserte sich aber über die Zeit bei der eingeschworenen Fangemeinde zum Kultfilm. Jedoch ist Dark City bei weitem keine leichte Kost, und trotz des Spoilerintros kriegt man wohl erst beim zweiten Mal schauen alle Wendungen mit. Dennoch, dank dichter Handlung, ausgezeichneten Schauspielern und einer perfekt ausgearbeiteten Welt überzeugt Dark City absolut, und mit der sehr gut inszenierten Noir-Detektiv-Story wird geschickt an das eigentliche Geheimnis der dunklen Stadt herangeführt. Wer sich darauf einlässt, erhält dichte Sci-Fi-Kost vom feinsten, die man nur selten findet. Obwohl das Ende etwas zu positiv ausgefallen ist, bleibt man noch lange an der Story hängen.

Die DVD hält sich dezent zurück und bietet den Film in kontrastarmer, schneereicher Qualität mit sehr mattem und schlechtem Ton, was den Filmgenuss nicht gerade fördert. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf sehr kurze Interviews und ein "Making of", welches primär ein B-Roll ist, also Aufnahmen, die während den Dreharbeiten entstanden sind. Mehr informationen werden keine geboten. Schade, da hätte viel mehr daraus gemacht werden können.

4.5 Sterne 2.6 Sterne
4.5 Sterne (30 Bewertungen) | 5 Kommentare

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15.02.2008 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 12.03.1999

  • Bildformat: Widescreen 2.35:1 Anamorph
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Interviews, Making of..., Trailer