Blade (1998)

Blade (1998)

Oder: You are nothing to me but another dead Vampire!

Blade

Ist zwar schon gebraucht, aber ansonsten ganz OK...

Wir schreiben das Jahr 1967. Eine scheinbar von einem Tier gebissene, schwangere Frau wird in den Notfall eines Spitals eingeliefert und gebärt kurz darauf einen Sohn. Sie stirbt unmittelbar nach der Geburt und hinterlässt den Sohn mit einem düsteren Geheimnis: Während der Schwangerschaft wurde sie von einem Vampir gebissen, was beim Jungen zu genetischen Mutationen geführt hat und ihn zu einem Hybrid zwischen Vampir und Mensch macht. Dies erlaubt ihm, sich am Tag zu bewegen, weshalb er Daywalker genannt wird. Blade (Wesley Snipes), wie er ebenfalls genannt wird, ist inzwischen seit seinem 13. Lebensjahr mit seinem Mentor Whistler (Kris Kristofferson) auf Vampirjagd. Blade hasst die Vampire bis aufs Blut für das, was sie seiner Mutter und ihm angetan haben und holt sich gnadenlos seine Rache.

Blade

Party mit feurigen Effekten - nett!

Was als einfache Schlacht Blade vs. alle Vampire begonnen hat, nimmt jedoch bald ganz andere Dimensionen an: Der junge, eiskalte und skrupellose Vampir Deacon Frost (Stephen Dorff), den neben Blut nur seine eigene Macht interessiert, will den Blutgott heraufbeschwören und so die Menschen unterwerfen, mit denen der Vampirrat jetzt noch geheime Verträge abschliessen muss. Blade muss schnellstens herausfinden, wie dieser Blutgott heraufbeschwört werden kann, denn es muss unter allen Umständen verhindert werden, dass Frost das Ritual erfolgreich abschliesst, andernfalls droht den Menschen die Ausrottung. Eine gnadenlose Schlacht beginnt.


DVD-Rating

Es gibt Filmmonster in der Geschichte des Films, welche schon so lange dabei sind und schon so viele Male verfilmt worden sind, dass sie jeden Reiz verloren haben. Werwölfe und eben Vampire gehören dazu, und es wird immer schwieriger, brauchbare Filme mit ihnen zu finden. Es existiert jedoch ein Film, der erst vor kurzem entstanden und qualitativ so gut umgesetzt ist, dass er eine deutliche Spur in dem vertrockneten Genre hinterlassen hat. Die Rede ist natürlich vom Vampirkiller Blade, der Vater der modernen Vampire und Grundlage für Klone wie Underworld. In nur einem Film etablierte er nicht nur ein völlig modernes Bild der Vampire, er stellte auch eine völlig funktionierende Mythologie vor und einen Helden für den man sich wirklich interessiert. Blade wurde bis heute um zwei Sequels und eine TV-Serie erweitert. Beide neuen Kinofilme erreichten jedoch nicht mehr die Qualität des ersten und konnten höchstens einige interessante Elemente in die Mythologie einfügen.

Was an Blade von Anfang an den Reiz ausmacht ist, dass er völlig unverbraucht wirkt. Obwohl es um Vampire geht, wird ein völlig neues, glaubwürdiges und vor allem ausgearbeitetes Bild gezeigt, welches absolut in die heutige Zeit passt. So gibt es einen pompösen Auftakt in einem der Vampirdiscos, wo die Vampire im Blut duschen können. Besser kann man einen Vampirkiller kaum vorstellen. Auch sonst ist Blade visuell grosartig umgesetzt und wird von Wesley Snipes perfekt verkörpert. Blade gehört inzwischen auch zu Wesley Snipes Signatur-Rollen, und dank seiner Kampftechniken und der Präsenz kann er den workargen Vampirkiller auch entsprechend gut adaptieren. Die Figur Blade basiert auf dem gleichnamigen Marvel Comic, durchlief jedoch für den Film starke Veränderungen. Während der im Jahre 1973 geschaffene Vampirkiller im Comic primär ein Mensch ist, der einfach immun gegen Vampirismus ist, hat er im Film alle Stärken der Vampire und keine ihrer Schwächen geerbt, ausser dem Durst nach Blut. Inzwischen wurde die Comicfigur von den Verantwortlichen dem Kinopendant angepasst, was wohl auch kommerzielle Gründe hat.

Rein von der Situation her, hat Blade natürlich eine schwierige Position. Wie auch bei Matrix muss er nicht nur den Titelhelden, seine Fähigkeiten, seine Verbündeten und sein Krieg gegen die Vampire vorstellen, er verfolgt auch gleichzeitig das Aufstreben von Deacon Frost (Stephen Dorff) zum Führer der Vampire. Dies benötigt sehr viel Vorarbeit und viele Dialoge und drückt natürlich auch stark auf das Erzähltempo. Dennoch wirkt Blade nie langweilig, und dank sehr guter Kameraführung und Abwechslung zwischen den Action- und den Dialogsequenzen kann eine gute Balance erreicht werden, welche während der ganzen Spielzeit packt. Ein sehr gut ausgewähltes Castensemble wurde zusammengestellt, welches auf der guten Seite wie auch auf der Gegnerseite punkten kann. Der verlebte Kris Kristofferson eignet sich ausgezeichnet für den Blade-Mentor Whistler, während das obligatorische Bunny N'Bushe Wright als Dr. Karen Jenson auch in den Actionszenen überzeugt. Die Gegner haben mit dem charismatischen Stephen Dorff alias Deacon Frost einen eiskalten, wie auch charismatischen Anführer und eine amüsante, sprüchereissende und immer wieder aufs Neue von Blade zerstümmelte Quasselstrippe Quinn.

Fazit: Blade kann trotz einiger Schnitzer in der Produktion als einer der besten Vampirfilme der Neuzeit bezeichnet werden, welcher nicht nur einen völlig überzeugenden Helden sondern auch eine durchdachte und gut ausgearbeitete Mythologie vorstellt. Das ganze wird als packend inszenierte Rache von Blade an den Vampiren präsentiert, welche die Schuld tragen, dass er zum Daywalker geworden ist. Passend ausgewählte Schauspieler, brutale und blutige Kämpfe und ein gnadenloses Duell zwischen Deacon Frost und Blade vereinigen sich zu einem überzeugenden Mix.

Die DVD bietet den Film in einer sauberen Bildqualität, welche die kalten Bilder gut zur Geltung kommen lassen. Der steife und moderierte Audiokommentar gibt geordnete Hintergrundinformationen über die Produktion. Das Bonusmaterial fällt dabei sehr üppig aus und liefert informative Dokumentationen über die Entstehung von Blade während den Dreharbeiten und über das visuelle Design der Blade-Welt. Eine grosse Dokumentation über das ursprüngliche Ende und einige Trailer runden das Paket ab.

4.1 Sterne 4.0 Sterne
4.1 Sterne (72 Bewertungen) | 11 Kommentare

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14.05.2008 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 06.09.1999

  • Bildformat: Widescreen 2.35:1 Anamorph
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Extras: Audio Kommentar mit Wesley Snipes und anderen, La Magra und die Blade Effekte, geschnittene Szenen, Alternatives Ende, Doku über das Blade Design, Behind the Scenes, 24 Minütiges Making-Of, Statements von den Hauptdarstellern