Spawn (1997)
Spawn (1997)
Oder: Congratu-freaking-lations!
Um an Macht und Reichtum zu kommen, ist einzelnen Menschen kein Weg zu weit, kein Opfer zu gross und kein Deal zu verdächtig. Das weiss der Teufel "Malebolgia" und fängt an auf der Erde zu wirken. Er hat sich in seinem Reich eine Armee geschaffen, deren Seelen von eben diesen Menschen geliefert werden, die der Teufel mit Einfluss und Versprechen verführt hat. Einer dieser Männer ist Jason Wynn (Martin Sheen).
Um seine Armee in die grosse Schlacht zu führen, fehlt dem Untergrundherrscher noch ein General. Und diesen meint er in einem Mitglied von Wynns Team von Attentätern gefunden zu haben. Al Simmons (Michael Jay White) ist der Beste auf seinem Gebiet, will aber das Business verlassen, um sich mit seiner Verlobten zur Ruhe zu setzen. Keine Anschläge im Namen der Regierung, keine Zivilisten mehr töten, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Noch ein Auftrag, dann ist Sense.
Bei diesem Einsatz zeigt Jason Wynn jedoch sein wahres Gesicht und zusammen mit seiner Assistentin Jessica (Melinda Clarke) fackelt er Al Simmons ab. Dieser wird in die Hölle geschickt und bekommt einen Deal vom Teufel versprochen. Wenn er verspricht, die höllische Armee zu führen, darf er nochmals auf die Erde um Rache zu nehmen und seine Verlobte wieder zu sehen. Simmons nimmt an und wird zurückgeschickt.
Aus einem Menschen ist ein verbranntes Stück Fleisch geworden, das sich nun langsam verwandelt. In Spawn, dessen neue Haut und Umhang so einiges an Überraschungen zu bieten hat. Und während der Verlauf seines Daseins vorbestimmt zu sein scheint, fängt sich der "Held" an zu wehren. Als Unterstützung taucht immer wieder Cogliostro (Nicol Williamson), der Spawn retten will. Auf der Gegenseite hat sich ein kleiner, blauer, dicker *ähm* Gnom namens Clown (John Leguizamo) positioniert, der mit allen Mitteln verhindern will, dass sich der Gebrutzelte seinem Schicksal entziehen kann.
DVD-Rating
Todd McFarlane ist der "Erfinder" der Comicserie rund um Spawn und auch (gemäss Biographie) ein Re-Designer von Spiderman-Charakteren. Wichtig(er) ist aber die Entwicklung eines Antihelden, der wortwörtlich durch die Hölle gehen muss und ein Superheld der speziellen Sorte darstellt. Als der Film 1997 in die Kinos kam, spielte er zwar seine Kosten wieder ein, schaffte es aber nicht, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Weder für mögliche Sequels noch in den Kreisen der Fans, die den Film mehrheitlich als "nicht gelungen" verurteilten. Und tatsächlich, wenn man sich das Ganze anguckt, scheint so einiges nicht zu stimmen.
Grundsätzlich ist die Geschichte toll. Ein Mann wird verraten und durch einen Teufel wieder zurückgeschickt. Ausgerüstet mit übermenschlichen Fähigkeiten (die erst erlernt werden müssen) und einem coolen Outfitt gehts den bösen Jungs an den Kragen. Immer im Hinterkopf: Wenn er seinen Auftrag erfüllt hat, stellt er sich in den Dienst des Bösen. Theoretisch...
Was leider überhaupt nicht passt, sind die himmeltraurigen, wahrscheinlich am Heim-PC erstellten "Höllen-Effekte". Das sieht echt schlimm aus. Aber was erwartet man von einem Film, der fast 10 Jahre auf dem Buckel hat? Ausserdem fehlt dem Film das gewisse Etwas, das Spannung und Action vermitteln soll. Und der dicke blaue Clown (in Person von John Leguizamo aus Land of the Dead) nervt mit seinen Sprüchen schon nach kurzer Zeit. Zwar mag die Qualität der Witze nicht allzu schlecht sein, aber sein Charakter ist *kribbel* der ultimative Vorgänger von Jar-Jar Binks.
Schauspielerisch solid bringt Michael Jay White seine Rolle rüber, aber schlussendlich fehlt ihm halt einfach ein bisschen das Tragische seiner Rolle. Völlig überspitzt dafür Martin Sheen, der sich zigarrenrauchend und fluchend diverse Anspielungen auf Apocalypse Now vom nervigen Clown anhören muss. Sexy ist dafür Melinda Clarke in hautengem Latex-Anzug...
Fazit: Spawn hat eine interessante Ausgangslage, wird aber dann durch dunkle Bilder und erstaunlich wenig (guter) Action auf ein Niveau gedrückt, das keineswegs an interessante Comicverfilmungen herankommt. Die Figur des Spawn lebt aber inzwischen in Trickfilmen weiter. Und das war sicherlich nicht die schlechteste Idee.
Wer mehr über das Comic, die Geschichte und natürlich den Entwickler erfahren will, wird nicht darum herum kommen, das Making-of und das Interview mit Todd McFarlane zu gucken. Interessantes erfährt man alleweil. Ebenfalls ein Ohr wert ist der Audiokommentar und, wers mag, auch das Musikvideo. Der US-Trailer schliesst das solide und für einmal gar nicht so üble Rahmenprogramm ab.
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2.6 Sterne (29 Bewertungen) | 7 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 04.08.2006
- Bildformat: 1,85:1
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Audiokommentar, Interview mit Todd McFarlane, Making-of, Musikvideo, Trailer



