The Relic (1997)

Das Relikt

The Relic (1997) Das Relikt

Oder: wer sagt denn, dass Museen langweilig sind?

The Relic

kopflos?

Als im Hafen von Chicago ein verlassenes Frachtschiff von der Seepolizei angedockt wird, muss auch der Cop Vincent D'Acosta (Tom Sizemore) an die Arbeit. Er, abergläubisch und gerade als Verlierer in einem Prozess gegen seine Ex-Frau vom Platz gegangen, nimmt erst mal nur den bestialischen Gestank war. Erst nachdem man die Luke unten im Schiff geöffnet hat, bietet sich ein Bild des Grauens. Köpfe der Besatzung und verschiedene deren Körperteile schwimmen da rum. Da hat jemand ganze Arbeit geleistet.

Im naturhistorischen Museum von Chicago kämpft man. Und zwar um finanzielle Unterstützung. Dr. Margo Green (Penelope Ann Miller) sieht ihr Museum ohne neuen Gönner, wenn sie nicht am anstehenden Gala-Abend eine gute Figur macht und die gut betuchten Gäste von der Notwendigkeit des Geldspendens überzeugen kann. Als ein Nachtwächter eines Morgens geköpft aufgefunden wird, vergrössern sich die Probleme des Museums deftig.

The Relic

Hilfe, ein Paparazzi!

Cop D'Acosta übernimmt die Ermittlungen und stösst auf grausliges. Zwar wird im Keller des Museums ein wirrer Mann mit Axt von zwei Polizisten erschossen, doch dass es sich dabei nicht um den Täter handelt, scheint dem Inspektor klar. Als dann aber der Bürgermeister den Fall für abgeschlossen erklärt und somit den Gala-Abend durchführen will, fügt sich D'Acosta zwar, ist aber mit einer Meute Polizisten präsent. Und die braucht es auch, denn was hier im Museum sein Unwesen treibt, ist weitaus schlimmer als ein Mann mit Axt.

Aberglaube oder Realität? Wahnsinn oder wissenschaftlich Erklärbar? Was hat es mit diesem Monster auf sich, dass sich mit Vorliebe von einem Teil des menschlichen Hirns ernährt? Als Dr. Green die Begegnung mit einem mutierten Speckkäfer macht, der über Nacht um das vielfache gewachsen ist, kommt sie der Sache langsam auf die Spur. Sie und Inspektor D'Acosta sehen sich nun einer Gefahr gegenüber, die es so wahrscheinlich kein zweites Mal gibt und dessen Bekämpfung mehr benötigt, als normale Helden-Action.


DVD-Rating

*huuh*, Monsterfilme. Ist das Viech gut animiert? Stimmt die Story? Kriegt man Gänsehaut? Und etwa noch ein paar Gedärme dazu? Jaja, solche Monsterfilme habens nicht leicht. Immer wird etwas zu genau geguckt, stark kritisiert und recht machen kann mans sowieso keinem. Während die einen in Alien ihr NonplusUltra gefunden haben, tendieren andere eher zu trashigeren Varianten. Wiederum anderen ist es relativ egal, wie das Viech aussieht. Da muss halt einfach die Geschichte stimmen, dann guckt man auch mal weg, wenn ein Monster gar handgemacht daherkommt.

In The Relic darf man ohne Zweifel warten, bis man das Viech zu Gesicht bekommt und dann sagen, dass es natürlich kein Monster für die Geschichtsbücher ist, aber ein durchaus akzeptables Ding, dass da schön animiert durch das Museum rast und (wenig, aber gut) zu sehen ist. Naja, es handelt sich ja auch nicht um ein Monster der herkömmlichen Sorte, sondern um... *nööö*, selber schauen J

Die Geschichte ist ebenfalls keine allzu grosse Innovation des Genres. Kisten aus Brasilien werden praktisch leer gefunden. Etwas war da, hat die Besatzung auseinandergenommen und macht das gleiche nun im Museum, wo natürlich zufälligerweise grad die High Society ihren Cüplis fröhnt und ihre Garderobe spazieren trägt. Ebenso natürlich gibt es da einen ("there can only be one") Cop, der private Probleme wälzt und sich der Sache annimmt. Weibliche Unterstützung fehlt ebenso wenig, wie ein paar flotte Sprüche und gute Action.

Schauspieler und Bordellbesucher Tom Sizemore könnte man aus Heat oder Saving Private Ryan in Erinnerung haben. Grosse Hauptrollen fehlen aber in seiner Biographie, dafür wurde die Geschichte mit den leichten Mädchen durch die Gazetten getragen. Naja, wenigstens kennt man seinen Namen... Oder? Seine Filmpartnerin Penelope Ann Miller arbeitet viel fürs Fernsehen und hat ebenfalls noch keine richtig grossen Kisten geliefert. Das braucht aber, wie in The Relic gar kein grosser Nachteil zu sein. Denn durch die relativ unbekannten Darsteller erhält die Geschichte eine Möglichkeit, sich so zu präsentieren, als ob die Vorgänge wirklich stattfinden könnten. Unwahrscheinlich, aber das hat man auch gedacht, bevor sich die Schweizer Fussballnationalmannschaft für eine WM qualifizieren konnte.

Fazit: The Relic ist ein solider und passabler Monsterfilm, der zwar ein bisschen viel in dunklen Kellern spielt und in dem die Begegnung Viech/Frau ziemlich lächerlich daherkommt, der aber im grossen und ganzen durchaus anschaubar ist. Dazu kriegt man ein paar schöne Köpfe serviert, ein paar zynische Kommentare aus dem Obduktionssaal und Schauspieler, die recht sympathisch daherkommen. Auch wenn der Film immer wieder im TV gezeigt wird, so empfiehlt sich doch die Originalfassung. Denn ohne näheres Wissen dazu, kann ich mir vorstellen, dass einige Szenen im TV doch geschnitten sind....

Die vorliegende DVD kommt mit wenig Extras daher. Texttafeln zu Schauspielern, ein kurzes Making-of, der Trailer und Teaser, sowie eine Trailershow. Nicht wirklich überzeugend und man hätte sich vor allem im Bezug auf das Monsterviech ein wenig mehr Details gewünscht. Dafür kommt der Ton gut, während man dem Bild das Alter des Filmes doch ansieht.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.53.5

 

02.08.2005 / muri

Community:

Bewertung: 3.6 (19 Bewertungen)

 

 

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