The Postman (1997)
Postman
The Postman (1997) Postman
Oder: Wenn der Postman zweimal Klingelt...
Eine nukleare Katastrophe hat die Welt verwüstet. Die Ozeane sind am Sterben, Seen sind ausgetrocknet und jedes Rechtsystem ist zusammengebrochen. Die verbliebenen Menschen haben sich in kleineren Siedlungen zusammengerauft, wo sie versuchen, ein etwas geregeltes Leben vor den Banditen des Ödlandes zu führen. Doch das Leben ist hart. Der charismatische General Bethlehem (Will Patton) hat zudem eine eigene Armee aufgebaut, mit der er ein neues Amerika einläuten will und deshalb eine ganze Region terrorisiert, Essen eintreibt und willkürlich immer neue Regeln aufstellt.
Zwischen all dem wandert ein einsamer Mann (Kevin Costner) durch das Ödland, führt, um sich zu ernähren, Stücke von Shakespeare auf und hält sich ansonsten aus der Zivilisation heraus. Doch als das Dorf, in dem er gerade auftritt, von Bethlehem und seinen Truppen überrannt wird, kann er sich nicht mehr der Gesellschaft entziehen. Gegen seinen Willen wird er eingezogen und muss fortan als Soldat Bethlehems dienen. Doch das ist erst der Anfang eines einzigartigen Abenteuers, welches das zerstörte Amerika für immer verändern wird...
DVD-Rating
Endzeit und Post-Apokalypse ist ein Thema, das zum einen sehr gute Filme hervorbringen kann, aber auch viel durchschnittliches Gewurstel, dessen Macher meinen, dass mit ein paar verfallenen Dörfern und zerschlissenen Jacken schon ein guter Film gedreht sei. The Postman ist wie schon Waterworld ein Endzeitstreifen mit Kevin Costner, der hier gleichzitig auch Regie geführt hat. Doch im Vergleich zu Waterworld, der trotz seiner Mängel ein Referenzfilm im Genre wurde, verschwand The Postman sehr schnell in der Bedeutungslosigkeit und wurde sogar mehrfach als schlechtester Film ausgezeichnet.
Vom Szenario her ist The Postman nach einem nuklearen Krieg und dem darauf folgenden Winter angesiedelt, wo sich die Gesellschaft langsam erholt, Tyrannen ihre Machtposition ausnutzen und die Hoffnung auf eine baldige Verbesserung der Situation gering ist. An sich gute Voraussetzungen, um die Geschichte eines einsamen Wanderers zu erzählen, der sich - wie einst Mad Max - durch die verbrannte Welt kämpft. Ja, das wäre es, doch im Gegensatz zu Mad Max, der trotz seiner Antiheld-Attitüden für die richtige Sache kämpft, wirkt der Briefträger durch den ganzen Film unsympathisch und genau so lustlos wie feige. Äusserst schlechte Voraussetzungen, um einen Film zu präsentieren, der über eine Spielzeit von 177 Minuten hingezogen wird. Denn so zeigen sich bald eklatante Schwächen, welche den Filmgenuss trotz atmosphärischer Bilder auf ein Minimum reduzieren.
Überhaupt hat The Postman ein "Who cares?"-Problem. Costner spielt einen Schmarotzer, der sich als Briefträger verkleidet, damit er Nahrung erhält und deshalb kaum Sympathiepunkte einsammelt. General Bethlehem, der mit Will Patton sowieso falsch besetzt ist, zerstört Dörfer, die man bis zu dem Punkt noch nie gesehen hat. Und nachdem man Costner den ganzen Winter über zuschaut, wie er sich in einem Häuschen verkriecht, soll man sich plötzlich für das neu aufgebaute Post-System interessieren? Da können noch so viele pathostriefende und mit epischer Musik unterlegte Szenen gezeigt werden, das Ganze läuft komplett am Zuschauer vorbei. Und da trotz der Menge an Figuren nur sehr wenige wirklich ausgefleischt werden, fiebert man auch nicht wirklich mit. Zu all dem werden wohl auch einige mit dem doch sehr präsenten amerikanischen Patriotismus ihre liebe Mühe haben.
Fazit: The Postman ist ein überlanges, langfädiges, spannungsloses und pathostriefendes Endzeit-Epos, das gemütlich am Zuschauer vorbeidümpelt. Die gebotene Handlung wirkt wie ein aus vielen verschiedenen Elementen zusammengebasteltes Flickwerk, welches zudem so stark auf den Postman fokussiert erzählt wird, dass der Zuschauer kaum etwas von dem Geschehen rundherum mitkriegt. Da jedoch dem Postman so gut wie alles egal ist, geht es dem Zuschauer bald genau so, und da dem Film wesentliche Sympathieträger fehlen, ändert sich auch dies bis zum Schluss kaum.
Die DVD präsentiert den Film in einer sehr körnigen und unscharfen Qualität, was wenigstens durch den Ton noch etwas kompensiert werden kann. Bonusmaterial findet sich bis auf ein paar dürftige Infos zum Film keines.
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2.7 Sterne (32 Bewertungen) | 5 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 23.09.1998
- Bildformat: Widescreen
- Sprachen: Englisch (DD 5.1); Französisch (DD 5.1); Spanisch (DD 2.0)
- Untertitel: Deutsch; Englisch; Spanisch; Französisch; Italienisch; Türkisch; Holländisch; Schwedisch; Deutsch & Englisch für Hörgeschädigte
- Extras: Zusatzinfos zum Film; US-Kinotrailer



