Point Blank (1997)

Point Blank (1997)

Oder: Rambo im Kaufhaus

Ein Bus voller Schwerverbrecher ist auf dem Weg zur letzten Station der Insassen. Zum Tode verurteilt sitzen da Leute im Gefährt, die allesamt keine Zukunft mehr haben. In einer spektakulären und lauten Aktion, wird der Bus von maskierten Männern gestoppt, die Insassen befreit und die örtliche Polizei vor ein fast unlösbares Problem gestellt. Denn die Schwerverbrecher verschanzen sich im lokalen Einkaufszentrum, von wo aus sie ihre weitere Flucht planen.

Point Blank

The Marlboro Man

Rudy Ray (Mickey Rourke) ist ein ehemaliger Elitesoldat, der die Kurve im Leben gefunden hat. Er arbeitet als Landwirt und hat den inneren Frieden gefunden. Als er hört, dass Geiselnehmer ein Einkaufszentrum unter Kontrolle haben und einer davon sein Bruder ist, wird er aktiv. Er will versuchen, die Situation auf seine Art zu regeln....

In der Shopping Mall ist inzwischen Panik ausgebrochen. Die Verbrecher haben die unschuldigen Menschen zusammengetrieben und knallen kaltblütig einen nach dem andern ab. Vor allem Wallace (Danny Trejo) hat mit den Nerven zu kämpfen und scheint nur durch Unmengen von Kokain und einer willigen Mall-Besucherin vom killen abgehalten werden zu können. Joe (Kevin Cage), der Bruder des Cops, versucht weiterhin eine Flucht zu organisieren. Doch es scheint zu spät zu sein. Denn sein Bruder Rudy ist bereits im Shopping-Center und die ersten bösen Buben mussten auch schon dran glauben....


DVD-Rating

Wenn man Con Air mit Die Hard mischt, ein paar abgehalfterte Schauspieler engagiert, das ganze mit Cowboy-Rockmusik unterlegt und ein paar Explosionen extra veranstaltet, dann hat man Point Blank. Und genau so kommt der Film dann daher. Weder das eine, noch das andere. Nichts so richtig, aber dafür viel Leerlauf und viel Mischmasch. Kein Wunder kennt praktisch niemand diesen Film, der 1997 veröffentlicht wurde und bei uns schnurstracks den Weg in die hinteren Regionen der Videotheken fand.

Die Geschichte wäre eigentlich gar nicht mal so schlecht. Die Ausgangslage verspricht sogar ein bisschen Spannung, wenn dann nicht die Ausführung so elend wäre. Die Konfrontation zweier Brüder wäre ebenfalls recht interessant, würde nicht schon in den ersten Szenen klar werden, dass der "böse" Bruder eigentlich ein netter Kerl ist und die Mehrheit der sogenannten Schwerverbrecher eigentlich gar nichts sooo schlimmes gemacht haben. Diese Momente versauen den Film, denn wenn's um Action geht, kann sich Point Blank vereinzelt wirklich sehen lassen. Ein weiterer Negativaspekt sind dann aber wieder die Schauspieler.

In der Hauptrolle sehen wir einen Star aus den 80-er Jahren. Mickey Rourke, demnächst in Sin City in unseren Kinos zu sehen, hatte damals die grosse Krise. Seine Erfolge wie Angel Heart lagen schon eine Weile zurück und nur alleine mit Poppfilmen wie Wild Orchid konnte der gute Mann seinen Status als "Star" nicht festigen. So musste er dann wohl oder übel Rollen in solchen Actionfilmen wie diesem hier antreten, in dem er mit Selbstbräuner eingerieben wurde, die Muskeln gepumpt hatte und einen auf Rambo machen durfte. Naja, solange es Kohle dafür gibt, warum nicht... Man sieht neben dem Bottox-Mann auch noch andere, teilweise bekanntere Gesichter, von denen natürlich Danny Trejo am meisten präsent ist. Er, abonniert auf Verbrecherrollen, dreht ja eh wie ein Wilder und hat zwischendurch sogar mal Erfolge zu verbuchen. Hier ist er aber wiederum in der extrem stereotypischen Rolle als sexsüchtiger Schwerverbrecher zu sehen, den man mit Koks zwar ruhiger stellen kann, der aber natürlich dem Hauptcharakter am meisten abverlangt. Den Rest des Casts kann man getrost vergessen. Die Männer sind ultracool und die Frauen eh nur Beigemüse. Schade, ein wenig mehr Tiefe hätte dem Film nicht schlecht getan.

Fazit: Point Blank ist ein Männerfilm der untersten Stufe. Hart, muskulös, gnadenlos und eingeölt kommen hier die Charaktere daher und lassen jegliche Art von Persönlichkeit und Tiefe halt vor der Türe stehen. Das braucht man hier nicht. Hier geht's ums *Rumms*, *Bumms* und um Action. Da aber die nicht mal besonders gelungen daherkommt, verkommt der Film zur vollständigen Farce. Ich weiss nicht, wer sein Geld in solche Projekte steckt und sich nachher über das Resultat freuen kann. Aber wenigstens wars nicht so schlecht wie White Chicks....

Die DVD hat ein paar wenige Sachen als Extras zu bieten. Als erstes fällt auf, dass es eine TV-Version des Filmes zum anklicken hat. Die ist ein wenig kürzer und auch deftig geschnitten. Brutalität raus und dafür zusätzliches Blabla rein. Warum man auch immer diese Version auf die DVD gepresst hat.... 4 Filmographien auf Texttafeln kann man sich ebenfalls angucken. Interessanter ist aber der Schnittvergleich, der die TV-Fassung gegen die DVD-Version setzt. Dazu gibt's noch ein paar Trailer von anderen, ähnlichen, Filmen und eine abschliessende Slideshow. Ton und Bild haben mir bei dieser DVD allerdings etwas Kopfweh gemacht. Okay, das Bild weniger, denn das ist akzeptabel. Der Ton allerdings hat genervt. Denn während die Explosionen und Schiessereien fast die Nachbarn weckten, verstand ich vom gesprochenen fast kein Wort, weil's so leise war. Bei guten DVDs ist da kein Problem, da ja dann die Möglichkeit der Einschaltung der Untertitel besteht. Das ist aber hier unmöglich, denn es gibt einfach keine.... Also entweder auf Deutsch hören oder auf Englisch. Auch das wäre prinzipiell keine Sache, aber wenn man immer an der Lautstärke rumdökterlen muss, dann ist das nervig....

2.0 Sterne 1.5 Sterne
2.0 Sterne (4 Bewertungen) | 4 Kommentare

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06.04.2005 / muri


DVD-Infos

  • Bildformat: 1.33:1
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Stereo 2.0)
  • Untertitel: Keine
  • Extras: TV-Version (ca. 75 Minuten), Filmographien, Trailershow, Schnittvergleich, Slideshow

Point Blank (1997)
Bewertung: 2.0 (4 Bewertungen)
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