The Jackal (1997)
Der Schakal
The Jackal (1997) Der Schakal
Oder: Wer trifft zuerst?
Als in Russland bei einer Razzia der Bruder eines Verbrecherbosses von einer Majorin getötet wird, will dieser zurückschlagen. Er will Amerika an einer empfindlichen Stelle treffen und heuert darum den besten Killer an, den man für Geld kaufen kann. Der nennt sich The Jackal, kostet 70 Millionen und sein Gesicht ist unbekannt. Sein Auftrag ist es nun, eine hohe Persönlichkeit der amerikanischen Politik aus dem Weg zu schaffen.
Unser Killer (Bruce Willis) macht sich auf, seine Vorbereitungen zu treffen. Er nimmt diverse Identitäten an, reist in der Welt herum und organisiert sein Attentat minutiös. Zur gleichen Zeit schreckt das FBI auf. Denn Director Carter Preston (Sidney Poitier) erfährt von Plänen, dass der geisterhafte Killer The Jackal engagiert wurde und will nun die einzige Person kontaktieren, die den Mann identifizieren kann: Eine Frau namens Isabella (Mathilda May). Doch an sie gelangt man nur über einen ehemaligen IRA-Terroristen, der im Gefängnis sitzt und auf den Namen Mulqueen (Richard Gere) hört.
So führen beide Seiten ihre Arbeiten und Untersuchungen durch. Während der Killer genaueste Vorbereitungen unternimmt, Waffen einschiffen lässt, schwule Anwälte ausnimmt und gierige Geschäftspartner über den Haufen schiesst, eröffnet Mulqueen schliesslich, dass er selber den Killer auch kennen könnte. Damit macht er sich zum Partner der Ermittlungen, die das Ziel haben, einen Attentäter zu stellen, der seit über 20 Jahren keinen Fehler gemacht hat. Ausserdem treibt ihn die persönliche Vendetta an, denn Mulqueen und The Jackal verbindet ein einschneidendes Erlebnis.
DVD-Rating
Frederik Forsyth schrieb 1971 die Geschichte eines Attentäters und dessen Arbeit. Das Buch wurde zum Welterfolg und bereits 1973 unter dem Titel The Day of the Jackal zum ersten Mal verfilmt. 1997 kam mit The Jackal das Hollywood-Remake, in dem sich Bruce Willis und Richard Gere gegenüberstehen, und das mit der Originalgeschichte leider nicht mehr allzu viel gemeinsam hat.
Bis zum ersten Aufeinandertreffen der beiden bekannten Stars dauert's dann auch über eine Stunde. Wir sehen die Vorbereitungen des Killers (spannend: Jack Black in einer kleinen Rolle) und die Bemühungen der "guten" Seite, einen ehemaligen Verbrecher ins Team zu holen. Hier bekommt der Film zum ersten Mal Schwierigkeiten, denn so sehr Richard Gere auch der Frauenverführer ist, als Actionheld und Terrorist ist er total fehl besetzt. Das hat wohl auch Bruce Willis zu spüren bekommen, denn die beiden Darsteller hätten sich nach dem Film darauf geeinigt, nicht mehr zusammenzuarbeiten...
Die Story, auch wenn sie mit der Originalgeschichte nicht mehr viel zu tun hat, kommt anfänglich recht spannend, interessant und sehr gut inszeniert daher. Vor allem die Vorbereitungen des Killers, seine Verkleidungen und seine Vorgehensweise machen Spass und überbieten die mühseligen Versuche des FBI, ein bisschen Hintergrund in die Geschichte zu bringen. Jedoch spätestens wenn das grosse Finale ansteht, merkt auch der letzte Zuschauer, dass sie dieses total versaut haben. Das passt nicht zum Aufbau des Films und interessiert schlussenldich auch nicht mehr gross, weil unter anderem der Nervfaktor von Richard Gere beinahe unerträglich geworden ist. Seine Verwandlung vom angeblichen Hochsicherheitsrisiko zum netten Iren, dem man auch gerne mal eine Waffe in die Hand drückt, ist lachhaft und unglaubwürdig.
Fazit: The Jackal startet stark, lässt dann aber in den letzten Minuten ebenso stark nach. Aus einer richtig spannenden Geschichte wurde ein typischer Hollywood-Actionfilm gemacht, der sich schlussendlich nicht gross von anderen Produktionen unterscheidet. Einzig Bruce Willis und seine Verkörperung des eiskalten Killers heben den Film aus der Masse hervor. Schade, die Originalverfilmung war besser. Und die war schon nicht so gut wie das Buch....
Erfreuliches gibts dafür von der DVD-Ausstattung zu berichten. Zahlreiche Interviews, ein ausführliches Making-Of und sogar "Spoofs" (Filmfehler) wurden da draufgepackt. Zusätzlich kriegt man in einem kleinen Featurette zu sehen, in welche Verkleidungen The Jackal immer wieder schlüpft. Das alles natürlich in Kurzfassung. Das alternative Ende ist unnötig und die Produktionsnotizen kommen auf Texttafeln.
Technisch macht die DVD ebenfalls einen überraschend guten Eindruck. Der Ton ist klar und deutlich zu hören und beansprucht die heimischen Boxen bei den lauten Szenen schon ein bisschen. Das Bild kann sich auch sehen lassen, auch wenn der Film teilweise einen sehr dunklen Eindruck macht.
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3.3 Sterne (42 Bewertungen) | 6 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 02.03.1999
- Bildformat: 2.35:1 (anamorph 16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Deutsch (DTS 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Making-Of, Deleted Scenes, Alternatives Ende, Interviews, Trailers, Castinfos, Produktonsnotizen, Die vielen Gesichter des Schakals, Goofs



