The Game (1997)

The Game - Das Geschenk seines Lebens

The Game (1997) The Game - Das Geschenk seines Lebens

Oder: Alles nur ein Spiel?

Nicholas Van Orton (Michael Douglas) ist ein Workaholic der krasseren Sorte. Er lebt ausschliesslich für die Arbeit, pflegt weder Hobbies noch irgendwelche Freundschaften. Auf gut deutsch: Er ist ein eiskalter, arroganter und einsamer Mensch, den sogar seine Frau verlassen hat. Allerdings ist er steinreich und kann sich somit alles andere kaufen.

The Game

Ich steh Kopf!

Da kommt wieder einmal Nicholas Geburtstag. Während Nicholas an den Selbstmord von seinem Vater vor 20 Jahren erinnert wird, überlegte sich sein Bruder (Sean Penn) was man jemandem schenkt, der schon alles hat. Er schenkt ihm eine Einladung zu seinem so genannten "Spiel des Lebens". Ein mysteriöses Game, welches, wie Nicholas später erfährt, ganz speziell auf ihn zugeschnitten wird nach seiner psychischen Belastbarkeit und seinem Durchhaltewillen. Als er jedoch nach einer intensiven Testserie eine Absage erhält, er sei nicht belastbar genug, ist er stinksauer und beschliesst alles zu vergessen und wendet sich seinem Alltag zu.

The Game

Hiessen die früher nicht anders?

Doch bevor er es merkt, ist er mitten im Spiel. Erst vermutet er es nicht doch bald merkt er, dass gewisse Sachen einfach nicht stimmen. Neue Mitglieder im Nicholas' Stammclub erzählen von einem Spiel, das ihr Leben verändert hat, Schlüssel die nirgendwo passen tauchen auf. Nach und nach fällt seine heile Welt in sich zusammen, er wird von der Polizei gejagt, seine Konten sind leer und Drogen und Hardcore Videos finden sich in seinem Hotelzimmer. Wie es aussieht, ist es bereits zu spät, der Strudel der Gewalt droht ihm ans Leben zu gehen und er beginnt nach den Schuldigen zu suchen, die scheinbar überall und doch nicht aufzufinden sind.


DVD-Rating

David Fincher, der Verantwortliche für den Tiefpunkt der Alien-Serie und Perlen wie Sieben und Fight Club zeichnet sich auch für The Game verantwortlich. Seine Filme haben immer einen enorm düsteren und beklemmenden Look. Das zieht er auch bei diesem durch. Was anfänglich als normaler Film beginnt, wird immer mehr zu einer unaufhaltbaren Achterbahnfahrt mit vielen unberechenbaren und überraschenden Wendungen, dass einem der Atem stocken bleibt.

Irgendwie erinnerte mich das ganze etwas an die Nightmare on Elm Street Horrorserie, wo die Realität zwischendurch nahtlos in die Traumwelt übergeht. So geht es auch hier. Nicholas ist plötzlich in einer Position, wo er keine Ahnung hat, wem er vertrauen kann, was jetzt real und was gefälscht ist. Das ist auch der Reiz am Film. Immer diese Ungewissheit. Das Tappen im dunkeln. was geschieht jetzt als nächstes und wer steckt wirklich dahinter? Wie spielt man ein Spiel, von dem man die Regeln nicht kennt und man keine Ahnung hat, was ist echt und was ist ein Fake.

Zum Film selber. Die Kameraführung betont die teilweise recht beklemmende Atmosphäre, welche noch unterstrichen wird von dem düsteren Soundtrack. Die Schauspieler, welche bis auf Sean Penn und Michael Douglas eher unbekannt sind, machen durchgehend eine gute Arbeit und keiner fällt negativ auf. Douglas spielt den arroganten Geschäftsmann sehr souverän und überzeugt auch, als er beinahe vor dem Kollaps steht.

Einige Details stören jedoch, wenn das ganze ein Spiel ist, wie kann dann die Sicherheit des Spielers gewährleistet werden. Nicholas ist wohl eher ein harter Brocken, denn sie schrauben den Schwierigkeitsgrad recht hoch, und bei Autoverfolgungsjagten kann man leicht sterben. Bei den Schiessereien ebenso, welche nun mal auch Löcher in Wände schlagen und Scheiben zerstören, wie wissen sie, dass sie den Spieler nicht treffen? Das und der etwas überrissene Schluss verderben dem Film auch die Höchstwertung, verdirbt aber die Spannung nicht im Geringsten.

Fazit: Ein genial aufgebauter und an vielen Stellen ausgezeichnet choreographierter Thriller, der seine grossen Adjektive verdient hat. Anfänglich ist der Film etwas träge, doch wenn das Game nach etwa 40 Minuten beginnt, bleibt es auf Vollgas bis zum Schluss. Trotz gibt es aber noch viel zu diskutieren und erst beim zweiten oder sogar beim dritten Mal anschauen richtig durchschaut werden kann. Allen zu empfehlen, die gerne anspruchsvolle Filme anschauen.

Die DVD kommt für den genialen Film recht mager daher und ist mit keinerlei Special Features ausgestattet. Das Bild klar und der Ton gut abgemischt.

4.6 Sterne 2.0 Sterne
4.6 Sterne (76 Bewertungen) | 33 Kommentare

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04.03.2006 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 21.04.2006

  • Bildformat: 2.35:1 (anamorphic Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1); Spanisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Englisch, Deutsch, beides auch für Hörgeschädigte
  • Extras: Keine