Amistad (1997)

Amistad - Das Sklavenschiff

Amistad (1997) Amistad - Das Sklavenschiff

Oder: Sklaven oder Menschen?

Amistad

Nagel der Hoffnung?

Mitte des 19. Jahrhunderts: Ein Sklavenschiff ist unterwegs im Atlantik. Einer der Gefangenen, die angekettet im Schiffsbauch die strapaziöse Reise unter unmenschlichsten Umständen zubringen müssen, viele davon sterben vor Schwäche oder Krankheiten, kann sich eines Nachts befreien. Die Sklaven bringen das Schiff schliesslich gewaltsam ihre Hände und versuchen ihre Heimat zu erreichen. Doch das Schiff wird von einem amerikanischen Militärschiff aufgebracht, die Sklaven des Mordes an der Schiffsbesatzung angeklagt.

Amistad

Unser Nationalrat anno dazumal?

Der junge Anwalt Baldwin (Matthew McConaughey) nimmt sich des Falls an. Aber ausser sprachlichen Problemen in der Verständigung mit den Angeklagten, werden dem Juristen von allen Seiten Steine in den Weg gelegt. Er braucht Hilfe auf höchster Ebene und kann den ehemaligen Präsidenten John Quincy Adams (Anthony Hopkins) für seine Sache gewinnen. Adams zieht den Fall vor das höchste Gericht der Vereinigten Staaten, wo er auf das Grundrecht aller Menschen plädiert: Freiheit. Es beginnt ein Justizfall, der bei einem Freispruch die Grundpfeiler eines ganzen Systems erschüttern könnte.


DVD-Rating

Amistad entstand, wenn auch vier Jahre später, in der Phase nach Schindler's List, in der menschlich und politisch grundsätzliche und tatsächlich geschehene Ereignisse für Steven Spielbergs Filmarbeit immer wichtiger wurde. Jurassic Park: The Lost World, im gleichen Jahr wie Amistad entstanden war nur ein kurzer (und nicht unbedingt gelungener) Abstecher zurück in den Unterhaltungsbereich. Danach folgte Saving Private Ryan.

Amistad aber ist der schwächste dieses Realo-Trios. Spielberg übertreibt es mit überemotionaler Dramatik und ziemlich weit ausholenden Gestiken. Gerade die Besetzung von Cinque mit Djimon Hounsou, dem "Anführer" der Sklaven, ist irgendwie nicht so richtig geraten, wobei ich das weniger dem Schauspieler zuschreibe als vielmehr der etwas überbordenden Regie Spielbergs. Auch Matthew McConaughey ist nicht nur mit dem hohen Hut und steifem Kragen überfordert. Umso genüsslicher ist es Anthony Hopkins in seiner Rolle als Altpräsident Adams zuzuschauen, der Höhepunkt des Films.

Er ist der einzige hier, der auf der Höhe seines Leistungsvermögens scheint. Selbst John Williams Musik scheint oft arg gewollt und bemüht und Janusz Kaminskis Mischung aus satten Farbkontrasten und seiner Kombination aus weichen und harten, dokumentarischen Bildern, scheint zu viel des Guten. Schön gemacht, aber irgendwie an so manchen Stellen vorbeirealisiert.

Einer der schwächsten Spielberg-Filme aus der Phase als das einstige Wunderkind Hollywoods endgültig "erwachsen" wurde.

Extras: Wie gewohnt bei Spielberg-Filmen gibt es keinen Audiokommentar. Aber auch sonst bietet die DVD ausser einem kurzen Blick hinter die Kulissen nichts. Umso besser die technische Seite der Disc: Das Bild dieser 2006er DVD ist hervorragend. Wunderschöne Farbsättigung, gelungene Schwarzbereiche und tolles Detailreichtum. Die Tonspur ist ebenfalls beeindruckend. Klare, ruhige Momente, schöne, wohltemperierte Ambientsounds und knackige Bässe, wo es nötig ist (Kanonenfeuer etc.).

4.0 Sterne 3.8 Sterne
4.0 Sterne (28 Bewertungen) | 0 Kommentare

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28.03.2007 / pb


DVD-Infos

DVD erschienen am 22.01.2001

  • Bildformat: 16:9
  • Sprachen: Englisch, Deutsch (DD 5.1)
  • Untertitel: Englisch, Deutsch, Niederländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch
  • Extras: Hinter den Kulissen (Kurzfeature); Trailer