Alien: Resurrection (1997)

Alien - Die Wiedergeburt

Alien: Resurrection (1997) Alien - Die Wiedergeburt

Oder: A Frenchman in L.A.

Alien: Resurrection

Riplalien

Ein durchmischtes Grüppchen von Weltraumpiraten, die auf dem Graumarkt aktiv sind, dockt mit ihrem Cargo-Schiff "Betty" an eine Forschungsstation an, um ihre Beute loszuwerden. Nach dem Verkauf der Ware gönnen sie sich eine kleine Pause an Bord und lernen dabei die geklonte Ripley kennen. Die Wissenschaftler haben es nach mehreren erfolglosen Versuchen geschafft aus dem Genom der verstorbenen Ripley eine neue Wirtin für das Alien zu erschaffen, um Exemplare des bösartigen Biests aus ihr herauszuoperieren. Beim Klonen haben sich Ripleys Gene mit dem Erbmaterial des Aliens vermischt und sie hat nun übermenschliche Fähigkeiten.

Alien: Resurrection

Geschwisterliebe...

Es kommt wie es kommen muss. Die Aliens brechen aus ihrem Käfig aus und beginnen das Schiff zu terrorisieren. Die Apokalypse droht, da die Forschungsstation durch die Störungen an Bord automatisch auf Kurs zurück zur Erde gebracht wurde. Werden die Aliens vernichtet werden können, bevor sie auf der Erde noch grösseren Schaden anrichten? Und was treibt Ripley mit ihren neuen Verwandten im Keller?


DVD-Rating

Man war sich allgemein einig, das Alien³ nicht der würdige Abschluss der Alien-Reihe sein konnte und man schickte sich deshalb fünf Jahre danach an, es nochmals zu versuchen. Verschiedene Regisseure wurden in Betracht gezogen, der Franchise neues Leben einzuhauchen. Nachdem der Brite Danny Boyle (Trainspotting) abgesagt hat, gelang es, den Franzosen Jean-Pierre Jeunet nach Hollywood zu locken. Die Stimmung in seinem La Cité des Enfants Perdus entsprach dem Gusto der Herren in Hollywood, wie eine vierter Teil auszusehen habe. Jeunet scheint seine Zeit in Hollywood sehr genossen zu haben. "Arthouse meets Alien" ist trotz aller Vorbehalte, die ein solche Affiche zuerst weckt, ein guter Film. "Old Europe in Space" funktioniert.

Die Figuren sind zwar schablonenhaft, aber trotzdem gmögige Charaktere. Da wäre der lange Ron Perlman als griesgrämig-gutmütiger Riese, der Jeunet Habitué Dominique Pinon im Rollstuhl, unsere rehäugige Lieblingskleptomanin Winona Ryder, die verdächtig viel über die Aliens weiss, und die leider weitgehend unbekannte Kim Flowers, die sicher den Preis für die "most sexy" Darstellerin der ganzen Serie bekommen würde. Alle werden überstrahlt von Sigourney Weaver als "Riplealien", die es sichtlich geniesst, wieder in ihre bekannteste Rolle zu schlüpfen. Das Drehbuch lässt die Darsteller in ihrer Spielfreude mit catchy Bonmots miteinander kommunizieren, womit auch der moderne Actionfilmgucker auf seine Kosten kommt.

Desweiteren strotzt der Kosmos von Jeunet vor kurligen Ideen: Ein Hauchen genügt als "Sesam öffne Dich", um Zugang zu den geheimsten Kammern zu gewähren. Raumschiffe sind nicht nur rollstuhlgängig, sondern bieten auch den gläubigen Christen Zuflucht. Whiskey wird in Kubikzentimetern ausgeschenkt. Eine schöne Neue Welt, in die uns Jeunet da führt. Natürlich darf da der Zeigefinger, dass Klonen ganz böse Folgen hat, nicht fehlen. Diese Szenen sind aber eher störend und dauern auch viel zu lange.

Dafür machen die Aliens in Alien: Resurrection umso mehr Spass. Nie sahen die Biester besser aus. Schwarz wie die Nacht schnurren sie wie Raubkatzen und schleimen in ihrer ganzen Pracht sichtbar in den Glaskäfigen. Schwimmen können sie übrigens auch, wie atemberaubenden Unterwasseraufnahmen zeigen.

Wenn doch da nur nicht der Nachwuchs wäre, der durch die verschieden Kreuzungen human-extraterrestrischer Art entstanden ist. Gegen Ende des Films taucht doch tatsächlich das dümmlichste Monster aller Zeiten auf. Ein milchiges Baby mit wehleidigen Äuglein und einer Wackelnase, das aussieht, als sei ein Totenkopf besamt worden. Das Ding ist noch hässlicher als der Predator, gegen den das Alien im nächsten Film antreten muss. Was uns Alien vs. Predator bringen wird, werden wir aber erst im Sommer 2004 erfahren.

Auch hier bietet die DVD aus der Alien Qudrilogie eine verlängerte Fassung, die Jeunet aber nicht Director's Cut nennen möchte. Sie bringt die Überlebenden der "Betty" zurück auf die Erde, ist ein bisschen schlüpfriger in den Dialogen und hat einen witzigen Vorspann.

Einen genauen Vergleich der beiden Fassungen bietet die im deutschen Sprachraum in diesen Dingen führende Webseite www.schnittberichte.com.

3.7 Sterne 6.0 Sterne
3.7 Sterne (79 Bewertungen) | 7 Kommentare

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13.02.2004 / rm


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 17.11.2003

  • Bildformat: 2,35:1 (anamorphic Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1
  • Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
  • Extras: Audiokommentare, mehrstündiges Making-of, Deleted Scenes