Katzendiebe (1996)
Katzendiebe (1996)
Oder: Pussylover made in Switzerland
Fredi Rüegg (Beat Schlatter) hat eine Geldquelle angezapft, die zwar moralisch verwerfbar ist, aber ihm immerhin "Stutz" bringt. Er bringt entlaufene Katzen wieder zu ihren Besitzern zurück. Katzen, die er nicht selten vorher selber entwendet hat. Er wohnt in einer Garage, in ders nach Katzenpisse stinkt und hat sich damit abgefunden, dass sein Leben wohl keine grossen Sprünge mehr machen wird.
Sein Kumpel Alain (Patrick Frey) hingegen hat andere Sorgen. Er ist pleite, geschieden und versucht vor seiner Tochter den Eindruck eines erfolgreichen Geschäftsmannes zu bewahren. Im Anzug trifft er sie jeweils und erfährt, dass sie und ihre Mädchen-Rockband bald ihren grossen Auftritt vor Livepublikum haben. Dummerweise müssen die Mädels das Probelokal wechseln und die Instrumente irgendwo unterstellen. Papa Alain bietet sich natürlich an, erzählt von seinem Geschäftswagen und versucht so, die Zuneigung seiner Tochter zu gewinnen.
Die Instrumente sind verpackt, der Lieferwagen ist in Fahrt und da krachts auch schon. Auffahrunfall. Mercedes. Russen.... Was heisst das? Genau! Trouble! Die beiden russischen Männer wollen Kohle für das beschädigte Auto. Und genau das können unsere zwei Schweizer nicht bieten. Drum wird der Lieferwagen, mitsamt der Instrumente, in Gewahrsam genommen. Für "nur" 1'500.—Franken kriegen sie ihn wieder. Doch woher sollen Fredi und Alain das Geld nehmen?
Die Idee ist gefährlich, aufwändig und heikel. Die Heilerkatze "Diana" soll entführt werden. Denn deren Besitzerin wird sicherlich den fehlenden Betrag zahlen. Denn "Diana" ist etwas spezielles. Der Coup wird geplant.....
Katzenliebe, Menschenliebe, Bäumchen-wechsel-Dich, "Sauhünd", plappernde Angestellte im Tierladen (Strähl Roland Wiesnekker) und noch viel mehr kommt nun auf unsere zwei Hobbyräuber zu. Und zu allem Übel steht das Konzert von Alains Tochter ebenfalls kurz vor der Tür. Doch ohne Instrumente wird's schwierig.....
DVD-Rating
1996 kannte man Beat Schlatter und Patrick Frey als Teile des "Cabaret Götterspass", die auf den verschiedenen Bühnen der Schweiz ihr Programm präsentierten und von denen sogar auch im TV schon einiges zu sehen war. Katzendiebe war ein Projekt der beiden, welches sie erstmals auf die Kinoleinwand brachte und sich mit über 100'000 Zuschauern respektabel in der Hitliste behaupten konnte.
Das Positive am Film ist sicherlich die Tatsache, dass die beiden Darsteller es schaffen, Charaktere auf die Leinwand zu bringen, die man so damals noch nicht gesehen hatte. Typischer Schweizer Humor, Fluchwörter wie "Schafsekel", bekannte Szenen und ein paar Witze, die wirklich lustig sind. Damit versucht man einen Film von knapp 90 Minuten zu füllen, was natürlich nicht so recht gelingen mag. Die ersten paar Minuten sind lustig, dann kommt ein (leider längerer) Abschnitt zum gähnen und gegen Ende läuft alles auf das obligate Finish zusammen. Hätte man versucht, die Frische und den Witz der ersten (ca.) halben Stunde beizubehalten, wäre aus Katzendiebe ein richtig geiler Film geworden. Aber spätestens als Romantik, Schmusibusi und Bettszenen zu sehen sind, hats mir leider abgelöscht. So gerne ich ja einen Patrick Frey als Komiker in den verschiedenen TV-Sendungen sehe, aber als Lover kommt er weiss Gott schlecht rüber.
Der Film steht und fällt natürlich mit den Hauptdarstellern. Und wer diese beiden gerne sieht, der wird auch hier fast keinen negativen Punkt finden. Wer sich aber etwas kritischer an solche vermeintlichen "Klassiker des Schweizer Films" heranmacht, der wird merken, dass dem Film bald mal der Schnauf ausgeht. Allerdings wurde ich immerhin besser unterhalten als zum Beispiel mit Ferienfieber oder dem leider aus meiner Sicht ungenügenden Komiker. (Und an Exklusiv oder Strähl kommt er sowieso nicht ran. Aber das nur mal kurz erwähnt...)
Fazit: Katzendiebe hätte das Potential gehabt, ein richtig lustiger Film zu werden, wurde dann aber leider in eine Richtung gedrängt, die mir nicht so schaurig gefällt. Witzig ist allerdings immer wieder, wie sich die Darsteller verändert haben. Wo wir oben schon kurz Strähl erwähnt haben, so sei kurz erwähnt, dass der Hauptdarsteller dieses Langstrassenkrimis hier eine kleine Rolle als Verkäufer in einem Tierladen hat und fast nicht wieder zu erkennen ist. Ansonsten reicht das Fazit, dass es die Schweizer scheinbar einfach nicht (mehr) schaffen, gute Komödien zu produzieren.
Als Extra-Feature wurde der Trailer auf die DVD gepresst. Das wars dann auch schon. Tonmässig ist alles im grünen Bereich, auch wenn natürlich keine grossartigen Sachen erwartet werden dürfen. Das Bild war auch ruckelfrei und klar.
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2.5 Sterne (7 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 11.04.2005
- Bildformat: 1.66:1
- Sprachen: Schwyzerdütsch (Dolby 2.0)
- Untertitel: Deutsch, Französisch
- Extras: Trailer




