Independence Day (1996)
Independence Day (1996)
Oder: Aliens scheren sich nicht um unsere Feiertage
Eine SETI-Station irgendwo in Amerika. Die Mitarbeiter sind am Golfen und haben sich auf eine der üblichen ruhigen Nächte eingestellt, in denen nichts geschieht. Diesmal jedoch nicht: Plötzlich klicken die Apparate, und es ertönt ein Funkspruch aus den Boxen, welcher klar nicht von der Erde stammt. Erste Kalkulationen ergeben, dass dies jedoch keine Kommunikation aus den Weiten des Weltraums ist, sondern von einer Entfernung gesendet wird, welche exakt der Distanz zwischen der Erde und dem Mond entspricht. Sofort richtet das Militär ihre Satelliten auf den Ursprung des Funkspruches aus und versucht, mit Infrarotkameras ein Bild von dessen Ursprung zu schiessen. Dies gelingt ihnen auch, und schon bald können die Generäle dem Präsidenten der vereinigten Staaten die Aufnahme eines gigantischen Mutterschiffes abliefern. Doch bevor überhaupt Aufregung aufkommen kann, warum und weshalb die ausserirdischen Besucher zur Erde gekommen sind, haben sich bereits mehrere kleine Objekte vom Mutterschiff abgespalten und Kurs auf die Erde genommen.
Während sich die Welt noch in ihrem Alltagstrott befindet und von alldem nichts ahnt, werden erst an vereinzelten Stellen eigenartige Himmelsphänomene gesehen und dann immer mehr. Wenige Stunden, nachdem die Botschaft aus dem All die Erde erreicht hatte, haben sich bereits gigantische, kreisrunde Raumschiffe, die über einen Durchmesser von mehreren Kilometern verfügen, über den Hauptstädten positioniert und verursachen unkontrollierbare Panik. Zur selben Zeit hat David Levinson (Jeff Goldblum) - ein Techniker eines TV-Senders - innerhalb des Satellitensystems ein Signal entdeckt, das von Stunde zu Stunde schwächer und bald ganz verschwunden sein wird. Er schliesst auf einen Countdown und macht sich sofort auf, seine geschiedene Ehefrau Conny (Margaret Colin) zu informieren, welche für Präsident Whitmore (Bill Pullman) arbeitet. Wird David den Präsidenten noch rechtzeitig warnen können, bevor der Countdown ganz abgelaufen ist? Ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen die mögliche Ausrottung der Menscheit beginnt.
DVD-Rating
Der deutsche Regisseur Roland Emmerich hat bereits mit Stargate bewiesen, dass er ein glückliches Händchen für Sci-Fi-Filme hat. Trotz einiger Mängel hat er den Grundstein für eine ganze Saga gelegt, die in mehreren TV-Serien fortgesetzt wurde. In seinem nächsten Film, Independence Day, blieb er dem Genre treu und lieferte aufs Neue einen Megahit ab, der als eine der grössten Materialschlachten der 90er in die Geschichte einging.
Im gleichen Stil wie Michael Bay in Armageddon beginnt Emmerich bei Independence Day mit einer ausführlichen Vorstellung der verschiedenen Charaktere und deren Alltag. Diese fallen genau so vielseitig wie gelungen aus und sind auch entsprechend passend besetzt. Mit einer Laufzeit von 147 Minuten hat Independence Day die Möglichkeit, alle Storylines sauber zu erzählen, zusammen zu führen und eine entsprechende Entwicklung der Charaktere aufzuzeigen. Da aber soviel Handlungsstränge erzählt werden müssen, führt dies zu einer Überlänge und auch dazu, dass Independence Day sehr langsam vorankommt und viel von seiner Intensität einbüsst die er hätte entwickeln können. Doch dafür wird eine gute Geschichte erzählt, die sehr ausgeglichen von mehreren Figuren aus mehreren Perspektiven erzählt wird.
Negative Punkte finden sich in der Überlänge, den vielen kleinen Produktionsfehlern - über die ein aufmerksamer Zuschauer regelmässig schmunzeln muss - und wie üblich bei solchen Katastrophen-Blockbustern, im Bereich Realismus. Die grössten Schnitzer sind jedoch in der Handlung und dem Storymässig schon beinahe kultig-lächerlichen Finale zu finden: "Laden wir ein Virus ins Mutterschiff, das schaltet die Schutzschilder aus!" Ein Joke, der seither in unzähligen Filmen parodiert und zitiert wurde. Ein anderer Punkt, der von vielen - vor allen Nicht-Amerikanern - beanstandet wurde, ist der schon beinahe penetrante Patriotismus, der an manchen Stellen selbst toleranten Kinogängern auf die Nerven geht. Ansonsten ist Independence Day klar ein Katastrophenfilm in einer epischen Grösse, der selbst heute noch zeitlos wirkt und visuell grossartiges Material liefert.
Fazit: Independence Day gehört ohne Frage zu einem der grössten Sci-Fi Spektakeln der 90er Jahre und hat dort auch seinen Platz verdient. Mit gut gecasteten und ausgewogen gezeichneten Charakteren wird mit spektakulären Bildern eine Geschichte erzählt, welche vom totalen Verlust bis hin zum finalen Gegenschlag alle Gefühle durchleben lässt und ein visuell und actionmässig genau so spektakuläres, wie intensives Finale bietet. Witzige Dialoge und sympathische Schauspieler runden das Paket ab. Trotz einigen Minuspunkten in Sachen Patriotismus und Realismus ist Independence Day grosses Kino, um das wohl kein Sci-Fi Fan herumkommt.
Die DVD bietet den Film in einer Extended-Version, bei der die Kinoversion um einige zusätzliche Szenen erweitert worden ist und die verschiedenen Figuren noch mehr vertieft werden. Die Qualität des Bildes lässt jedoch stark zu wünschen übrig. Obwohl das Bild sauber ist, ist es doch sehr unscharf für eine DVD, was sich vor allem bei grösseren Bildschirmen zeigt. Der Ton ist aber über alle Zweifel erhaben und zeigt vor allem in den Actionsequenzen seine Stärken. Das Bonusmaterial fällt in dieser Special Edition sehr umfassend aus: Neben Trailern und einem alternativen Ende gibt es vor allem drei zentrale Dokumentationen, welche alle umfassende Making Ofs mit Interviews und Behind the Scenes Aufnahmen sind, jedoch verschiedene Elemente behandeln. Sei es jetzt Special Effekte, Miniaturen oder eben die wichtigen Explosionen - alle werden behandelt und auch gut dokumentiert. Sehr gutes Material und auf jeden Fall einen Blick wert.
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3.9 Sterne (76 Bewertungen) | 7 Kommentare
DVD-Infos
Special Edition, erschienen am 17.11.2000
- Bildformat: Widescreen 2.35:1 ( INFO ) (Anamorphisch)
- Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, English: Dolby Digital 2.0 (Stereo)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Spanisch
- Extras: DVD1 Der Film ist ca. 9 Minuten länger als die ursprüngliche VHS-Version, Audio-Kommentar von Roland Emmerich (Regie) und Produzent Dean Devlin, DVD 2: Alternatives Ende mit Doppeldecker-Sequenz (Zerstörungssequenz), Special Creating Reality/Erschaffung der Realität: ca. 30 Minuten Making Of-Dokumentation, ID4 INVASION: 22 Minuten Mock-Commentary, ID4 TV-Special HBO FIRST LOOK, Storyboard, Original-Artwork, Set-Shots, Trailer



