Species (1995)
Species (1995)
Oder: That usually doesn't happen to me...
Seit vielen Jahren sendet das SETI (Search for Extra Terrestrial Intelligence) Signale in den Weltraum. Vor einiger Zeit erhielten sie zum ersten Mal eine Antwort, welche unter anderem eine DNA-Sequenz enthielt. Die Wissenschaftler waren überzeugt, dass es sich dabei um eine freundliche ausserirdische Intelligenz handelte und klonten mit dieser DNA den ersten Alien/Mensch-Hybrid und nannten ihn Sil (Natasha Henstridge). Als schliesslich der Entscheid gefällt wurde, dass das Projekt terminiert wird und Sil vergast werden soll, bricht sie aus ihrem Gefängnis aus und flieht. Mit übermenschlichen Kräften ausgestattet, erreicht Sil ohne Probleme einen vorbeifahrenden Zug und kann so den anrückenden Soldaten entkommen.
Sofort wird beschlossen, dass Sil mit allen möglichen Mitteln ausgeschaltet werden soll. Also stellt der Versuchsleiter Fitch (Ben Kingsley) ein Spezialistenteam zusammen, welches die Kreatur ausschalten soll. Dieses besteht aus der Wissenschaftlerin Laura Baker (Marg Helgenberger), dem Empathen Dan Smithson (Forest Whitaker), dem Spezialisten für interkulturelle Kommunikation Stephen Arden (Alfred Molina) und dem Kopfjäger Preston Lennox (Michael Madsen). Die Leichen, welche Sil auf ihrer Flucht hinterlässt, führen das Greiferkommando schliesslich nach LA - der Stadt der uneingeschränkten Möglichkeiten - und ein Grossstadtdschungel, in dem sich die hochintelligente Sil ohne aufzufallen bewegen kann. Können Fitch und sein Team Sil aufhalten, bevor ihr die Paarung gelingt und sie die Erde mit einem völlig neuen Raubtier überschwemmt, welches ohne weiteres den Menschen verdrängen kann?
DVD-Rating
In der Filmwelt gibt es wenige Monster, die sich wirklich etabliert und zu Kultmonstern entwickelt haben. Alien ist eines, Predator ein anderes und Sil - die kleine Schwester von Alien - gehört dazu. Sil wurde, wie auch das Alien, vom Schweizer Künstler H.R. Giger geschaffen und löste bis heute drei weitere Sequels aus. Obwohl dem Film nachgesagt wird, dass er einfach auf der Akte-X Welle mitreiten wollte und nur als gut betrachtet wird, weil eine riesige Marketingmaschine dahinter steckt, kann ich keiner der beiden Aussagen zustimmen. Species mag lange nicht die Qualität eines Alien erreichen. Doch schlecht ist er deswegen noch lange nicht.
Nachdem man den hässlichen Titel ertragen hat, der dem Zuschauer ins Gesicht gedrückt wird, geht es bereits spannungsgeladen los. In einem Labor entkommt ein harmlos-herzig aussehendes Mädchen dem Vergasungstod und bringt auf der Flucht einen erwachsenen Mann um. Kurz darauf ist das Spezialistenteam zusammengestellt und die Jagd auf das Monster kann beginnen. So muss ein Filmanfang sein: kurz und prägnant. Die Details werden auf dem Weg erzählt und durch den Kopfjäger Michael Madsen gekonnt auf den Punkt gebracht. Das Greiferkommando entspricht zwar den üblichen Stereotypen, dank den guten Schauspielern stören die Klischees aber kaum und man nimmt ihnen die Rollen absolut ab.
Wie schon beim Design von den Alien hat H.R. Giger Sil seine unverkennbare Signatur aufgedrückt und ein elegant-erotisches Monster in Frauengestalt erschaffen. Xeno-Erotik wird der Stil bezeichnet und trifft bei Species genau ins Schwarze. Schliesslich geht es primär darum, dass sich Sil - gespielt vom Model Natasha Henstridge - mit einem Mann paaren will. Dafür eignen sich Gigers Visionen, welche dieses Thema immer unterschwellig eingebaut haben, perfekt. Das Casting von Henstridge, als das Monster, ist wohl nur mit ihren optischen Reizen zu erklären. Doch da das Alien sowieso primär instinktiv durch die Welt läuft und dabei viel nackte Haut zeigt, muss die erotische, grossgewachsene blonde Schönheit auch nicht gross schauspielern.
Species ist kein Film der vielen Überraschungen, intelligenten Einfällen oder ausgeklügelten Handlungstwists. Während Sil in Los Angeles entschlossen ihre Ziele verfolgt, rennt das Greiferkommando nach dem Hänsel-und-Gretel-Prinzip den Leichen nach, welche Sil dabei hinterlässt. Dies geht linear und zügig vorwärts und steigert sich gegen Ende, sobald Sil mit dem Greiferkommando zu spielen beginnt, zu einem durchaus spannenden Monster-Actionthriller.
Fazit: Im Gegensatz zu den grottigen Sequels hinterlässt Species einen durchaus positiven Eindruck und, obwohl er recht einfach konstruiert ist und kaum überrascht, wurde doch ein weiteres Monster für die Filmgeschichte erschaffen, das seinen Platz auch verdient. Obwohl Species kein Überflieger ist und weit von den Gefilden der Aliens entfernt ist, ist der Film einen Blick wert und kann mit immer steigender Spannung, einem düsteren Monster und gut ausgewählten Schauspielern überzeugen.
Die DVD hingegen spricht deutlicher die B-Movie-Sprache: Neben dem Film, der in einer sehr farblosen und unscharfen Qualität präsentiert wird, wird nichts geboten. Der Käufer wird mit ein paar Trailern, die niemanden interessieren, abgespeist. Wenigstens wird ein Booklet geboten, welches doch noch einige wichtige Hintergrundinformationen bietet. Schade.
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3.3 Sterne (27 Bewertungen) | 4 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 01.01.2004
- Bildformat: Widescreen 2.35:1 Anamorph
- Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1, Spanisch: Dolby Digital 5.1
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Portugiesisch
- Extras: Orginal Kino-Trailer, Trailer zu Species II, 8-seitiges Booklet



