Mortal Kombat (1995)
Mortal Kombat (1995)
Oder: Your Soul is mine!
Einmal in jeder Generation nimmt die Menschheit an einem Kampfturnier gegen die bösartigen Wesen von "Outworld" teil. Der Einsatz ist die Erde und die unheimlichen Viecher haben bereits neunmal das Turnier gewonnen. Sie brauchen nur noch einen Sieg beim sogenannten Mortal Kombat und die Erde würde an sie übergehen.
Für die Menschen gehen vor allem drei Leute ins Rennen. Ein ehemaliger Mönch namens Liu Kang (Robin Shou), dessen Bruder vom bösen Chef des Turniers, Shang Tsung (Carl Hiroyuki Tagawa), getötet wurde. Ein Schauspieler namens Johnny Cage (Linden Ashby), der der Welt beweisen will, dass er ein echter Kämpfer ist und nicht nur ein schauspielerisches Abziehbildchen. Und zu guter Letzt wäre da noch Sonya Blade (bevor sie Pete Sampras geheiratet hat: Bridgette Wilson), welche den Bösewicht Kano (Trevor Goddard) jagt, um ihren ermordeten Partner zu rächen. Sie alle wurden persönlich von einer Gottheit an dieses Turnier eingeladen, die das Schicksal der Menschheit gerne mal auf ein paar einzelne Figuren verteilt. Lord Rayden (Christopher Lambert).
Auf der mystischen Insel angekommen, beginnen die Kämpfe. Und unsere Menschen schlagen sich nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Shang Tsungs Kämpfer wie "Scorpio" oder "Sub-Zero" mit allerlei Gadgets auffahren und den menschlichen Widersachern eigentlich haushoch überlegen sind. Doch mittendrin im Kampfgetümmel entdecken Liu Kang und Anhang die Tochter des ausserirdischen Kaisers. Die schöne Kitana (Talisa Soto) verdreht nicht nur allen Männern den Kopf, sondern ist auch gewillt, sich gegen ihren Vater zu stellen und den Menschen zum Sieg zu verhelfen.
Dumm nur, dass sie die Rechnung ohne Shang Tsung und seine Schergen gemacht haben. Allen voran den Mortal Kombat-Champion Goro, der unüberwindbar zu sein scheint.
DVD-Rating
Viele Filme, in denen Kampfsportarten das Thema sind, wandern heutzutage auf direktem Weg in die Videotheken, wo sie meist ein Dasein fristen, das man niemandem wünscht. Ausser ein paar verzweifelten Fans sieht keiner mehr Prügelfilme. Vor allem, wenn sie inzwischen mit schlechten Spezial-Effekten glänzen und eine Geschichte haben, die man ohne Probleme auf einen Bierdeckel schreiben kann. Das war 1995 noch ganz anders. Die Generation von Konsolenspielern entdeckte Mortal Kombat zwar schon früher und daddelte was das Zeug hielt, doch es sollte Paul W. S. Anderson (Resident Evil, Alien vs. Predator) vorbehalten sein, die verschiedenen Kämpfer der Spielkonsole in einen Actionfilm zu packen und ins Kino zu bringen.
Lange Zeit war Mortal Kombat die an den Kinokassen erfolgreichste Game-Verfilmung. Bis Tomb Raider kam und Angelina Jolie die Viecher von "Outworld" leider vertrieb.
Die Story von Mortal Kombat ist natürlich schnell erzählt. Es wird sich nicht lange mit Blabla aufgehalten, sondern die Szenerie wechselt meist von einem Kampf schnellstmöglich zum Nächsten. In mysthischer Umgebung, am Strand, auf Brücken oder im Wald. Geprügelt wird an jedem Ort. Und wen die menschlichen Charaktere nicht besonders interessieren, der hat an der Auswahl der bösen Gegner genug zu gucken. "Sub-Zero" (der Eiskalte...) oder "Scorpio" (mit Viech in der Hand) sind nur zwei der, inzwischen lustigen, Kämpfer, die in Mortal Kombat zu herrlicher Technomusik den Menschen den Hintern versohlen wollen. Dazu kommt der Prinz ("Goro"), über dessen Animation man heutzutage aber lieber den Mantel des Vergessens legen sollte.
Die "Menschen" beschränken sich, wie erwartet, auf ihre physischen Qualitäten und tragen keine grossartigen schauspielerischen Leistungen vor. Christopher Lambert war damals schon auf dem Weg in die DVD-Regale und landete mit Mortal Kombat seinen letzten grossen Hit an den Kinokassen. In der Neuauflage des Films, 2010 zu erwarten, wird er übrigens wieder als "Lord Rayden" mit von der Partie sein. Bösewicht Carl Hiroyuki Tagawa (mein persönlicher Lieblings-Asiate...) ist Klasse und wird heutzutage leider viel zu wenig eingesetzt. In Memoirs of a Geisha hatte er seine letzte kleine Rolle in einem bekannteren Film, wenn man das Ping-Pong-Spektakel Balls of Fury nicht dazurechnen will.
Robin Shou, damals ein potenzieller Nachfolger der grossen Martial-Arts Helden, verschwand wieder im Niemandsland. Das letzte Mal sah man ihn ganz kurz in DOA: Dead or Alive, wo er von einer Frau verkloppt wurde. Linden Ashby durfte noch ein paar Mal in schlechten Sequels erfolgreicher Filme antreten und Nebenrollen wie in Resident Evil: Extinction sein Gesicht in die Kamera halten. Die Dritte im Bunde, Bridget Wilson, hat, wie erwähnt, Pete Sampras geheiratet und verdient sich inzwischen als TV-Star.
Das bisher geschriebene lässt den Film in einem netten, trashigen Licht dastehen. Wenn man aber die Bewertung anguckt, dann dürften einige ihren Augen nicht trauen. Maximale Sternenanzahl für einen solchen Schrott? Jawohl! Und das mit Stolz. Mortal Kombat gehört zu diesen Filmen, die im Kino so richtig gefetzt haben. Und auch daheim ist der Sound ist geil, die Kämpfe herrlich choreographiert, die Drehorte fantasievoll und die Dialoge peinlich. Das ergibt ein optimales Päckli für einen unbeschwerten Abend vor dem Fernseher. Den Sound aufdrehen, das Popcorn griffbereit und das "Bitte Nicht Stören"-Schild vor die Tür gehängt. Voila, der Spass kann beginnen.
Ja, Mortal Kombat ist einer dieser Filme, die man einfach cool finden muss und bei dem man seinen "Ruf" als anständiger Filmfan aufs Spiel setzt. Aber noch nie hat mich ein Film viermal ins Kino gelockt und auch beim letzten Anschauen noch immer mit Spass und Freude erfüllt. Die DVD hat immense Abnützungserscheinungen und trotzdem. Der Film langweilt auch heute, immerhin fast 13 Jahre nach Erscheinen, kein bisschen.
Fazit: Mindestens einmal sollte jedermann Mortal Kombat gesehen haben, um sich ein eigenes Bild des Films machen zu können. Wir sprechen hier aber nicht von den grottigen Fortsetzungen und der lächerlichen TV-Serie, sondern vom ersten, besten und wahrscheinlich ultimativen Kinofilm, der auf einem Konsolengame basiert. Also, Vorurteile beiseite geschoben und herzlich willkommen in Outworld!
Die Ausstattung der DVD ist praktisch inexistent. Der offizielle Filmtrailer und ein paar weitere von diversen anderen Filmen befinden sich im Menü und sind anklickbar. Leider wurde auf weiteres Bonusmaterial verzichtet. Schade eigentlich, denn zu diesem Film hätte es sicher das eine oder andere interessante Berichtchen gegeben. Technisch ist Mortal Kombat anständig geworden, jedoch ohne gross Bäume aus zu reissen. Der (Techno-)Ton fegt allerdings sauber durch die Boxen und das Bild kann das Alter des Films nicht verheimlichen, was man vor allem in den dunklen Szenen deutlich zu sehen kriegt.
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3.4 Sterne (24 Bewertungen) | 27 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: 1:1.85 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Deutsch (Dolby Surround), Englisch (Dolby Surround)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Trailershow



