Jumanji (1995)

Jumanji (1995)

Oder: Roll the Dice!

Jumanji

Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann

Der kleine Alan Parrish ist 1969 in einem neugierigen Alter. Als er in einer Baustelle ein Spiel findet, muss er es natürlich auspacken und zusammen mit einer Freundin spielen. Jumanji heisst das Würfelspiel, dass sich so geheimnisvoll bemerkbar macht und ganz eigene, spezielle Regeln hat. Das lernt auch Alan kennen, als er ins Spiel gesaugt wird und erst dann wieder befreit werden kann, wenn jemand eine 5 oder eine 8 würfelt.

26 Jahre später ziehen die Waisenkinder Judy (Kirsten Dunst) und Peter (Bradley Pierce) in das alte Parrish-Haus und hören ein komisches Trommelgeräusch aus dem Estrich und stossen auf ein komisches, verstaubtes Spiel, das sie natürlich sofort spielen müssen. Der erste Wurf mit den Würfeln findet statt und plötzlich steht ein Bi-Ba-Butzemann mit langem Bart, komischer Kleidung und total verängstigt im Haus. Alan (Robin Williams) ist zurück!

Jumanji

Scheibenwischer an!

Wer einmal angefangen hat, Jumanji zu spielen, der muss es beenden. So erklärt Alan die Sachlage. Die ehemalige Mitspielerin Sarah (Bonnie Hunt) wird kontaktiert und gemeinsam will man sich dem "Geist" des Spieles stellen. Nicht wissend, dass nach jedem Würfelwurf etwas neues, unerwartetes passieren wird.

Eine Stampede mit Elefanten und Nashörnern, wildgewordene Löwen, Schlingpflanzen, Spinnen oder Erdbeben und Treibsand sind nur die Anfänge von Ereignissen, die sich überschlagen. Die Spielgruppe rennt mehrmals um ihr Leben und versucht, das Spiel zu beenden. Als dann der Grosswildjäger (Jonathan Hyde) auch noch auftaucht und mit dem geladenen Gewehr Jagd auf Alan macht, wird die Situation fast aussichtslos. Denn auch gegen Schummeln hat das Spiel etwas, was Peter am eigenen Leib feststellen muss.


DVD-Rating

Boah, vergesst "Eile mit Weile" oder "Hütchenspiel". Wer richtig was erleben will, der besorgt sich Jumanji und erlebt das Abenteuer seines Lebens. Regisseur Joe Johnston, aus dessen Arbeiten man Hidalgo oder Jurassic Park 3 als Bekannteste rausfiltern kann, nahm sich 1995 diesem Thema des real werdenden Gesellschaftsspiels an und man konnte den damals auf Wolke Sieben schwebenden Robin Williams engagieren, der gerade mit Aladdin und Mrs. Doubtfire an den Kinokassen erfolgreich war. Eine 13-jährige Kirsten Dunst hatte gerade Interview with a Vampire hinter sich und präsentierte sich in einer "normalen" Rolle.

Der Versuch, aus einem Würfelspiel etwas geheimnisvolles und mystisches zu machen, ging an den Kinokassen denn auch glänzend auf und spielte jede Menge Dollar ein. Was damals für Furore sorgte und als technische Meisterleistungen der SFX-Macher betitelt wurde, bringt heute höchstens noch ein Schmunzeln über die Lippen des Zuschauers. Denn Jumanji hat nicht etwa menschliche Höhepunkte, sondern animierte. Die gesamte Tierwelt, die im Film ihre Aufwartung macht, stammt vom Rechner und das sieht man ihr in jeder Sekunde an. Da rennen Elefanten mit einem Affenzahn durch die Gegend, da zirpen die Spinnen und der Löwe ist schlechter animiert, als derjenige aus den Chronicles of Narnia. Zur damaligen Zeit sicherlich überzeugend und unterhaltend, schleppt sich das Ganze heute recht mühsam durch die Zeit.

Die menschlichen Darsteller stehen (natürlich) im Schatten von Robin Williams, der sich einmal wieder mimisch und gestenreich austoben kann. Schon nur sein Grundarsenal an Witz ist immer einen Lacher wert. Doch auch er alleine kann dem Film nicht die Stärke und Intensität verleihen, die nötig wären, um auf ein gutes Niveau zu kommen. Mal schauen, ob sich Zathura, eine Art Jumanji im Weltall, besser schlägt oder ob man einfach nochmals die gleiche Geschichte vorgesetzt bekommt.

Fazit: Jumanji ist unterhaltendes Kino mit vielen (um nicht zu sagen ZU vielen) animierten Viechern und Geschöpfen, denen man ansieht, dass sie auf dem Rechner erschaffen wurden. Die menschlichen Darsteller versuchen ihr bestes, schaffen aber nicht, die Story auf ein gutes Level zu heben, dass auch Über-10-Jährige ihren Spass haben. Die Anspielungen auf Peter Pan (Vater und Feind dieselbe Person) können durchaus hinein interpretiert werden, würden dem Film aber wohl zuviel Kredit geben.

Die DVD kommt ohne filmspezifische Extras aus. Denn auf der vorliegenden Disc sind ausser dem Kommentar der Special-Effects-Leute, "nur" Spiele und Lernsachen drauf. Einmal muss man Fragen zum Film beantworten und spielt das Game somit gleich selber. Beim zweiten Extra wird dem interessierten Zuschauer die gefährliche Tierwelt anhand von Filmausschnitten nähergebracht und beim letzten kann man sogar ein paar "brutale" Zaubertricks lernen. Eigentlich nicht so übel, das ganze, wenns nur ein bisschen mehr auf den Film selber bezogen wäre...

3.7 Sterne 2.0 Sterne
3.7 Sterne (56 Bewertungen) | 1 Kommentar

3.53.5
13.01.2006 / muri


DVD-Infos

Deluxe Edition, erschienen am 07.12.2005

  • Bildformat: 1.85:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1), Französisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Niederländisch, Türkisch, Französisch
  • Extras: Audiokommentar SFX, Secrets + Riddles, Extreme Book of Nature, Ancient Diversions