Halloween VI: The Curse of Michael Myers (1995)
Halloween - Der Fluch des Michael Myers
Halloween VI: The Curse of Michael Myers (1995) Halloween - Der Fluch des Michael Myers
Oder: Warum ist Michael so böse?
Sechs Jahre sind seit dem letzen blutigen Besuch von Michael Myers in Haddonfield vergangen. Damals konnte der Serienkiller zwar von Dr. Loomis (Donald Pleasence) gefangen genommen und der Polizei übergeben werden, doch dann kam ein Mann in Schwarz und hat nicht nur alle Polizisten umgebracht, er hat auch Michael aus seinem Gefängnis befreit. Von da an bleiben nicht nur der Mörder, sondern auch dessen Nichte Jamie Lloyd (J.C. Brandy) spurlos verschwunden. Jamie wurde nämlich mit Michael von dem Mann in Schwarz an einem geheimen Ort gebracht, wo ein Druidenkult den Serienkiller regelrecht verehrt. Hier wird Jamie auch geschwängert, bringt genau an Halloween ihr Baby zur Welt und kann schliesslich mit der Hilfe einer Krankenschwester fliehen.
Währenddessen beobachtet Tommy Doyle (Paul Rudd), der vor vielen Jahren als 8-Jähriger zum ersten Mal auf Michael Myers traf, dessen ehemaliges Wohnhaus, in das inzwischen eine neue Familie eingezogen ist. In den letzten siebzehn Jahren hat Tommy wie besessen nach dem Grund gesucht, weshalb Michael sich durch seine eigene Familie gemetzelt hat und deshalb jeden Artikel und jede Newsmeldung gesammelt. Als er übers Radio Jamie hört, wie sie von der Rückkehr von Michael Myers warnt, heftet er sich sofort an ihre Fersen und setzt alles daran, endlich die Wahrheit zu erfahren. Doch damit begibt er sich auch in tödliche Gefahr...
DVD-Rating
Bei gewissen Filmen ist die Entstehungsgeschichte einiges interessanter als der eigentliche Film selber. Nachdem Halloween 5 schon mit einem unfertigen Script in Produktion ging und das Resultat logischerweise sehr durchzogen war, ging es in Halloween 6 nur noch bergab. Nach einem langen Kampf hat Dimension die Halloween-Rechte gekauft, und was daraus resultierte, konnte man schon in ähnlich tragischem Ausmass in Hellraiser 4 beobachten. Auch da gab es endlose Diskussionen zwischen Dimension, den Produzenten und den Schauspielern, was auch bei Halloween dafür sorgte, dass es nicht nur viele Nachdrehs gab, der Film wurde auch unzählige Male umgeschrieben und umgeschnitten. Essenzielle Schauspieler kehrten zudem gar nicht mehr in ihren Rollen zurück. Dies ist auch die Ursache, warum von den bekannten Schauspielern aus den letzten zwei Teilen nur noch Donald Pleasence dabei ist.
Im Grunde genommen ist das Szenario von Halloween 6 durchaus gelungen. Die Rune auf Michaels Handgelenk, welche in Halloween 5 zum ersten Mal gezeigt wurde, wird aufgegriffen, genau wie auch der Schwarze Mann, der im gleichen Film Michael aus der Obhut der Spezialeinheiten befreit hat. Daraus wurde die Story rund um die Druidensekte und den Fluch von Thorn geschrieben, welche dem brutalen Treiben von Michael zum ersten Mal einen Sinn gibt und die bisher etablierten Elemente auch gut miteinander kombiniert. So weit, so gut, doch ein unfähiger Regisseur, On-the-run-Anpassungen des Drehbuchs sowie massive Nachdrehs reduzierten das ursprünglich gute Konzept zu einem kaum funktionierenden Konstrukt, das weder durch Spannung, Überraschungen noch Intensität überzeugen kann. Da können selbst die bislang brutalsten Mordsequenzen der Serie nicht helfen.
Von den Schauspielern wurden alle bis auf Loomis neu gecastet, doch diese erhalten nicht einmal die Gelegenheit, sich wirklich zu etablieren. Was bleibt, ist eine Gruppe ausdrucksloser Schablonenteenies, welche weder vermisst noch bedauert werden, und da kann auch die Rückkehr der Figur Tommy Doyle nichts ändern. Die Geschehnisse in Halloween 6 wurden ab da in keinem der Sequels mehr weitererzählt. Einzig in einer Comicserie wurde die Storyline als Überbrückung zu Halloween 7 nochmals aufgegriffen und mit Tommy Doyle in der Protagonistenrolle abgeschlossen.
Fazit: Halloween 6 mag zwar der blutigste der ersten sechs Teile sein und auch inhaltlich auf einem guten Konzept basieren, doch von akzeptabel ist diese Episode weit entfernt. Das Endresultat zeugt von den katastrophalen Produktionsumständen, und wie schon Hellraiser 4 ist es ein Flickwerk aus mehreren Ansätzen, welche beim besten Willen nicht zusammen funktionieren und weder eine interessante Handlung noch ein packendes Finale bieten. Kombiniert mit ausdruckslosen Schauspielern und einem spannungslosen Handlungsverlauf, macht dies The Curse of Michael Myers zu einer der schlechtesten Episoden der Saga.
Wie oben geschrieben, wurde der Film unzählige Male umgeschnitten und gekürzt, damit er zum einen den Anforderungen von Dimension gerecht wurde und auch kein zu hohes Rating erhielt. Im Verlauf dieses Prozesses wurden von der ersten Fassung des Filmes insgesamt 43 Minuten abgeändert oder ganz fallen gelassen. Die unter den Fans als "The Producer's Cut" bezeichnete ursprüngliche Version wurde bis heute nicht offiziell veröffentlicht und würde vermutlich eine bedeutend bessere Wertung erhalten als die Version, welche schliesslich in den Kinos angelaufen ist. Bis heute bestehen jedenfalls keine Pläne, den Film in der originalen Version in die Regale zu bringen. Die getestete DVD enthielt zudem die sehr schlechte, um 2:47 Minuten gekürzte FSK-16-Version, welche um so gut wie alle Mordszenen erleichtert wurde und deshalb keinem Fan der Serie zu empfehlen ist. Zudem stimmt die Hälfte der Angaben auf der Hülle nicht: Die DVD enthält eine deutsche und eine englische Tonspur, aber nur in Stereo, und auch Untertitel, von denen jedoch die englischen nicht funktionieren. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf ein paar mässig interessante Rolltexte.
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2.1 Sterne (7 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 05.12.2011
- Bildformat: Standard 1.33:1 (4:3)
- Sprachen: Englisch (DD 2.0); Deutsch (DD 2.0)
- Untertitel: Deutsch; Englisch (Funktionieren nicht)
- Extras: Trailer; Filmographien; Halloween-Kult



