Four Rooms (1995)

Four Rooms (1995)

Oder: Die Nacht ist nicht zum schlafen da

Four Rooms

Horror kann niedlich sein

Ted (Tim Roth) ist der Bell-Hop in einem Hotel. Mit anderen Worten, wenn ein Gast klingelt (bell), dann fliegt (hop) er, um diesen Wunsch zu erfüllen. Die bevorstehende Nacht bringt Ted in vier verzwickte Situationen, deren Ausgang skurriler ist, als man es vermuten könnte.

Da wäre einmal die Gruppe von Frauen (u.a. Madonna, Valeria Golino oder Lili Taylor), die sich als Hexen ausgeben und eine längst verblichene Gottheit zum Leben erwecken wollen. An alle Zutaten haben sie gedacht, nur an eine nicht. Und für diese eine Sache wird der Bellboy gebraucht....

Four Rooms

You f***ing thing!

In einem anderen Zimmer tappt Ted, nichts wissend und mit einem Kübel voller Eis bewaffnet, in ein scheinbares Drama. Die Frau (Jennifer Beals) ist gefesselt und geknebelt, während der Mann David Proval) mit der grossen Knarre daneben sitzt. Um sich aus dieser Situation wieder rauszureden und klar zu machen, dass Ted kein Verhältnis mit der Frau Gemahlin hat, brauchts einiges Glück und zur Unterhaltung aller einen Menge Synonyme für das männliche Geschlechtsteil.

Man ist sich ja einiges gewohnt als Hotelbursche. Die aussergewöhnlichsten Wünsche müssen akzeptiert und ausgeführt werden. Der Kunde ist ja König. Im Fall von diesem spanischen Herrn (Antonio Banderas) und seiner asiatischen Gattin (Tamlyn Tomita) hätte Ted allerdings lieber abgelehnt. Auf alle Fälle will der sehr überzeugende Mann eigentlich nur, dass Ted auf seine zwei Kids guckt. Dass die keinen Mist machen und früh ins Bett gehen. Wie sich das ganze mit Alkohol, Zigaretten, einer Leiche und herumfliegenden Spritzen verträgt, hätte sich der Bellboy wohl auch nicht gedacht.

Four Rooms

Schumis Kinn-Double

Zu guter letzt, kurz vor dem definitiven Nervenzusammenbruch, klingelts auch schon wieder. Chester Rush (Quentin Tarantino) verlangt eine Lieferung von doch ein wenig seltsamen Dingen, wie einem Brett, einem Messer und mehr solcher Sachen. Bevor Ted sich überhaupt klar wird, in was für ein Schlamassel er da gerutscht ist, haben die Herren (u.a. Bruce Willis) ihn schon überredet, doch bei einer kleinen und ganz lustigen Wette mit zu machen.

Truly, a night to remember....


DVD-Rating

"Four friends, telling four stories, making one film", so lautet das Motto von Four Rooms. Die Herren Allison Anders, Alexandre Rockwell, Quentin Tarantino und Robert Rodriguez erzählen unabhängig voneinander Geschichten vom Hotel. Der rote Faden ist Tim Roth, der in Pulp Fiction oder Reservoir Dogs bereits Erfahrungen mit Tarantino gemacht hat.

Die Ausgangslage ist eigentlich recht lustig. Ein Typ wird in die verschiedensten Situationen gesteckt und, man glaubt es kaum, schafft es immer irgendwie, diese zu meistern. Allerdings sind diese, jeweils von einem anderen Autor geschrieben und sogleich in Szene gesetzt, qualitativ und unterhaltungstechnisch sehr unterschiedlich. Während man vor allem bei der Episode von Robert Rodriguez lachen kann, tun sich die anderen drei Folgen relativ schwer, den Zuschauer bei Laune zu halten. Glücklicherweise sind sie jedoch relativ kurz gehalten und so schafft man es auch, die ersten beiden, wirklich schwachen Folgen, auszuhalten. Auch bei Quentin Tarantinos Folge wird erst gegen Ende ein bisschen aufs Gas gedrückt. Bis dahin ists zwar schön, die Stars zu sehen, aber so richtig tut sich kaum was.

Ein weiteres Problem, das dieser Film mit sich bringt, ist der Hauptdarsteller. Tim Roth mag ein guter Schauspieler sein und das hat er auch schon ein paar Mal bewiesen. Hier aber betreibt er overacting der übleren Sorte. Ein bisschen hampeln ist sicherlich nicht schlecht, aber so nervös und übertrieben dargestellt, vermag die Figur des Bellboys Ted leider keinesfalls zu gefallen, geschweige denn zu unterhalten.

Die vier Namen der Autoren, Regisseure und Freunde versprechen einiges, was die Folgen an sich leider kaum halten können. Diejenige mit Antonio Banderas ist lustig und die letzte kann man mit viel gutem Willen auch noch zu der Sorte gelungen zählen. Die restlichen zwei konnten mich leider absolut nicht überzeugen. Da hilft auch *wrrrau* Valeria Golino nichts.

Fazit: Nicht alles, was den Namen Tarantino auf dem Filmplakat hat, ist auch dementsprechend cool. Der Mann kann Regie führen und produzieren. Ja. Aber übers Schauspielern kann man sich streiten. Letzten Endes ist Four Rooms ein Episodenfilm, der wahrscheinlich nur Hardcore-Fans gefallen wird. Freundschaft unter einander in allen Ehren, aber dieses Projekt kann man abschliessend mit gutem Gewissen als "höchstens Durchschnittlich" bewerten.

Wenn schon der Film an sich nichts Atemberaubendes ist, schaffen es dann die Extras auf der DVD, das Gemüt zu erhellen? Mal kuckn... Den Trailer haben sie mal mit raufgepackt. Dann Schrifttafeln zu jeder der vier Stories. Man will ja schliesslich wissen, um was es geht, oder? Denn der Inhalt und Beweggrund für die jeweilige Geschichte wird kurz erläutert. Wie kam der Film überhaupt zu Stand? Nun, auch diese Frage wird per Schrifttafel beantwortet. Ebenso das kurze Trivia, das ganze vier Sachen aufführt, die man eventuell noch nicht wusste. Abschliessend darf man sich aus einer grösseren Trailershow ein paar Produkte des Verleihers anschauen, wie zum Beispiel Land of Plenty oder das Million Dollar Baby. Mehr gibts nicht. Ton und Bild haben keine Probleme bereitet und seien hiermit als "ansprechend" oder sogar "gut" bewertet.

3.7 Sterne 1.0 Stern
3.7 Sterne (39 Bewertungen) | 5 Kommentare

2.5 Sterne2.5 von 0.0-6.0
20.12.2005 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 22.11.2005

  • Bildformat: 1,85:1 (16:9 Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Trivia, Trailer, Produktionsnotizen, Die vier Episoden, Trailershow