Desperado (1995)

Desperado (1995)

Oder: Immer diese Sauerei beim Amokläufen...

Desperado

So, noch etwas Killerblick üben...

Es gibt Momente, die zwar kurz von Dauer sind, aber dann den restlichen Verlauf des Lebens um so mehr prägen. Bei dem nur als El Mariachi (Antonio Banderas) bekannten Gitarristen war dies der Moment, in dem die Liebe seines Lebens vor seinen Augen erschossen und seine linke Hand zerkrüppelt wurde. Seit dem Tag hat er Rache an allen geschworen, die für den Tod seiner Liebsten verantwortlich sind, wandert mit einem Gitarrenkoffer voller Waffen durch das Land und stapelt die Leichen. Sein letztes Ziel ist ein Mann genannt Bucho (Joaquim de Almeida), doch bisher hat er ihn trotz vieler Blutbäder noch nicht gefunden.

Desperado

So sieht also Hirn aus - wie Lasagne.

Schliesslich erfährt El von Buscemi (Steve Buscemi) - einem seiner wenigen Verbündeten - dass dieser ein Dorf gefunden hat, bei dem die Leute sofort darauf reagiert haben, als er in der lokalen Dorfbar von El Mariachis letztem Blutbad und seiner Suche nach Bucho erzählt hat. El zieht los und begibt in das kleine Dorf, wo der Alltag vom Drogenhandel dominiert wird, die Kartelle die Bevölkerung gekauft oder anderweitig fest im Griff haben und es von finsteren Gesellen nur so wimmelt. Doch auch hier endet seine Suche in einem Blutbad, und während El von allen Seiten gejagt wird, findet er nur in Carolina (Salma Hayek), welche im Dorf einen Buchladen betreibt, eine Verbündete. Doch bald gerät sie ins Kreuzfeuer der verfeindeten Parteien, und schon bald wird für El Mariachi klar, dass es keinen anderen Ausweg gibt, als das durchzuziehen und die Sache ein für alle mal zu Ende zu bringen.


DVD-Rating

Mit dem Independent-Film El Mariachi lieferte der vielseitige Regisseur Robert Rodriguez 1992 sein erstes kleines Regiedebut und bot mit einem Budget von 7000 US-Dollar einen so guten Film, dass der Film von Columbia Pictures sogar nochmals technisch überarbeitet wurde, als er direkt auf dem DVD-Markt erschien. Das Sequel/Remake Desperado erschien drei Jahre später, verfügte über ein Budget von 7 Millionen US-Dollar und wurde zum wichtigen Karrierenmeilenstein von Antonio Banderas und Salma Hayek. Die dabei erzählte Geschichte ist ähnlich wie die von El Mariachi, geht aber auch deutlich andere Wege.

Von der Handlung her ist Desperado sehr einfach aufgebaut. Ein Mann will seine Geliebte rächen und metzelt sich dabei quer durch das Verschleissmaterial eines Drogenkartells bis bin zum grossen Boss. Im Gegensatz zu vielen ähnlich aufgebauten Rachestreifen, bei denen man immer wieder unter die Nase gerieben bekommt, warum und wieso der Rächer es macht, geht Desperado andere Wege. So konzentriert er sich viel mehr darauf, einen unterhaltsamen und spektakulären Film zu liefern, als die Handlungen zu rechtfertigen. Vor allem hilft es natürlich, dass sich der Film in keinem Moment ernst nimmt und schon in den ersten Filmminuten klar den Ton festlegt, als in einer spektakulären Erzählung El Mariachi alias Antonio Banderas vorgestellt und äusserst brutal gleich eine ganze Bar ausgeräumt wird. So geht es auch weiter: Abgefahren und sehr blutig - und dem Realismus wird offensichtlich eine sehr kleine Rolle zugeschrieben.

Doch wer braucht schon Realismus, wenn man eine übersichtliche und abwechslungsreich gestaltete Handlung mit einem sehr guten Cast kombiniert, einige coole Sprüche dazumischt und das Menu mit einem Dessert genannt Salma Hayek liefert? Niemand. Desperado unterhält in den rund 100 Minuten beinahe durchgängig, und selbst wenn es zwischendurch einige Hänger hat, hat man dies in der nächsten Ballerei wieder vergessen. Deshalb nimmt man dem Film den etwas berechenbaren Schluss auch nicht übel.

Fazit: Desperado ist ein Rache-Action-Thriller im Hochglanzformat, mit einer reissenden und abgefahrenen Inszenierung, die beste Unterhaltung und viele amüsante Momente garantiert. Dank dem von Antonio Banderas sehr charismatisch gespielten Rächer und entsprechend schleimigen und unsympathischen Gegnern folgt man auch gerne dem Feldzug des gefallenen Gitarristen. Und deshalb stören einige Logiklücken sowie Realismusschwächen kaum. Ganz im Gegenteil, sie sorgen eher dafür, dass man die völlig übertriebenen Schiessereien mit einem breiten Grinsen verfolgen kann.

Die DVD bietet den Film in einer sauberen Bildqualität und ordentlichem Ton, was einen guten Filmgenuss ermöglicht. Das Bonusmaterial ist allerdings sehr spärlich. Neben dem obligatorischen Audiokommentar gibt es lediglich eine kurze Doku, wie eine der Schiessereien inszeniert wurde. Schade, etwas mehr Infos hätten da gut getan.

4.6 Sterne 3.6 Sterne
4.6 Sterne (57 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.54.5
02.01.2010 / db


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 09.09.2003

  • Bildformat: Widescreen 1.85:1 (Anamorph)
  • Sprachen: Englisch (DD 5.1); Deutsch (DD 5.1); Französisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch; Englisch; Französisch; Arabisch
  • Extras: Regiekommentar: Robert Rodriguez; Filmdokumentation