True Lies (1994)
True Lies - Wahre Lügen
True Lies (1994) True Lies - Wahre Lügen
Oder: Fear is not an Option
Schon seit vielen Jahren führt Harry Tasker (Arnold Schwarzenegger) ein Doppelleben. Zuhause gaukelt er seiner Familie, die aus Ehefrau Helen (Jamie Lee Curtis) sowie Sprössling Dana (Eliza Dushku) besteht, den biederen Computervertreter vor, doch in Wirklichkeit ist er ein knallharter Top-Agent. Harry ist nämlich mit seinem Partner Albert Gibson (Tom Arnold) bei einer streng geheimen Organisation angestellt, die sich unter anderem der Bekämpfung von Terrorismus verschrieben hat. Allerdings vernachlässigt er dadurch seine Familie, und es kommt immer öfters vor, dass Harry irgendwelchen Terroristen nachhetzt, während Helen alleine zuhause wartet.
Harrys neuster Fall führt ihn in die Schweiz, wo er ein Chateau infiltriert, um im Computersystem von arabischen Millionären Hinweise auf verschwundene Nuklerarsprengköpfe zu suchen. Dort trifft er auch auf die sympathische Antiquitätenhändlerin Juno Skinner (Tia Carrere). Nach weiteren Nachvorschungen können die Agenten aus den in der Schweiz gestohlenen Daten eine Verbindung zwischen Juno Skinner und einer extremen Terroristenfraktion, genannt Crimson Jihad, herstellen. Doch noch während Harry versucht, die Terroristen zu stoppen, bahnt sich zuhause ein weiterer Krisenherd an: Die vereinsamte Helen wurde vom mysteriösen Simon angebaggert, und es bahnt sich eine Affäre an. Jetzt führt Harry ein Zwei-Fronten-Kampf, zum einen gegen die Terroristen und um seine Frau...
DVD-Rating
Betrachtet man die Karriere von Arnold Schwarzenegger rückblickend, war Terminator 2 klar sein Höhepunkt. Nicht nur darstellerisch, sondern auch qualitativ war dieser neben Total Recall sein bester Film. Nachdem sein nächstes Projekt, Last Action Hero, an den Kinokassen floppte, tat er sich ein drittes Mal mit James Cameron zusammen und liess es nochmals mit dem Überraschungshit True Lies aus dem Jahre 1994 richtig krachen. True Lies wurde primär als Parodie des Agentenfilms konzeptiert und nachträglich mit mehreren Awards - unter anderem einen Oscar für beste Special Effects sowie mit Auszeichnungen für Jamie Lee Curtis und James Cameron - geehrt.
Wer die Arbeiten von James Cameron (Aliens, Titanic, Abyss) kennt, der weiss, dass er nicht nur ein Technikfreak sondern auch ein Perfektionist ist. Dies zeigt sich auch bei True Lies, denn wie bei all seinen Produktionen hat True Lies eine gut ausgearbeitete Geschichte, die sehr stark mit den Charakteren arbeitet und diesen auch die Möglichkeit gibt, sich zu entwickeln. Bestes Beispiel ist Jamie Lee Curtis, die sich von der biederen Hausfrau immer mehr zum Special Agent entwickelt. Glücklicherweise wurde auch der restliche Cast, bis vielleicht auf die kleine Nervensäge Dana - die junge Eliza Dushku - deren Rolle sowieso zusammengeschnitten wurde, sehr passend ausgewählt und haben sichtlich Spass an ihren Rollen. Zu all dem werden neben köstlichen Dialogen noch viele grandios inszenierte Actionsequenzen geboten, welche wieder einmal zeigen, dass Cameron ein Meister des Faches ist.
Leider gibt es an True Lies auch einen grossen Haken: Der Film ist mit 135 Minuten sehr lang geraten. Auch wenn er mit allen Segmenten, die mit Harrys Beruf sowie mit der Jagd auf die Terroristen zu tun haben, sehr wohl unterhält, bremsen Harrys Familienprobleme und die Affäre der Ehefrau sowie die Probleme mit der Tochter Dana die Handlung enorm aus. Auch wenn diese Subplots sehr gut ausgearbeitet sind, einige Überraschungen sowie unerwartete Wendungen enthalten, wirkt es doch konstruiert und auch unglaubwürdig, wenn ein Meisterspion alle seine Pflichten rechts liegen lässt, und um seine Frau eine riesige Operation startet. Die Terroristen bleiben zudem sehr stereotypes Fallobst, doch dies braucht es nunmal in einem Actionstreifen, denn was ist amüsanter, als jemand, der sowieso keine Sympathien geniesst, möglichst kreativ auszuschalten?
Fazit: True Lies ist eine grandios inszenierte Parodie auf die üblichen James Bond Klischees und kombiniert spektakuläre Bombastaction, gut ausgearbeitete, sympathische Charaktere mit einigen konstruierten Subplots sowie riesigen Hängern. Eine etwas bessere Balance zwischen Action und den langsameren Segmenten hätte hier nicht geschadet. Allerdings entschädigt das spektakuläre Finale viele der langsameren Szenen.
Für dieses Review wurde die Kinowelt Special Edition aus dem Jahre 2005 getestet. Diese ist aber schon deutlich in die Jahre gekommen, denn der Film brilliert weder mit einem scharfen noch mit einem sauberen Bild. So sieht man meistens einen Weichzeichner über dem ganzen Bild und Schnee trübt noch zusätzlich das Vergnügen.
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4.2 Sterne (52 Bewertungen) | 7 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 19.04.2005
- Bildformat: Widescreen 2.20:1 (Anamorph)
- Sprachen: Englisch (DD 5.1), Deutsch (DD 5.1), Deutsch (DTS 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Interviews mit Arnold Schwarzenegger und James Cameron; Aufnahmen von der Premiere; Making of; Trailer



