Stargate (1994)

Stargate (1994)

Oder: Museum in den Sternen

Stargate

Na dann los, gehen wir auf eine Museumstour...

Im Jahre 1928 gruben einige Archäologen in der Wüste von Giza ein kreisförmiges Tor aus einem unbekannten Mineral aus, das mit vielen mysteriösen Zeichen verziert war. Gleich darunter fanden die Forscher eine grosse Kartusche mit weiteren Symbolen und ein nicht identifizierbares Fossil. Die Wissenschaftler hatten keine Ahnung um was es sich handelte. Viel fanden sie nicht heraus und so verschwand es wie üblich in einem der vielen Militärprogramme, wo es für mehrere Jahrzehnte versauerte.

Stargate

seit gegrüsst, ich bin eurer Führer

Ein halbes Jahrhundert später wird ein Archäologe namens Daniel Jackson (James Spader), der für seine wilden Theorien bekannt wurde dass Aliens die Pyramiden gebaut hätten, von einer geheimen Organisation rekrutiert um etwas zu übersetzen, das bisher noch für niemanden einen Sinn gemacht hatte. Gegen alle Erwartungen schafft es Jackson, das Rätsel der Kartusche zu lösen, und zum ersten Mal konnten die Wissenschaftler, welche das runde "Stargate" genannte Tor von Giza seit längerem untersuchten, ein stabiles Wurmloch zu einem anderen Planeten etablieren.

Kurzerhand wird eine Mission zusammengestellt, welche den Planeten auf der anderen Seite des Wurmloches untersuchen sollte, also machte sich eine Gruppe, angeführt von Jack O'Neill (Kurt Russel) und begleitet von Daniel Jackson, durch das sogenannte Stargate auf den Weg. Was jedoch wie ein Routineauftrag aussah - Hingehen, Suchen und Zurückkehren - nimmt schnell eine ganz andere Wendung. Sie stehen plötzlich vor dem Problem, dass Daniel nicht weiss, welche Symbole er auf dem fremden Planeten benützen muss um mit dem Stargate zurück auf die Erde zu kommen. Die Zeit drängt, und noch während die Soldaten fieberhaft nach einer Kartusche, ähnlich dieser von Giza suchen, landet das Raumschiff von Rah, dem Herrscher des Planeten und eröffnet die Jagd auf die ungebetenen Besucher.


DVD-Rating

Die Science Fiction Welt wurde bis 1994 primär von Raumschiffen und Raumstationen beherrscht. Als Roland Emmerich im Jahre 1994 seinen Film Stargate realisierte, hatte er wohl kaum ahnen können, dass später aus dem Kinofilm eine Science Fiction Serie entstehen sollte, welche noch heute - zehn Jahre später - das Science Fiction Genre prägt. Jetzt ist der Kinofilm, wieder neu aufgelegt, als Spezial Edition zu haben.

Stargate leistet primär Pionierarbeit und beschäftigt sich hauptsächlich damit, wie das Stargate ursprünglich in Giza gefunden wurde und wie Daniel Jackson (James Spader) das System entschlüsselt hat, welches das Sternenreisen überhaupt möglich machte. Sehr gut schafft es Stargate mit viel Authentizität aufzuzeigen, auf welche Probleme man auf anderen Planeten stossen könnte und zieht dies auch konsequent durch. Die Menschen von der Erde verstehen kein Wort von den Bewohnern des unbekannten Planeten und können sich nicht wie Sci-Fi-üblich mit Englisch durchschlagen. Die Bewohner des Planeten, ihre Sprache, wie auch deren ganze Kultur wurden sehr glaubwürdig gestaltet geben dem Weltraumabenteuer den Realismus welche die Reise wirklich packend und interessant macht. Es wird eine neue Kultur erkundet und das macht den Film wie auch die Stargate-Mythologie so faszinierend.

Natürlich kann man sich darüber streiten, was genau Ägypter und deren Götter im Weltraum zu suchen haben, doch damit etablierte Emmerich geschickt die Verbindung zwischen dem Stargate, den Aliens, die als Götter posieren und der Erde - eine Hintergrundgeschichte, die im Kinofilm zwar mangels Zeit nur am Rande gestreift, dafür in der Serie umfassender erkundet wurde. Dennoch werden hier viele spannende Ansätze geboten, die aus dem actiongeladenen und kurzweiligen Weltraumabenteuer eine sehr faszinierende Reise machen, die nicht nur einen ungewöhnlichen Gegner, sondern auch viel Spannung und ein explosives Finale bietet.

Obwohl das Stargate und die ganze Mythologie zwar sehr gelungen sind, weist die Handlung selber grosse Logiklöcher auf und macht es sich zum Teil sehr einfach, den Film zu einem Ende zu bringen. Nicht nur beschleicht einem das Gefühl, als ob die Wächter von Rah nur aus fünf Mann bestehen, nein, Daniel Jackson kann auch ohne Probleme in das Raumschiff hineinspazieren, um dort den Regenerator zu benützen. Wie sie das Stargate auf dem anderen Planeten ohne die Computer aktiviert haben, bleibt unter anderem auch ein Rätsel. Dies und andere Fehler fallen natürlich einem aufmerksamen Zuschauer auf und verhindert letztendlich auch eine bessere Bewertung.

Fazit: Stargate war der Beginn einer Geschichte, die über zehn Jahre später immer noch in TV-Serien erzählt wird und somit wohl auch einen gewisse Anerkennung gewährt werden kann. Der Film selber etabliert sehr geschickt die ganze Stargate-Mythologie und kombiniert dies nach einer eher gemütlichen ersten Hälfte mit einem reissenden Actionspektakel, welches immer interessant und packend bleibt. Obwohl einige Handlungslöcher das Bild trüben und einiges gar nicht gelöst wurde, vermag Stargate nicht nur zu unterhalten, sondern bietet auch gut ausgewählte Schauspieler, welche ihre Rolle glaubhaft spielen können.

Die DVD bietet den Film in der neu erschienenen Spezial Edition sehr gut aufpoliert und präsentiert ihn in scharfer Bild- und auch guter Tonqualität, welche die Boxen donnern lässt. So lässt sich diese Reise auch geniessen. Die Spezial Edition selber ist jedoch ein ganz anderes Thema. Obwohl es ein Steelcase hat, bietet die zweite DVD neben einer sehr guten Dokumentation nur mässig interessante Bildergalerien, Trailers und Promo-Reels. So gibt es zwar eine zweite Disk, aber diese Dokumentation hätte man ohne Probleme auf die Erste packen können.

3.8 Sterne 4.6 Sterne
3.8 Sterne (37 Bewertungen) | 2 Kommentare

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08.08.2007 / db


DVD-Infos

Special Edition - Steelbook, erschienen am 06.06.2007

  • Bildformat: Widescreen
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Finnisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
  • Extras: Making of... (ca. 52 Min.), Audiokommentar von Roland Emmerich & Dean Devlin (OmU), Promo Reel, Fotogalerie, Bografie von Roland Emmerich, Starinfos von Kurt Russel, Starinfos von James Spader, Trailer