Natural Born Killers (1994)
Natural Born Killers (1994)
Sie sind das grösste Ereignis der Medienwelt. Über sie wird in diversen Sendungen berichtet, die Zeitungen sind voll mit ihren Fotos, und auch der berühmte Wayne Gale (Robert Downey Jr.) würde für ein Interview mit ihnen so ziemlich alles tun. Mallory (Juliette Lewis) und Mickey (Woody Harrelson) sind "Stars" geworden. Und zwar durch über 50 Morde, die sie auf ihrem Weg durch die Staaten begangen haben. Immer ein Mensch wird am Tatort verschont. Denn der soll jeweils von den Taten berichten. Taten, welche die "M & M Murders" zum Kult werden lassen.
Angefangen hat alles an dem Tag, als Mickey Mallory vor ihrem gewalttätigen Vater (Rodney Dangerfield) gerettet hat. Papa war das erste Opfer, weitere sollten folgen. Wie im Rausch töten sich Mallory und Mickey über die Highways und geniessen ihren ausgelassenen Lebensstil. Bis zu dem Zeitpunkt, als beide nach einer Sinnkrise und mit giftigen Schlangenbissen übersät vor einer Apotheke verhaftet werden können.
Doch Gefängniswärter McClusky (Tommy Lee Jones) hat keine Freude an seinen zwei berühmten Insassen. Denn als Wayne Gale sich zum ultimativen Interview ankündigt, nimmt ein Aufstand der Gefangenen seinen Lauf und Mallory und Mickey sehen darin die Chance, aus dem Knast zu fliehen und ihre "Freiheit" wieder aufzunehmen.
DVD-Rating
Was hat Natural Born Killers damals für Aufregung gesorgt. Regisseur Oliver Stone schuf mit dieser gewalttätigen Abrechnung mit der Mediengeilheit der Menschen einen Film, der die Fans damals in Scharen ins Kino lockte und aus Woody Harrelson und Juliette Lewis definitiv Hollywoodstars machte.
Nach einer Storyvorlage von Quentin Tarantino (wem sonst) machen sich die beiden Hauptfiguren auf, die (amerikanische) Welt aus den Fugen zu reissen und durchqueren tötend und mit grossem Medieninteresse hinter sich ihr Land und werden zu "Stars" der Massenmörderszene. Der Film nimmt aber gleichzeitig auch ein bisschen Anteil an der Vorgeschichte dieses Pärchens und lässt sich natürlich auch genügend Zeit, um gegen die Geilheit der Medien ("They're so Hot!") für solche Vorkomnisse zu schiessen. Das mag aktuell schon bessere Versionen hervorgebracht zu haben, war aber damals das Mass aller Dinge.
Woody Harrelson versuchte nach seiner Rolle als Mickey weitere lukrative Angebote zu angeln, musste aber merken, dass er mit Filmen wie Money Train oder Ed TV sein Ziel nicht erreichen würde. Filmpartnerin Juliette Lewis spielte die Schlampe auch in Strange Days und wurde dann langsam aber sicher zur Nebendarstellerin degradiert. Heute macht die Dame fetzige Musik und ist nur noch selten auf der Leinwand zu sehen.
In weitere Rollen sehen wir unter anderem Robert Downey Jr. (Iron Man) als schleimigen TV-Produzenten, Tommy Lee Jones (No Country for Old Men) als Gefängnisdirektor und schlussendlich noch Tom Sizemore (The Relic), der aktuell mehr Zeit hinter Gittern als vor der Kamera verbringt.
Neben der natürlich stylish inszenierten Mörderei verliert sich Natural Born Killers immer wieder in irgendwelchen Drogenbildchen, die wahrscheinlich künstlerisch wertvoll sind, dem Fluss des Films aber total schaden. Es entsteht höchst selten richtig Spannung und über die makaberen Witze haben wir vor 14 Jahren schon nur teilweise gelacht. Was bleibt, ist ein von den Medien (welch Abstrusität!) hochgepushter Film über ein Pärchen, das nichts anderes kann als hilflose Menschen zu killen, um ihr Gefühl von Freiheit und Frieden zu bewahren. Das ist anfänglich mal was "Neues", wird aber mit zunehmender Filmdauer enttäuschend langweilig. Da hilft auch der gute Soundtrack nicht mehr.
Es gibt kaum einen Film, über den mehr DVD-Editionen auf dem Markt erhältlich sind. Director's Cuts, Steelcase-Boxes, Deluxe Editions und so weiter. Die diesem Review zu Grund liegende Version ist die ganz stinknormale Einzel-Disc, Standard-Edition. Der Originalkommentar des Regisseurs ist aber auch hier zu finden, wie auch ein paar zusätzliche Szenen (in denen auch "Badmouth" Denis Leary seinen Auftritt hat) und eine kleine Dokumentation über den Film und die Hintergründe. Der Ton ist sauber und klar hörbar und die 5.1 Dolby Digital fetzen zeitweise schön laut durch die Boxen. Bildtechnisch wird Standard geboten, aber das darf man bei einer gleichnamigen Edition des Films ja auch erwarten.
![]()
3.9 Sterne (56 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 18.06.2003
- Bildformat: 1.85:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Spanisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, ENglisch, Spanisch, Holländisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Französisch und viele mehr
- Extras: Audiokommentar von Oliver Stone, Zusätzliche Szenen, "Chaos Rising", Trailer, Interview mit Charlie Rose



