The Fantastic Four (1994)

The Fantastic Four (1994)

Oder: "It's clobberin' time!"

The Fantastic Four

Let the Lasershow begin

Reed Richards und Victor von Doom arbeiten zusammen an einem sehr wichtigen, äusserst gefährlichen Projekt, das sehr viel Energie braucht. Es trifft sich deshalb gut, dass eine energiegeladene kosmische Wolke, der Collossum, während der Nacht über das Gebiet ziehen wird und so für die nötige Power sorgen soll. Doch statt das Lebenswerk der beiden zu vollenden, zerstört Collosum alles. Von Doom zieht sich schreckliche Verbrennungen zu und zwei mysteriöse Ärzte erklären ihn für tot. Richards hat schreckliche Gewissensbisse und merkt so nicht, dass von Doom immer noch lebt. Während die beiden "Ärzte" die vermeintliche Leiche in den Lift schieben, stellen sie sich von Doom als seine Diener vor, die ihn in nun in sein rechtmässiges Königreich bringen wollen.

The Fantastic Four

Sind sie nicht fantastisch?

Jahre später ist der Collossum wieder im Anmarsch. Reeds, der nun graue Schläfen hat, ist immer noch hinter seiner Energie her. Diesmal will er sie aber direkt im Weltraum anzapfen. Dafür braucht er eine erfahrene Crew. Es trifft sich deshalb gut, dass sein früherer Kommilitone Ben Grimm nun ein Pilot ist. Ausserdem stossen noch Sue und Johnny Storm zum Team. Die haben weder Erfahrung als Astronauten noch sonstige passende Fähigkeiten. Sie sind halt die Neffen der Schlummermutter von Richards und Grimm während des Studiums. Jetzt wo sie ein bisschen älter sind, stehen sie bereit für den Flug ins All. Auch Tante Storm ist begeistert. Als sich das Quartett zum ersten Mal gemeinsam bei der Tür versammelt, sagt sie: "You are the Fantastic Four".

The Fantastic Four

*Doing*

Die Tante sollte recht bekommen. Um die Strahlen des Collossums zu bündeln, hat Richards einen grossen Bergkristall organisiert. Ein hässlicher Giftzwerg namens "der Juwelier", der eine ganze Armee von Obdachlosen kommandiert, findet den Kristall aber auch sehr interessant und ersetzt ihn heimlich vor dem Start mit einer Attrappe. Nichts ahnend begibt sich unsere Crew ins All und es geht wieder alles schief. Ihr Raumschiff hat eine Bruchlandung im Königreich von von Doom. Wo sie sind, merkt die vierköpfige Besatzung erstmal nicht. Langsam bewusst wird ihnen aber, dass sich ihre Körper verändert haben. Sue kann sich unsichtbar machen. Johnny geht unverhofft in Flammen auf und Richards ist teilweise elastisch. Nur Grimm scheint unversehrt. Man beschliesst deshalb ein gemütliches Lagerfeuer zu machen und zu warten, bis jemand sie suchen kommt.

The Fantastic Four

Yep. Es sind vier.

In der Heimat denkt aber niemand daran, ein Suchkommando loszuschicken, sondern man beauftragt eine blinde Bildhauerin, den vier ein Denkmal zu bauen. Per Zufall kennt die Künstlerin Ben Grimm. Sie ist mit ihm zusammengestossen und hat sich innerhalb von fünf Sekunden unsterblich in ihn verliebt, obwohl er ihr beim Zusammenprall eine wichtige Skulptur zerstört hat. Es geht ihr verständlicherweise nicht sehr gut. Doch es kommt noch schlimmer für sie, als die Schergen vom Juwelier die Schönheit entführen, weil der kleinwüchsige Monarch eine Königin haben will.

In der Zwischenzeit werden die fantastischen Vier doch noch gefunden und zu wissenschaftlichen Zwecken interniert. Bis es ihnen langweilig wird und sie sich auf eigene Faust befreien. Dabei merkt Richards, dass von Doom gar nicht tot ist, sondern der Herrscher über den Gebäudekomplex ist, in dem sie gerade gefangen gehalten werden.


DVD-Rating

Die Verfilmung von The Fantastic Four aus dem Jahre 1994 gilt als eines der meistgesuchten Videos auf dem Graumarkt. Nur das "Star Wars Holiday Special" mit der singenden Prinzessin Lea ist noch geheimnisumwobener. Wie es dazu kam, ist um einiges interessanter als der Plot des eigentlichen Films. (Siehe oberer Teil der Review).

Der Comic-Verlag Marvel zeigte vor den Verfilmungen von Spider-Man und den X-Men kein sehr glückliches Händchen. Bis zum Beginn der 90er Jahre endete jeder Versuch, eine Figur aus dem Marvel-Universum auf die Leinwand zu bringen kläglich. Howard The Duck, The Punisher mit Dolph Lundgren und Captain America sind die übelsten Auswüchse dieser Pechsträhne. Es wurde deshalb sogar für einen Billigfilmer wie Roger Corman ziemlich schwer, genug Geld aufzutreiben für eine Comicverfilmung. Der Tausendsassa hatte aber die Rechte an "The Fantastic Four" von Bernd Eichingers Constantin Film erworben, und lief nun Gefahr, diese zu verlieren. Die juristische Situation war dabei so verzwickt, dass die billigste Lösung war, einen Film für 2 Millionen Dollar fertig zu stellen. Corman, ein Mann, dem jedes Mittel recht ist, wenn es nur nicht allzu viel kostet, startete deshalb unter dem Dach von New Horizons die Produktion. Marvel Guru Stan Lee bestätigte später, dass Corman weder den Schauspielern noch den Technikern verriet, dass er den Film niemals in die Kinos bringen wollte.

Natürlich wäre ein Vertrieb per Video eine Möglichkeit gewesen, trotzdem noch ein bisschen Profit aus dem Unternehmen zu schlagen. Doch dagegen erhob Fox Einspruch, die mittlerweile selber an einer teureren Fassung des Stoffes bastelten, und sich die Reputation der Fantastischen Vier nicht durch ein lächerliches Billigfilmchen versauen lassen wollten. Bis zum heutigen Tag kursiert der Film deshalb nur als Schwarzkopie an Comicmessen und seit der Erweiterung der technischen Möglichkeiten auch in den Internettauschbörsen.

Auf verschlungenen Wegen, die hier leider nicht weiter ausgeführt werden können, kam auch OutNow.CH zu seiner Kopie und sah etwas, das den Erwartungen entsprach. Budgetgründe zwangen die Macher zur Improvisation. Aus "unsichtbar" wird "überhaupt nicht da". Statt The Thing, der ein bisschen aussieht wie ein in der Sonne gedörrter Ninja Turtle, beim Kämpfen gibt es eine sich drehende Kamera wie bei den alten Batmanfilmen. Und die "Elastizität" von Mr. Fantastic ist ein Handschuh auf einem Besenstiel. Fehlt das Geld, um Superkräfte darzustellen, sollte man vielleicht keine Superheldenfilme machen. Der majestätische Score gefällt hingegen recht gut. Es ist zwar während neunzig Minuten nur ein Total von zwei Melodien. Doch die sind erstaunlich eingängig und scheinen von einem richtigen Orchester eingespielt worden zu sein. Oberpeinlich sind die Kostüme. Dr. Doom sieht in der Neuverfilmung immer noch gleich aus. Ob das jetzt für 94er-Fassung spricht, sei dahingestellt. Es scheint zumindest der Vorlage entsprechend. Doch was die Helden zu tragen haben, spottet jeder Beschreibung. Was kann man von etwas erwarten, dass Sue einfach mal so genäht hat und den anderen, die heftig darüber sinnieren, wie sie ihre DNS wieder in Ordnung bringen können, vor die Füsse wirft? Zumindest Richards scheint seine Uniform zu mögen. Er trägt sie auch noch als Bräutigam während der Hochzeit. Oder fehlte das Geld für einen Smoking? Die schauspielerische Leistung besteht vor allem darin, nicht sofort loszuprusten, wenn man sich mal kurz überlegt, welche Zufälle das Script mal wieder auf Lager hat. Fazit: Die Roger Corman-Version von The Fantastic Four ist kompletter Unsinn. Billigster Trash zum Abgrölen an einem Videoabend. Traurig aber wahr. Trotz des viel grösseren Budgets ist auch die neue Version aus dem Jahre 2005 nicht viel besser geworden.

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22.07.2005 / rm


DVD-Infos

  • Bildformat: 4:3
  • Sprachen: Englisch (Dolby 1.0)
  • Untertitel: Keine
  • Extras: Nada