The Crow (1994)

The Crow - Die Krähe

The Crow (1994) The Crow - Die Krähe

Oder: Dem Clown gehen die Farben aus

The Crow

Ich zeig dir, wie Schminken geht!

In einer der vielen Devil's Nights, welche stets die Nacht vor Halloween stattfindet, versinkt das immer mehr zerfallende Detroit in einem Feuersturm aus Gewalt und Chaos. Die Polizei muss machtlos zusehen, wie die Gangs plündernd und mordend durch die düsteren Strassen ziehen und den Bürgern die Hölle bringen. In einer dieser Nächte wird der Musiker, Eric Draven, ermordet und seine Frau brutal vergewaltigt. Als die Polizei schliesslich eintrifft, kann sie nur noch den Tod von Eric feststellen und den Tathergang rekonstruieren. Die Täter bleiben auf freiem Fuss, und die Frau stirbt später im Spital.

Gemäss der Legende bringt eine Krähe die Seele eines Verstorbenen ins Reich der Toten. Es kann aber vorkommen, dass, wenn etwas sehr Schlimmes geschehen ist, die Seele keine Ruhe findet und diese Krähe nochmals zurück um dem Verstorbenen die Möglichkeit zu geben, das Schlimme wieder zu richten. Ein Jahr, nachdem Eric ermordet wurde, steigt er in Devil's Night wieder aus dem Grab heraus und beginnt als Untoter und unverwundbarer Rächer mit der Jagd auf die Täter.

The Crow

Mis Chäppli chunsch ned über!

Draven hält sich nicht lange mit Planen auf, sobald er sich wieder im Reich der Lebenden zurechtgefunden hat, beginnt er mit Hilfe der Krähe, welche nicht von seiner Seite weicht, mit seinem Kreuzzug. Nach kurzer Zeit werden die ersten Leichen gefunden, die Polizei steht vor einem Rätsel, vor allem, als sie die ersten Symbole der Krähe neben der Leiche finden. Der verantwortliche Kommissar startet sofort eine Hetzjagd auf den Unbekannten, er toleriert nicht, dass jemand in seiner Stadt das Gesetz in die eigene Hand nimmt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, der gepflastert ist mit den Leichen der Verbrecher und begleitet vom Donnern der Explosionen. Ist es überhaupt möglich diesen untoten Rächer rechtzeitig zu stoppen, bevor Detroit im absoluten Chaos versinkt.


DVD-Rating

The Crow ist ein sehr düsterer Streifen, der einen genauso düsteren Look hat, wie seine Vergangenheit. The Crow bildet zugleich den berühmtesten, wie auch den letzten Film des Hauptdarstellers Brandon Lee, denn er verstarb unter geheimnisvollen Umständen am Set. Er ist der Sohn der Kong Fu-Legende Bruce Lee, der einen ähnlich mysteriösen Tod fand. Brandons geheimnisumwittertes Ableben war auch einer der Gründe, weshalb The Crow so bekannt wurde, denn Lee spielt seine Rolle absolut tadellos und blüht ein letztes Mal richtig auf.

Der Film entstand mit einem relativ kleinen Budget unter der Aufsicht des damals noch relativ unbekannten Alex Proyas (Dark City, I, Robot) und ist von der ersten Minute an ebenso düster wie brutal. The Crow basiert auf dem Comic von James O'Barr, und ähnlich wie bei Blade Runner herrscht absolute Endzeitstimmung. Regen, ein zerfallenes und im Chaos versunkenen Detroit, das von Banden regiert wird und einer machtlosen Polizei. Die Gestalten, welche durch die Strassen ziehen, pendeln zwischen Wahnsinn und Verzweiflung und kennen keine Gnade, wenn der Bandenchef ihnen einen Befehl gibt.

Die Umsetzung ist sehr gut gelungen, und kombiniert reissende Action und hohen Brutalitätsanteil mit einer sehr guten Geschichte, die geschickt mit mehreren Nebencharaktern erzählt wird. The Crow, alias Draven, ist genau so wichtig wie die Liebe, welche ihn mit seiner ermordeten Verlobten (Sofia Shinas) verbindet, und die Zuneigung zu deren Schützling Sara (Rochelle Davis), die sich seit Dravens Tod, nur unterstützt vom Polizisten Sergeant Albrecht (Ernie Hudson) durch den Grossstadt-Dschungel schlagen muss. Diese Subplots sind ein wichtiger Bestandteil der Story und geben dem Film auch Tiefe. Die Bad-Guys überzeugen in ihrer Präsenz und werden vom charismatischen, wie auch bösartigen Top Dollar (Michael Wincott) angeführt.

Obwohl die Kameraführung überzeugt, die Atmosphäre packt und der der Soundtrack sehr gut passt, the Crow ist grösstenteils weit Vollgasaction entfernt und nimmt sich zwischendurch auch die Zeit eine ruhige Sequenz einzuschieben und ein Gespräch zu führen. Die dabei eingesetzten Dialoge sind mit tiefschwarzem Humor angereichert, so dass die düstere Geschichte doch etwas aufhellt wird. Gegen Ende verkommt The Crow leider mehr und mehr zur Actionroutine und endet in einer gross angelegten Schiesserei, die eher Effekthascherei gerecht wird als der Qualität die bis zu dem Punkt geboten wurde.

Fazit: The Crow ist ein ausgezeichnet inszenierter, düsterer Endzeit-Triller, der auf allen Ebenen überzeugt und eine tragische, wie auch packende Geschichte erzählt. Anfänglich hat er zwar ein noch etwas langsames Tempo, braucht die Zeit aber um einen wirklich glaubwürdigen Charakter aufzubauen, für den man sich interessiert und dessen Handlungen man beinahe Verständnis hat. Absolut zu empfehlen für alle, die gerne düstere Endzeit-Thriller haben, die mit viel schwarzem Humor angereichert sind.

Die DVD hat in der Special Edition sehr gute Bild- und Tonqualität und bietet auch in den Special Features ausführliche Informationen über die Produktion wie auch ein interessantes Interview mit James O'Barr dem Schöpfer der Krähe der über die die Entstehungsgeschichte der Krähe erzählt. Ein Audiokommentar erzählt von der Entstehung des Filmes und die Adaption des Comics. Die Deleted Scenes sind eher erweiterte Sequenzen des Filmes, die zusammengekürzt werden mussten. Einzig die Tonumstellung ist schlecht gelöst, denn die Sprache kann nicht im Film gewechselt werden, sondern ist nur im Menu möglich.

4.3 Sterne 5.0 Sterne
4.3 Sterne (38 Bewertungen) | 8 Kommentare

5.5 Sterne5.5 von 0.0-6.0
19.04.2006 / db


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 18.12.2002

  • Bildformat: 1:1.85
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Finnisch
  • Extras: Audiokommentar, Deleted Scenes, Interview mit dem Schöpfer, Storyboards