True Romance (1993)
True Romance (1993)
Oder: You are so cool.
Clarence (Christian Slater) ist Comicbuchverkäufer, der seinen Feierabend am liebsten damit verbringt, ins Kino zu gehen. Er ist zwar einsam, aber eigentlich ganz glücklich in seiner kleinen, heilen Welt. Sein Leben wird ziemlich auf den Kopf gestellt, als er Alabama (Patricia Arquette) kennen lernt. An einem Martial-Arts-Filmabend setzt sich das hübsche Mädchen neben Clarence. Er ist begeistert von ihrer Schönheit und verbringt mit ihr eine heisse Liebesnacht. Noch selben Abend stellt sich jedoch heraus, dass Alabama ein Callgirl ist und auf Bezahlung bei Clarence war. Doch dass sie sich in ihren Kunden verlieben würde, damit hat niemand gerechnet. Vor allem nicht ihr Freier Drexl (Gary Oldman).
Die beiden Frischverliebten heiraten nur wenige Tage später nach ihrem ersten Treffen und wollen nun für immer zusammen sein. Jedoch will Drexl Alabama nicht einfach so ziehen lassen. Clarence überzeugt ihn jedoch mit bleihaltiger Überzeugungskraft. Im ganzen Trubel nimmt er anstatt Alabamas Koffer einen Koffer voller Heroin mit, welcher der Mafia gehört. Um aus der Ware sehr schnell viel Geld zu machen, fahren sie nach Hollywood. Leider ist ihnen die Polizei und die Mafia bereits auf den Fersen.
DVD-Rating
Wenn man in einem Videoladen arbeitet, hat man jede Menge Zeit, wenn nicht gerade Kunden im Laden sind. So einer dieser Videothekenarbeiter war einmal ein Typ namens Quentin Tarantino. Er schrieb lange selber an Drehbüchern herum, bis ihm endlich im Jahre 1992 der Durchbruch mit Reservoir Dogs gelang. Ein Drehbuch, das ebenfalls fertig herumlag, war jenes von True Romance. Doch nach seinem Erstlingswerk wollte Tarantino True Romance nicht mehr machen, da der Film eher was für ein Erstlingswerk gewesen wäre. So gab er das Drehbuch weiter, und es machte sich Tony Scott an die Verfilmung des Stoffes. Mal abgesehen vom Ende hat Scott Tarantinos Drehbuch abgefilmt und einen kleinen Kultfilm geschaffen, der auch heute noch gleich romantisch und knallhart ist wie anno dazumal.
Dabei ist es erstaunlich, was für ein Staraufgebot Scott für sein Werk gewinnen konnte: Dennis Hopper, Christopher Walken, Tom Sizemore, Val Kilmer, Samuel L. Jackson, Chris Penn, Gary Oldman und natürlich Brad Pitt als Kiffer auf der Coach. Doch die Hauptrollen spielen die dazumal weniger bekannten Christian Slater und Patricia Arquette. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach, und man versteht sehr schnell die Leidenschaft. So sieht man den beiden gerne zu, wie sie sich durch alle Widrigkeiten kämpfen, um diesen unheilbringenden Koffer loszuwerden.
Wo Tarantino drauf steht, ist meistens auch Tarantino drin. So gibt es herrliche Dialoge und schräg absurde Situationen. Geradezu legendär ist jene Szene, in der Dennis Hopper Christopher Walken erklärt, warum die Sizilianer dunkle Haare und Augen haben. Die Reaktion des "Mafiosos" Walken lässt dann keine Fragen mehr offen. Oder jene Szene, in welcher Brad Pitt voll zugedröhnt den Mafiosos entscheidende Informationen weitergibt und sie dann fragt, ob sie nicht ein bisschen bei ihm auf dem Sofa chillen wollen.
True Romance erzählt eine brutale und knallharte Liebesgeschichte. Im Stile von Bonnie und Clyde schiesst sich das Pärchen durch den Film und versucht in dieser brutalen Welt ein Happy End zu finden. Der Film ist eigentlich nie langweilig, jedoch ist es etwas schade, dass die vielen prominenten Gastauftritte etwas zu kurz kommen. Doch das ist Meckern auf hohem Niveau. Als Filmliebhaber sollte man True Romance definitiv gesehen haben. Für Tarantino-Fans ist er sowieso Pflichtprogramm.
Die getestete DVD hat endlich die originale, englische Sprachfassung drauf. Die Originalfassung gefällt mir Räumlichkeit, ist aber bei den Ballereien etwas mit dem Bass zurückhaltend. Die deutsche Fassung rauscht in den ruhigen Szenen etwas. Aber wer braucht schon Deutsch...;-). Das Bild ist sauber.
Auf Disc Numero Uno lassen sich weiter drei verschiedene Audiokommentare anwählen. Erstere ist von Regisseur Tony Scott, der zweite von Christian Slater und der dritte ist von Tarantino himself. Dieser erzählt mit der ihm eigenen Art etwas über die Entstehung des Drehbuches und über die Dreharbeiten. Typisch für Tarantino ist, dass er immer wieder abschweift und Dinge erzählt, die für den Film total belanglos sind. Doch unterhaltsam ist sein Gelabere schon. Disc 2 sollte eigentlich vollgepackt sein mit weiterem Bonusmaterial. Nach der Sichtung muss aber gesagt werden, dass die Disc schwach ist. Der grosse Teil der DVD wurde genutzt, um den Film in der deutschen Fassung nochmals draufzupacken und dann nebenbei noch die Storyboards aufzuzeigen. Diese sind zwar interessant, jedoch schaut sich wohl niemand dieses Extra ganz an. Weiter gibt es noch jede Menge Deleted Scenes. Viele davon sind einfach verlängerte Szenen und bieten keinen grossen Mehrwert, dafür darf Christopher Walken seinen Kopf nochmals in die Kamera halten. Das alternative Ende ist jenes Ende, welches Tarantino ins Drehbuch geschrieben hat. Das Urteil, welches Ende nun besser ist, soll jeder selbst für sich fällen. Zum Schluss dürfen noch ein paar Darsteller ihre Szenen kommentieren. Wenn man sich schlussendlich durch die Fotogalerie gezappt hat, ist die Bonusdisc schon fertig. Bei dieser DVD wäre wohl mehr drin gewesen.
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5.1 Sterne (51 Bewertungen) | 5 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 15.01.2009
- Bildformat: 1:2.35 (16:9)
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1); Deutsch (DD 2.0)
- Untertitel: Deutsch; Englisch
- Extras: Audiokommentare von Regisseur Tony Scott, Hauptdarsteller Christian Slater und Drehbuchautor Quentin Tarantino; Storyboard - Filmvergleich; 30 Minuten Deleted Scenes; Alternatives Ende; Vier Nebendarsteller kommentieren ihre Szene; Fotogalerien



