Sliver (1993)

Sliver - Gier der Augen

Sliver (1993) Sliver - Gier der Augen

Oder: Guck ma'

Sliver

Und Eins, und Zwei, und Eins...

Die Lektorin Carly Norris (Sharon Stone) zügelt in ein neumodisches Apartment in grossen Sliver-Building. Sie ist die Nachmieterin einer jungen Frau, die sich, so scheint es, vom Balkon in den Tod gestürzt hat. Doch das kümmert Carly anfänglich nicht gross. Denn sie will Anonymität, ihre Ruhe und vielleicht auch noch den Mann fürs Leben finden.

Ein Kandiat wäre da der smarte und gutaussehende Zeke Hawkins (William Baldwin), der Carly schon bald anfängt, den Hof zu machen, von dem aber eigentlich gar nichts bekannt ist. Sein "Rivale" um die Gunst der schönen Frau ist der erfolglose Autor Jack Lansford (Tom Berenger), der aufdringlich zu sein scheint, aber eine gewisse Sympathie ausstrahlt. Dennoch lässt sich Carly erst mal mit Zeke ein, der ihr neben einem Knackarsch auch noch romantische Gesten und ziemlich coolen Sex bietet.

Sliver

Nur Tele Züri konnte er nicht empfangen

Je länger Carly in diesem Hochhaus wohnt, desto unheimlicher werden die Vorfälle. Einmal scheint irgendjemand einen Schlüssel zu ihrer Wohnung zu haben, ein andermal wird ein Mitbewohner tot aufgefunden. Irgendwie scheint das alles mit dem vermeintlichen Selbstmord ihrer Vormieterin zusammen zu hängen.

Carly fängt an, sich genauer mit dem Todesfall zu beschäftigen und gleitet gleichzeitig immer mehr in eine skurrile Sex-Beziehung mit dem schönen Zeke, der sich als Millionär entpuppt und der Eigentümer des Hochhauses ist. Ausserdem hat er in jeder Wohnung Kameras platziert und verbringt seine Tage damit, die Mitbewohner auf seinen vielen Bildschirmen zu beobachten. Auch Carly muss darunter leiden, sieht aber eine Chance zur Auflösung des Vorfalls mit dem Mädchen gekommen, als sie alleine in der Schaltzentrale sitzt. Und diese Chance lässt sie sich nicht entgehen. Trotz Widerstand....


DVD-Rating

Nach Basic Instinct war klar, dass Sharon Stone zur damaligen Zeit die heisseste Frau auf der Leinwand war. Und das sie keine Scham hatte, sich nackt zu zeigen, wurde hemmungslos vermarktet. Kaum eine Rolle ohne Nacktszene oder sonstigem erotischen Schwubeldubel. In Sliver ist das nicht anders. Auch hier wird fröhlich ekstatisch gewippt und mit William Baldwin hat man ihr sogar noch einen (noch) knackigeren Mann als Michael Douglas zur Seite gestellt.

Die Geschichte der eigentlich recht schüchternen Frau, die neues Selbstwertgefühl durch rhythmisches Stossen erhält, vermag auf den ersten Blick vielversprechend sein, entpuppt sich aber bei genauerem Hinsehen als Spannerfilm mit mässig interessanter Rahmenhandlung. Die Geheimnisse werden zu schnell gelüftet, die Frage nach dem Täter schlussendlich auf erbärmliche Weise beantwortet und Sharon Stone kennt man nach Basic Instinct fast in- und auswendig.

Was neben dem lauen Mördergeschichtchen und dem Spannen durch Kameras jedoch durchaus positiv auffällt, ist der Soundtrack. Hier fallen vor allem die Stücke von UB40 (kultiges Remake von "Can't help falling in Love"), Massive Attack ("Unfinished Sympathy") und Enigma auf. Alle sehr passend eingesetzt und mehrere Male zu hören. Die Compilation macht sich auch heute noch sehr gut im CD-Regal.

Fazit: Sliver versucht auf der Welle der freizügigen und mysteriösen Filme zu reiten, fällt aber schnell mal auf den harten Boden der Realität zurück und entpuppt sich als teils lahmer, teils leidlich spannender Kriminalfilm, der mit erotischen Szenen angereichert wurde, damit man nicht einschläft. Nacktszenen hin, Spannerkameras her. Zu einem wirklich guten Thriller brauchts doch ein bisschen mehr, als ein kapuzentragender Mörder.

Natürlich will man bei einem solchen Film auch ein Making-of sehen und wie genau die Rammelszenen gefilmt wurden. Tja, nix wars. Denn die vorhandene DVD entpuppt sich als Leerlauf in Sachen Extras. Ausser dem vielfältigen Angebot an Untertiteln hat die Disc leider keine Features aufzuweisen. Wenigstens ist der Ton gelungen und die coolen Songs fetzen schön durch die Lautsprecher. Ist ja auch was, oder?

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3.1 Sterne (11 Bewertungen) | 4 Kommentare

2.52.5
15.04.2006 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 29.03.2006

  • Bildformat: 16:9
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 2.0), Englisch (Dolby 5.1), Französisch (Dolby 2.0)
  • Untertitel: Deutsche, Englisch, Dänisch, Finnisch, Niederländisch, Türkisch, Französisch, etc.
  • Extras: Keins