Six Degrees of Separation (1993)

Das Leben - Ein Sechserpack

Six Degrees of Separation (1993) Das Leben - Ein Sechserpack

Oder: Ich kenn einen, der kennt einen, der kennt eine, die kennt einen, ...

Six Degrees of Separation

War die sixtinische Kapelle nicht höher?

Das Kunsthändlerehepaar Ouisa und Flan Kittredge (Stockard Channing und Donald Sutherland) will ihren guten, alten und vor allem reichen Freund Geoffrey Miller (Ian McKellen) ein wenig umgarnen, damit dieser mal schnell zwei Millionen für einen bevorstehenden Kunstkauf locker macht. Doch es kommt ganz anders als geplant. Denn plötzlich platzt der junge Paul (Will Smith) blutend ins Apartment. Er erzählt, dass er soeben im Central Park überfallen und mit einem Messer attackiert wurde. Da er nicht wusste, wohin er gehen sollte, dachte er sich, die Kittredges würden ihm sicher helfen. Fachmännisch versorgt man dann auch die Schnittwunde mit ein wenig Verband und Paul mit einem neuen Hemd.

Im Verlauf des Abends stellt sich dann auch heraus, dass es sich bei Paul um den Sohn des Schauspielers Sidney Poitier handelt. Das ist aber längst nicht alles was Paul zu bieten hat. Denn der charmante, äusserst gebildete und wohlerzogene junge Mann kann ausgezeichnet kochen und versteht was von Malerei und Literatur. Das eine führt schliesslich zum anderen und das geplante Geschäftsessen beim Italiener weicht einem lockereren, intellektuellen und gemütlichen Abend zuhause. Aus lauter Dankbarkeit kann Paul am Ende gar bei den Kittredges übernachten. So alleine macht ihm das aber keinen Spass und er holt sich noch jemanden zum Kuscheln hinzu. Allerdings halten Ouisa und Flan nicht sonderlich viel davon und setzen die beiden potentiellen Mörder und Räuber am Morgen gleich wieder vor die Tür. Doch der Besuch von Paul bleibt nicht ohne Folgen, sondern löst eine Reihe von Ereignissen aus, die die unterschiedlichsten Menschen miteinander verbindet.


DVD-Rating

Six Degrees of Separation basiert auf einem Theaterstück von John Guare, der für den Film auch gleich selber die Adaption schrieb. Das Theaterstück ist übrigens lose vom Leben des Hochstablers David Hampton inspiriert. Seine Wurzeln kann der Film aber nicht ganz leugnen, und man merkt vor allem bei den Dialogen, dass es ursprünglich ein Theaterstück war. Speziell bei Stockard Channing, aber sie spielte Ouisa Kittredge schliesslich auch bereits schon am Broadway und hat die Figur daher bereits völlig verinnerlicht. Nicht von ungefähr wurde sie für diese Rolle dann auch für einen Oscar und einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin nominiert.

Die zweite herausragende schauspielerische Leistung zeigt uns Will Smith. Für ihn war "Paul" die erste grosse Rolle in einem Kinofilm. Und dafür hat er sich wirklich nichts Leichtes ausgesucht. Aber er gibt den Charmeur perfekt und schafft es spielend, uns die verschiedenen Facetten seiner Figur zu zeigen. Bereits damals hatte er also schon mehr drauf, als Bel-Air aufzumischen.

Obwohl in den Dialogen das Theater noch herauszuspüren war, nutzt der Film ansonsten seine erzählerischen Mittel perfekt. Besonders bei den verschiedenen Dinners, Partys und Vernissagen an denen die Kittredges ihre Anekdotes-of-a-lifetime zum Besten geben können, wird hervorragend zwischen den Zeiten hin- und hergeschnitten. Die Erzählung verläuft daher nicht gewöhnlich linear, sondern schon beinahe wild durcheinander, ist aber nie kompliziert oder verwirrend.

Ausserdem ist dem Film zugute zu halten, dass er nicht sonderlich auf dem Titel gebenden "kleine Welt Prinzip" herumreitet. Das Ganze wird im Gegenteil fast schon subtil und nur am Rande thematisiert. Dabei ist es damals wie heute ein erstaunliches Phänomen. Gerade heute, wo durch Internet und soziale Netzwerke (für Studis, fürs Business oder einfach so) die Welt noch kleiner geworden zu sein scheint. Ich bin allerdings nicht der Einzige, der von dieser Theorie fasziniert ist. Denn auch J. J. Abrams hat im Film eine kleine Nebenrolle. Und dieser zeichnet sich heute verantwortlich für Serien wie Lost oder Six Degrees, worin das Thema auch aufgegriffen wird.

Alles in allem ist Six Degrees of Separation ein genialer Film, der neben ausgezeichneten Schauspielern auch eine extrem vielschichtige, spannende und zuweilen auch lustige Geschichte zu bieten hat. Einziger Wehmutstropfen sind die gelegentlich ans Theater erinnernden Dialoge.

Da es sich um einen bereits einweinig älteren Film handelt, kann man natürlich nicht all zu viel Extras auf der DVD erwarten. Dennoch ist es etwas gar mager ausgefallen. Einzig den originalen Kinotrailer haben sie drauf gepackt. Auch beim Bild müssen einige Abstriche gemacht werden (zum Teil leicht körniges Bild, etwas blasse Farben). Hingegen ist der Ton sauber und klar, der in der englischen originalen Version sogar in 5.1 Dolby Digital daher kommt. Die anderen Sprachversionen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch) sind allerdings nur Dolby Surround. Dies macht aber eigentlich keinen grossen Unterschied, da im Film ja sowieso die meiste Zeit nur geredet wird.

5.3 Sterne 2.4 Sterne
5.3 Sterne (2 Bewertungen) | 2 Kommentare

5.5 Sterne5.5 von 0.0-6.0
21.07.2007 / mab


DVD-Infos

DVD erschienen am 11.09.2003

  • Bildformat: 2.35:1 (Anamorphic Widescreen)
  • Sprachen: Dolby Digital 2.0/DS in Deutsch, Dolby Digital 5.1 in Englisch, Dolby Digital 2.0/DS in Spanisch, Dolby Digital 2.0/DS in Französisch, Dolby Digital 2.0/DS in Italienisch
  • Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Griechisch, Italienisch, Portugiesisch
  • Extras: Trailer