Last Action Hero (1993)

Der Letzte Action Held

Last Action Hero (1993) Der Letzte Action Held

Oder: In the real world the bad guys can win!

Last Action Hero

Zielübungen am Morgen, vertreiben Kummer und Sorgen.

Danny Madigan (Austin O'Brien) ist ein Einzelgänger, der keine Freunde hat und sich lieber ins Kino schleicht, als zur Schule zu gehen. Sein grösster Held ist der von Arnold Schwarzenegger gespielte Über-Polizist Jack Slater. Der vierte Teil der erfolgreichen Jack Slater Serie soll demnächst ins Kino kommen, worauf Danny natürlich sehnsüchtig wartet. Als Nick (Robert Prosky), der ein heruntergekommenes Kino betreibt, Danny anbietet, dass er den Film in einem Testscreening ansehen kann, ist Danny natürlich begeistert. So kann er seinen Lieblingshelden noch vor all den anderen im Kino sehen. Bevor Nick allerdings den Film startet, überreicht er Danny eine magische Eintrittskarte, die er einst vom weltbekannten Magier Harry Houdini erhalten hat.

Last Action Hero

Och immer diese Touristen...

Danny verschwendet nicht viel Gedanken an das Ticket und freut sich primär auf den Film. Begeistert kann er kurz darauf beobachten, wie böse Jungs Pläne schmieden und Slater zwischen zwei tockenen Sprüchen locker fünf Angreifer niedermäht. Doch bald soll die Action für Danny ein ganz anderes Level erhalten, denn plötzlich fliegt eine der Dynamit-Stangen, welche im Film eigentlich Slater sprengen sollten, durch die Leinwand in den Kinosaal, wo Danny gespannt der Action folgt. Ehe Danny sichs versieht befindet er sich plötzlich mitten in der Action und muss mit Slater um sein Leben kämpfen. Doch als Benedikt (Charles Dance), ein gewissensloser Hitman einer Mafia-Organisation, das magische Ticket in die Finger kriegt, nimmt die einst spassige Unterhaltung todernste Dimensionen an, denn mit dem Ticket kann nicht nur Danny von der Realität in einen Film übertreten, Benedikt kann auch aus dem Film in die Realität kommen. Jetzt liegt es an Slater und Danny, den Verbrecher zu stoppen, bevor er ein Blutbad anrichtet.


DVD-Rating

Nach den gigantischen Erfolgen von Total Recall sowie Terminator 2 standen Schwarzenegger alle Tore offen. Last Action Hero war schliesslich das nächste ergeizige Projekt, in dem eben der grösste Actionstar seiner Zeit die Klischees sowie die klassischen Fehler des Actiongenres parodieren wollte, welche ihn ursprünglich so berühmt gemacht hatten. Ein interessantes Konzept, doch für den erfolgverwöhnten Schwarzenegger wurde es zum finanziellen Desaster.

Als Filmfan ist es natürlich schade, dass Last Action Hero primär den Stempel "Flop" trägt. Hier haben sich die Verantwortlichen wirklich bemüht, nicht nur eine äusserst originelle Geschichte zu präsentieren, sie haben neben den beinahe liebevollen Parodien sogar noch einige Weisheiten zwischen die Zeilen geschmuggelt. Je mehr man sich auf dem Filmsektor auskennt, umso mehr hat man natürlich auch vom Film, denn die Gags sind lange nicht so plakativ, wie vielleicht eines Spaceballs, sondern werden ganz nebenbei in den Film eingeflochten. Besonders die völlig plakative Kultivierung des Über-Actionhelden Jack Slater bietet mit spektakulären Stunts, vielen Sprüchen und reissenden Verfolgungsjagden köstliche Unterhaltung. Wenn dann noch über den Verlauf des Filmes das "wahre Leben" des fiktiven Jack Slater erkundet und was für ein trauriges Dasein er eigentlich neben den in den Filmen gezeigten Abenteuern hat, dann hat Last Action Hero, neben den spektakulären Actionszenen die stärksten Momente.

Warum wurde also Last Action Hero so zum finanziellen Desaster? Am Cast kann es nicht liegen, denn die Hauptrollen sind - bis auf die obligatorische Nervensäge Austin O'Brien als Danny Madigan - super besetzt, und neben Schwarzenegger sticht besonders der grossartige Charles Dance ins Auge. Leider hat Last Action Hero elementare Schwächen, welche wohl ausschlaggebend für den Flop waren: Zum einen ist die eigentliche Handlung sehr kompliziert gestrickt und benötigt doch etwas mehr Einsatz, um der Geschichte zu folgen. Zum anderen wurde der Film aus Zeitdruck äusserst unglücklich geschnitten und enthält mindestens zehn Minuten zuviel "Blabla". Das bremst nicht nur denn Handlungsfluss enorm, es wird schlichtweg nervend, wenn Danny das hundertste Mal beweisen will, dass sich Slater in einem Film befindet. Ausserdem geht dem Abenteuer im letzten Drittel, wenn sie wieder in der realen Welt sind, nicht nur die Puste, sondern auch die Gags aus. Deshalb hinterlässt Last Action Hero auch eher ernüchtert, als begeistert.

Fazit: Für Action- sowie Filmfans ist Last Action Hero natürlich grossartiges Material, denn was ist besser, als wenn der grösste Actionstar seine eigenen Filme und Klischees parodiert. Dies ist auch der Teil, der am besten funktioniert und sicher einen Blick wert ist. Eine zu lange Spieldauer, ein doch recht mauer letzter Akt sowie zuviel Screentime für den kleinen Danny Madigan führen aber zur vierer Wertung und machen aus dem Film mit ursprünglich viel Potential doch nur ein Film mit dem Prädikat "gut" und sehenswert.

Für dieses DVD-Review wurde die Last Action Hero DVD getestet, welche dem Schwarzenegger-Action-Pack beigelegt ist, das auch the 6th Day enthält. Der Film wird dabei in einer sehr unscharfen, körnigen Qualität geboten, und auch wenn der Ton sowie die Explosionen sehr gut abgemischt sind und auch gut klingen, wird der Filmgenuss doch recht gedämpft. Als Bonusmaterial gibt es nur noch ein Making Of Featurette, welches primär PR-Material enthält, und ein Musikvideo von AC/DC mit dem Song "Big Gun".


OutNow.CH:

Bewertung: 4.04

 

04.01.2009 / db

Community:

Bewertung: 3.5 (39 Bewertungen)

 

 

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