Demolition Man (1993)
Demolition Man (1993)
Oder: is it cold in here or is it just me
Wir schreiben das Jahr 1996. Los Angeles versinkt im Chaos und wird von Gangstern und Kriminalität beherrscht. In einer schlimmen Zeit ist der Bandenboss Simon Phoenix (Wesley Snipes) der Schlimmste. Er hat sich nicht nur ein eigenes Verbrechersyndikat aufgebaut, er ist auch vom ganzen Polizeiapparat nicht zu schnappen und räumt gnadenlos unter der Zivilbevölkerung auf. Phoenix hat jedoch einen genau so entschlossenen Gegner, nämlich der primär als "Demolition Man" bekannte Polizist, John Spartan (Sylvester Stallone). Die Geiselname von Passagieren eines Busses führt Spartan schliesslich zum Phoenix Hauptquartier, wo es zur alles entscheidenden Schlacht kommt.
Nur knapp gewinnt Spartan das Duell gegen Phoenix, doch es wird nicht ohne Folgen für die beiden bleiben. Phoenix hat die Geiseln aus dem Bus im ganzen Gebäude verteilt, welches in der Hitze des Gefechtes explodiert. Spartan wird noch am Ort des Geschehens verhaftet. Wegen der Ermordung von dreissig Zivilisten wird Spartan zu dreissig Jahren Kryogefängnis verdonnert. Ein ähnliches Urteil gibt es auch für Phoenix. Während die beiden, als Eiswürfel konserviert, vor sich hinschlummern, verändert sich die Welt. Plötzlich ist körperlicher Kontakt und alles was ungesund ist verpönt, jeder Mensch ist mit einem Chip ausgestattet und kann sofort durch das System geortet werden.
In diese pazifistische Gesellschaft marschiert Simon Phoenix 36 Jahre später mit Pauken und Trompeten ein und hält die Polizisten, welche sich in den letzten zwanzig Jahren nicht mehr mit richtigen Verbrechern herumgeschlagen und primär Regelbrecher verfolgt haben, ordentlich auf Trab. Bald bemerken die Polizisten, dass sie völlig überfordert sind und, da Phoenix keinen Chip implantiert hat, ihn auch nicht orten können. Deshalb tauen sie den Demolition Man, alias John Spartan, wieder auf, um mit dem Obergangster Simon Phoenix fertig zu werden. Zwei Urkräfte aus der Vergangenheit toben sich in der neu geformten und friedlichen Gesellschaft aus. Es kommt zum letzten grossen Duell zwischen den Erzfeinden.
DVD-Rating
Actionmeister und Rambodarsteller Sylvester Stallone begibt sich ein weiteres Mal in die Sci-Fi-Gefilde und läuft dabei zu Hochform auf. Demolition Man gehört den besten Stallone-Filmen, die sich selbst zehn Jahre später noch sehen lassen können.
Bereits der Auftakt lässt es absolut krachen. Ganz im klassischen Stallone-Stil räumt die Ein-Mann-Armee das Hauptquartier des Ober-Gegners Wesley Snipes aus und bietet ein so übertriebenes 80er Jahre Actionspektakel, das Phantom Commando von Schwarzenegger mehr als gerecht wird. Klar wird etabliert, dass Snipes eine klasse Figur als Obergegner macht und er den Psychopaten, der um keinen Spruch verlegen ist, perfekt spielt. Sylvester Stallone ist wie üblich die Sprüche klopfende Kampfmaschine, welche er diesmal mit viel Ironie spielt und damit absolut überzeugt. Die düsteren, explosiven ersten Minuten zeigen sehr eindrücklich die kaputte Zukunft in ihrer wüstesten Form und bieten Action vom Feinsten.
Der brutale Auftakt mit viel Geballere ist dann auch das krasse Gegenteil zur Szenerie, in die wir dreissig Jahre nach dem Einfrieren von Stallone eintauchen: Eine sehr liebevoll ausgearbeitete Gesellschaft, die auf Körperkontakt, das ungesunde und ungesittete Benehmen verzichtet. Salz, alle sanften und harten Drogen, sowie Küssen und das Austauschen von Körperflüssigkeiten jeder Art sind verboten. Ein Kulturschock im Vergleich zu den ersten Minuten und einfach amüsant. Die neue Gesellschaft wirkt so glaubwürdig, dass es einfach zum schreien ist, wenn der Ober-Schurke Snipes alias Simon Phoenix wie ein Orkan auf die friedliche Gesellschaft losgelassen wird.
So erlebt man Stallone, der wie ein Elefant im Porzellanladen durch die berührungslose Gesellschaft trampelt und mit seiner ungehobelten Art für genau so viele köstliche Szenen wie Runninggags sorgt. Der WC-Gang ist hier als Stichwort zu nennen. Doch natürlich darf die Dritte im Bunde, nämlich Sandra Bullock alias Lt. Lenina Huxley, nicht vergessen werden. Diese ist sehr nostalgisch mit der brutalen Vergangenheit verbunden und kriegt beim besten Willen kein Sprichwort richtig hin. Als sympathischer Sidekick sehr gut geeignet und immer wieder für Überraschungen gut. Spätestens dann wird es drollig, wenn sie zuschlägt und dann nüchtern erklärt, dass sie es von Jackie Chan-Filmen gelernt habe. Wem dabei während der Spielzeit der Soundtrack bekannt vorkommt, der hat sicher Batman Forever gesehen, denn die Musikuntermalung ist streckenweise beinahe identisch.
Fazit: Mit Domolition Man liefert das Trio Stallone/Snipes/Bullock einen kurzweiligen, köstlich amüsanten und völlig frischen Sci-Fi Actionstreifen mit vielen Anspielungen und Wortwitz ab, der während der ganzen Spielzeit bei Laune hält und trotz den üblichen Logiklöchern absolut zu überzeugen weiss. Neben guten Schauspielleistungen wird eine völlig glaubhafte Welt und Kultur geboten, welche bizarrer nicht sein könnte und gerade deswegen zu grossartigem Szenenhumor führt. Jedem zu empfehlen, der gerne einen erfrischend neuen Sci-Fi-Streifen sehen will, mit einem Stallone in Hochform und viel Zerstörung.
Die Test-DVD gehört zu den Billigversionen mit Kartonhülle, was sich auch auf die Bildqualität und dem Bonusmaterial niederschlägt. Die körnige und schneedurchwehte Bildqualität bietet einen schlechten Kontrast und reisst kaum vom Hocker. Bonusmaterial sucht man vergebens. Schade.
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3.8 Sterne (40 Bewertungen) | 16 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 25.05.1999
- Bildformat: Widescreen 2.35:1 Anamorph
- Sprachen: Deutsch Dolby Digital 5.1, Spanisch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1
- Untertitel: Deustch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Türkisch, Holländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Portugiesisch, Hebräisch, Polnisch, Griechisch, Tschechisch, Ungarisch, Isländisch, Kroatisch, Deutsch + Englisch f. Hörgeschädigte
- Extras: -



