Under Siege (1992)

Alarmstufe: Rot

Under Siege (1992) Alarmstufe: Rot

Oder: Who are you? The Cook! We're gonna die.

Also Mädels, nicht zu wild...

Also Mädels, nicht zu wild...

Jedes Kriegsschiff hat einmal das Ende seiner Dienstzeit erreicht. Dies gilt auch für den ehrenhaften Kreuzer USS Missouri, auf dem die Japaner während des zweiten Weltkrieges kapituliert hatten. Das Schiff befindet sich jetzt mit einer minimalsten Crew auf dem Weg zurück nach San Francisco, wo es demontiert werden soll. Wie es sich ergibt, hat der Captain auf dieser letzten Reise auch noch Geburtstag, und deshalb plant der etwas übereifrige erste Offizier Cmdr. Krill (Gary Busey) eine Überraschungsparty mit Playboy-Bunny, Band und allem Drum und Dran. Dafür lässt er alle Offiziere in der Kantine anrücken, und das Trinkgelage kann losgehen.

Hier steht ich habe ein Psychisches Problem. So ein Schmarrn!

Hier steht ich habe ein Psychisches Problem. So ein Schmarrn!

Allerdings sind nicht alle an dieser Party. Krill hat den Chefkoch Casey Ryback (Steven Seagal) in der Küche eingesperrt, nachdem es zu einer ausgewachsenen Schlägerei gekommen war. Überhaupt dauert die eigentliche Party nicht lange: Die Soldaten können sich nicht mal einen Rausch antrinken, als die eingeflogene Band schon ihre Gewehre auf die Matrosen richtet und diese im vordersten Bereich des Schiffes zusammentreiben. Jetzt ist das Schlachtschiff, welches mit mehreren atomaren Tomahawks-Raketen ausgestattet ist, in der Hand von Terroristen, und nur der Koch Ryback, der in Wirklichkeit ein Ex-Seal ist, kann die Situation noch unter Kontrolle bringen.


DVD-Rating

Die 80er und 90er Jahre waren nicht nur die Geburtsstunde für manchen Actionklassiker wie Die Hard, sie waren auch die Schmiede für Legenden wie Chuck Norris, Bruce Willis, Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger oder Jean-Claude Van Damme. Zwischen diesen Grössen entwickelte sich auch noch ein kleines Mauerblümchen, welches seither penetrant die Videotheken mit "Perlen" vollstellt, die niemand will. Die Rede ist natürlich von dem Mann mit genau einem Gesichtsausdruck, dem Mann, dessen Double besser ist als er selber und trotz schwarzem Gurt in Aikido in Kämpfen so glaubwürdig ist, wie George W. Busch in der Politik. Die Rede ist natürlich von Steven Seagal, der mit Under Siege seinen grössten Hit gelandet hat.

Rein vom Konzept her ist Under Siege natürlich ein Ripp-Off von Die Hard: Terroristen verschanzen sich in einem Boot und nur einer, der sich irgendwo versteckt gehalten hatte, kann ihnen in die Suppe spucken. Dies wird aber lange nicht so sympathisch wie bei Die Hard, sondern in typischer Seagal-Manier präsentiert: Er ist ein Ex-Seal und Alleskönner, hat ein nettes Bunny an seiner Seite und ballert sich ohne Probleme durch die Bad Guys. Was jetzt klingt wie 90 % seiner anderen Filme, unterscheidet sich an einer entscheidenden Stelle und ist wohl gerade deswegen zu einem riesigen Erfolg geworfen: Der Film wird von dem grossartigen Gary Busey/Tommy Lee Jones Gespann geprägt, welche die Rollen der Terroristen mit voller Inbrunst verkörpern. Dieses charismatische Gespann, welches durch das Star Trek-Urgestein Colm Meaney (Chief O'Brien) sowie manch anderen finsteren Gestalten unterstützt wird, geht mit einem solch unberechenbarem Wahnsinn an die Operation heran, dass es nur so eine Freude ist.

Als Film ist Under Siege ein linearer Actionfilm geworden, der beim ersten Mal schauen einige Überraschungen bereit hält und auch mit einem recht hohen Spannungsbogen auffährt. Dabei werden die Konfrontationen immer härter, und Dank den entschlossenen Terroristen wird auch ein Showdown der Extraklasse geboten. Einige grossartige Dialoge auf der Seite der Terroristen sowie lockere Oneliner von Seagal fügen noch eine Prise Humor hinzu und machen den typischen Actionstreifen mit allen Ungereimtheiten und Fehlern zu einer soliden Sache.

Fazit: Under Siege ist ein kurzweiliger Actionkracher im Die Hard - Stil geworden, der über die ganze Laufzeit gut unterhält und vor allem wegen seiner charismatischen Terroristen und seiner süffigen Erzählweise die üblichen Fehler gut überspielen kann.

Die getestete DVD ist eine aus den guten alten Papp-Schuber Zeiten. Schlechte Bildqualität, dumpfer Ton, kein Bonusmaterial, dafür rund fünfzehn Untertitel, die niemand braucht.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.53.5

 

09.02.2009 / db

Community:

Bewertung: 3.4 (26 Bewertungen)

 

 

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