Twin Peaks: Fire walk with me (1992)

Twin Peaks - Der Film

Twin Peaks: Fire walk with me (1992) Twin Peaks - Der Film

Oder: Sieht nett aus, aber um was geht's eigentlich?

Twin Peaks: Fire walk with me

So sah ich vor dem rauchen aus.

Alles beginnt mit dem Tod einer Kellnerin, der vom FBI Agenten Chester Desmond (Chris Isaak) und seinem Assistenten untersucht wird. Die Todesursache weist deutlich auf einen Mord hin, und nach einigem Suchen finden sie unter dem Fingernagel der Ermordeten einen Zettel mit dem Buchstaben T drauf. Daraus schliessen die Agenten, dass es sich um einen Serienkiller handeln könnte. Doch ausser einem Ring finden sie keine Hinweise, die ihnen weiterhelfen könnten. Das FBI beschliesst den Fall weiter zu verfolgen.

Twin Peaks: Fire walk with me

Ich hab' dich zum fressen gern...

Ein Jahr später führt das beliebte Highschool-Girl Laura Palmer (Sheryl Lee) im kleinen Dorf Twin Peaks ein sehr selbstzerstörerisches Doppelleben: Während des Tages mimt sie das brave Mädchen von nebenan, während der Nacht ist ihr Leben von Erpressung, Drogen, Prostitution und Schlimmerem geprägt. Die eigene, gut bürgerliche Familie macht ihr das Leben zur Hölle, und immer mehr Freunde wenden sich von ihr ab.

Ein Ausschnitt aus dem Leben eines verzweifelten Teenagers, eine Achterbahnfahrt in die Hölle, die weder einen Notausgang, noch eine Bremse kennt. Kann sie dem vernichtenden Strudel entkommen? Oder wird sie durch die vielen Verstrickungen in Missbrauch, Drogen und Mord endgültig untergehen?


DVD-Rating

Im Jahre 1990 kreierten Regisseur David Lynch und Drehbuchautor Mark Frost eine TV-Serie, die 1991 unter dem Titel Twin Peaks lief und zu einem gigantischen Erfolg wurde. Obwohl die Serie schon in der zweiten Season - vor allem wegen der immer wirrer werdenden Story - eingestellt wurde, veränderte sie den Status von TV-Serien gewaltig. Zum ersten Mal wurden TV-Produktionen nicht nur als Karrierenabstieg angesehen, sondern als Möglichkeit, eine gute Story über längere Zeit zu erzählen. Dies führte später unter anderem zu Serien-Erfolgen wie Buffy the Vampire Slayer, The X-Files oder Lost.

Der Kinofilm Twin Peaks: Fire Walk with Me wurde nach dem Ende der TV-Serie von David Lynch gedreht und galt damals als Prequel, obwohl er auch Sequel-Elemente enthält. Kommerziell gesehen war die Kinoadaption ein Flop. Dies führte zum einen daher, dass der Film (erst) ein Jahr nach dem Absetzen der Serie in die Kinos kam. Zum anderen wurde er weder von den Fans noch von den Kritikern gut aufgenommen. Er sei zu düster, habe zu wenig Humor und es fehle der Cliffhanger am Ende. Ein weiteres Manko war schliesslich, dass es sich um einen David Lynch Film handelte. Kein Film, den die Serienfans wirklich sehen wollten.

Dass man von David Lynch keinen normalen Film erwartet, ist wohl allen klar. Mit Filmen, wie Lost Highway oder Wild at Heart ist er nicht nur zum Kult-Regisseur avanciert, sondern hat auch einen ganz persönlichen Stil entwickelt. Was bei den genannten Filmen funktioniert und half, eine gute Story zu erzählen, geht bei Twin Peaks: Fire Walk with Me allerdings nicht auf. Obwohl der Film anfänglich mit den Ermittlungen des FBI sehr gelungen, mysteriös und linear anfängt, verliert er sich nach einem Zeitsprung allzu schnell in einem chaotischen Herunterraspeln von Szenen, die auf den ersten Blick weder Sinn noch irgendwelche Logik ergeben.

So beobachtet der Zuschauer, wie das beliebte Highschool-Girl Laura Palmer sich mit Koks zudröhnt, sich prostituiert und zudem etliche Probleme mit der Familie, ihren Freunden und Freundinnen hat. Vor allem und wegen der sehr gut ausgewählten Schauspielern entwickelt sich Twin Peaks: Fire Walk with Me in eine intensive und eindrückliche Achterbahnfahrt in das kaputte Leben eines Teenagers. Dies kann unter anderem als Gesellschaftskritik im Stil von Natural Born Killers interpretiert werden. Eine Antwort bleibt Lynch am Ende jedoch schuldig. Trotz einigen Auflösungen braucht es ein gewisses Mass an Kreativität, bis man als Nichtkenner der Serie den Film wenigstens etwas zu verstehen glaubt.

Fazit: Twin Peaks: Fire Walk with Me trägt deutlich David Lynchs Handschrift und bietet das, was seine Filme meistens auszeichnet: Bizarre Szenen, sehr gut ausgewählte Schauspieler und eine - manchmal aufflammende - unangenehme Intensität. Dennoch lässt einem Twin Peaks: Fire Walk with Me eher ernüchtert zurück. Denn trotz Auflösung am Ende des Filmes wird keine wirkliche Story erzählt. Obwohl er zusätzliche Antworten zur Serie liefert, fehlt ein roter Faden, geschweige denn eine spannende Handlung. Wer bisher noch nie etwas mit Twin Peaks zu tun hatte, wird es mit dem Film schwer haben. Es fehlt zuviel Hintergrundwissen, um mit dem Film wirklich etwas anfangen zu können. Daher rate ich, sich erstmals die Serie anzuschauen und sich anschliessend den Kinofilm (keinesfalls in umgekehrter Reihenfolge) zu genehmigen.

Die DVD kommt äusserst mager daher und bietet neben dem Film in mehreren Sprachausgaben kein Bonusmaterial. Der Film selber ist von der Qualität her nur akzeptabel, hat er doch zum Teil ein recht körniges Bild. Zudem bleibt der Ton eher dumpf und spielt kaum mit dem Sorround.

4.4 Sterne 2.8 Sterne
4.4 Sterne (15 Bewertungen) | 8 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
27.06.2007 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 19.04.2007

  • Bildformat: Widescreen (1.85:1 - anamorph)
  • Sprachen: Deutsch Dolby Digital 2.0, Englisch Dolby Digital 5.1, Italienisch Dolby Digital 2.0
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Italienisch
  • Extras: Kein Bonusmaterial

Twin Peaks: Fire walk with me (1992)
Bewertung: 4.4 (15 Bewertungen)
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