Candyman (1992)
Candymans Fluch
Candyman (1992) Candymans Fluch
Oder: Süssholzraspler?
21 schreckliche Morde erschüttern die Grossstadt Chicago, alle entsprechen etwa dem gleichen Muster, doch der Mörder bleibt weiterhin unauffindbar. Die Augenzeugen, welche den Mord mitbekommen haben, bringen die Morde allerdings mit dem mysteriösen Candyman in Verbindung. Candyman ist eine Schreckensgestalt, die schon lange in Gruselgeschichten herumgeistert und ganze Quartiere in Angst und Schrecken versetzt. Laut dem Mythos erwacht Candyman immer wieder neu zum Leben, wenn jemand seinen Namen fünfmal in den Spiegel spricht, worauf er alle mit seinem Haken zerfleischt, die in der Nähe sind.
Die Wissenschaftlerin, Helen Lyle, (Virginia Madsen) hört von der Geschichte und beginnt, mit den Nachforschungen. Sie glaubt allerdings nicht wirklich daran, dass es den Candyman wirklich gibt und bald findet sie auch heraus, dass sie auf kalten Spuren wandelt, denn ihr Kollege hat bereits vor zehn Jahren einen Artikel über Candyman verfasst. Er hat seinen Namen bis ins 18. Jahrhundert verfolgt, wo Candyman laut der Sage einen grauenvollen Tod starb und seither seine blutige Spur in den Jahrzehnten hinterlassen hat.
Helen beginnt, nachdem sie ein paar Interviews mit Zeugen gemacht hat, mit den Nachforschungen an den Tatorten. Ohne dass sie es merkt, hat sie Candyman bereits aufgeweckt, und dieser hat bereits grosses Interesse an ihr gefunden. Plötzlich wird die anfänglich kalte Spur tödlich heiss, und noch bevor sie gegen einen Verbrecher aussagen kann, der sie angegriffen hat, findet sich Helen in einer Blutlache wieder und wird von der Polizei gejagt. Ihre heile Welt bricht in sich zusammen, Realität und Fiktion verschmelzen. Wird sie sich noch aus dem Strudel der Gewalt befreien können oder wird sie endgültig zum Mordinstrument von Candyman....
DVD-Rating
Candyman basiert auf einer Kurzgeschichte von Clive Barker, der auch die Hellraiser-Saga geschaffen hat. Deshalb wurde ich überhaupt auf ihn aufmerksam. Barker liefert auch für Candyman ein sehr gelungenes Szenario und erweiterte die Kurzgeschichte für die Adaption sogar, da sie doch für einen ganzen Film etwas wenig Material lieferte. Das Resultat selber kann jedoch nicht auf ganzer Länge überzeugen.
Auf eine Art pendelt Candyman zwischen den Genres. Einerseits ist er zu blutig für einen normalen Krimi und andererseits ist er zu harmlos für einen Horrorfilm, denn trotz einiger Schockmomente und Blut gelingt es ihm lange Zeit nicht, eine wirkliche Grusel-Atmosphäre aufzubauen. Jedoch schafft er es, dass nie Langeweile aufkommt und vor allem wegen der guten Story durchwegs interessant bleibt.
Wie auch der erste Hellraiser, ist Candyman, dem ja auch drei Sequels gefolgt sind, eher textlastig und erkundet langsam die wüste Vergangenheit des Killers und dessen Suche nach seiner verlorenen Liebe. Dabei gibt er sich redlich Mühe, die Story möglichst glaubwürdig zu erzählen, sinkt dann aber doch ins Fantastische ab. Wie auch bei Nightmare on Elm Street verschmilzt die Realität mit dem Paranormalen, und bald ist nicht mehr klar, ob das jetzt ein wüster Traum oder Realität ist.
Candyman hat jedoch auch seine Hänger und kommt in der linearen Story recht langsam voran. Erst als sie mit der Untersuchung der Tatorte beginnen, kommt etwas Schwung in den Film. So hat er auch seine grösste Spannung etwa in der Hälfte, und da vermag er durchaus intensiv zu werden. Von da an beginnt jedoch der Tiefflug und kann im letzten Viertel kaum mehr überzeugen. Endlose Einstellungen und Singsang-Soundtrack bilden ein eher lasches Finale. Dafür endet er dann in einem gelungenen Schluss.
Fazit: Candyman ist eine spannende Story und stellt auch einen interessanten, wie auch tragischen Killer vor. Der Film kann diese Story allerdings nur bedingt spannend erzählen und zeigt erst ab der Hälfte, was wirklich in ihm steckt. Ein mehr oder weniger eigenständiger Film, der sich wenig der gängigen Klischees bedient, wegen seiner Anlaufschwächen und eher blassen Hauptdarsteller aber nicht absolut überzeugen kann. Sicher aber für Genre Fans einen Blick wert.
Die DVD bietet neben dem Film, der genauso gute Bild- wie auch Tonqualität hat, beschämend wenig. Neben dem Trailer und den textlichen Biographien gibt es keine Bonus Features. Wäre sicher noch interessant gewesen zu erfahren, wie Barker diese Figur entwickelt hat.
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3.8 Sterne (8 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 01.08.2000
- Bildformat: 1.85:1
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Griechisch, Arabisch, Polnisch, etc.
- Extras: Filmographien, Trailer



