Braindead (1992)
Braindead (1992)
Oder: I kick ass for the Lord
Im Jahre 1957 findet ein Zoologe auf einer sehr abgelegenen Insel namens Skull Island eine neue Spezies, welche man am ehesten als eine Kreuzung zwischen einem Affen und einer Ratte beschreiben kann. Diese Kreatur wird kurzerhand in den Neuseeländer Zoo gebracht, wo sie mit ihrer aggressiven Art nach kurzer Zeit für erste Opfer sorgt.
In der gleichen Stadt leben auch Lionel Cosgrove (Timothy Balme), ein zart besaitetes Muttersöhnchen und die hübsche Paquita (Diana Peñalver), welche sich nach einer Prophezeiung ihrer Grossmutter Hals über Kopf in Lionel verliebt. Lionels eifersüchtige Mutter versucht, diese Beziehung zu untergraben und folgt deshalb den beiden Turteltauben in den Zoo. Dort wird sie von jenem importierten Rattenaffen gebissen. Kurze Zeit später setzen die ersten Symptome ein. Die sowieso schon extreme Mutter wird zu einem fleischfressenden Zombie, der Lionells Leben kräftig aufmischt und Haustiere wie auch Krankenschwestern mit dem Virus infiziert.
Während sich Lionels gieriger Onkel das Haus der inzwischen verstorbenen Mutter unter den Nagel reissen will und alle seine Freunde zu einer Hauseinweihungsparty einlädt, gerät die Lage mit den Zombies immer mehr ausser Kontrolle. Lionel muss zu drastischen Massnahmen greifen, um ein Massaker zu verhindern...
DVD-Rating
Es gibt Filme, um die kommt man beim besten Willen nicht herum. Filme, welche viel bewegt haben oder einfach so abgefahren sind, dass man kaum vergleichbare findet. Braindead, der dritte Kinofilm des Lord of the Rings-Magiers Peter Jackson, hat sicher keine Revolution in der Filmwelt ausgelöst, jedoch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Film selber ist von vielen Gerüchten und Mythen umwoben. Wird er seinem Ruf als eine der grössten Splatterorgien der Neuzeit gerecht? Ist er wirklich so brutal? Und wie ist das jetzt mit der Rasenmäherszene? Ich kann da nur sagen: Ja, Braindead wird seinem Ruf gerecht, auch wenn der Film einige Jahre auf dem Buckel hat. Selten hat Horror so viel Spass gemacht!
Von der grossen Blutorgie ist jedoch in den ersten Minuten noch nichts zu bemerken und es beginnt eigentlich ganz harmlos: Boy und Girl lernen sich kennen, die Mutter von Boy will nicht, dass sie zusammenkommen und wird bei dem Versuch, die Verliebten auseinander zu bringen, von dem Affen gebissen, der das Zombievirus in sich trägt. Ab da wird der routinierte Alltag immer mehr von Zombies dominiert. Noch nie wurde die Zombieidee so weit getrieben wie in Braindead. Lionel (Timothy Balme) versucht zum Beispiel, die Zombiegemeinschaft zu füttern und sie mit Beruhigungsmitteln ruhig zu halten. Dass die Zombies dabei kaum mit Messer und Gabel essen, versteht sich von selbst. Ausserdem: Wie füttert man einen Zombie, dessen Kopf halb abgetrennt ist? Köstlicher Szenenhumor ist hier garantiert.
Speziell an Braindead ist vor allem, dass die Zombies, nachdem man ihnen den Kopf zertrümmert hat, gemütlich weiterleben und selbst mit ihren zwei Meter vor ihnen auf dem Boden liegenden Gedärmen auf Opferjagd gehen können. Das hat zur Folge, dass die Zombies sprichwörtlich zermantscht werden müssen, damit sie endlich Ruhe geben. Der aufmerksame Leser hat an diesem Punkt sicher den Link zum Rasenmäher gefunden. Das absolute Highlight an dem Ganzen ist jedoch das Zombiebaby. Die Untoten haben keineswegs ihre Libido eingebüsst - Männlein und Weiblein fallen kurzerhand übereinander her. So entsteht dann auch das erste offizielle Zombiebaby. Dieses hält Lionel nonstop auf Trab, was in einer äusserst makaberen Szene gipfelt, wenn er das Zombiebaby im Kinderwagen im Park spazieren fährt.
Die Schauspieler, welche in unseren Breitengraden grösstenteils unbekannt sind, passen äusserst gut zu ihren Rollen. Lionel macht einen sehr guten Job, wenn er vom eingeschüchterten Muttersöhnchen zum Zombiekiller mutiert. Hier ist auch ein Lob an die Zombies auszusprechen, die Topleistungen im Fleischverzehr bringen.
Fazit: Braindead hat absolut das Prädikat Fun-Splatter verdient. Nach einem etwas verhaltenen Anfang wird es eine immer blutiger und bizarrer werdende Achterbahnfahrt mitten in den Fleischwolf der Zombiebeseitigung. Gekonnt wird der Fäkalhumor umschifft und geschickt wird tiefschwarzer Humor mit dem absolut Makaberen gemischt, dass es nur so eine Freude ist. Wer jedoch Probleme mit Blut hat, sollte den Film meiden. Denn Braindead hat unter anderem die blutigste Szene der Filmgeschichte zu bieten und nutzt von abgetrennten Armen über Whiskyflaschen bis hin zum Mixer alles, um die Zombies auszuschalten. Absolut jedem Horrorfan zu empfehlen.
Die DVD bietet den Film in einer guten Qualität und kann auch mit dem Ton überzeugen. Jedoch variiert dies je nach Version des Filmes stark. Denn eine ungeschnittene Fassung ist sehr schwer zu finden. Bonusmaterial ist keines vorhanden.
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5.3 Sterne (42 Bewertungen) | 8 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: 1.85:1 (Anamorphic Widescreen)
- Sprachen: Deutsch: Dolby Digital Surround
- Untertitel: -
- Extras: -


