Alien³ (1992)

Alien³ (1992)

Oder: Alien: Die Todgeburt

Alien³

Nicht mal auf dem WC hat man seine Ruhe.

Ripley überlebt als einzige den Absturz des Raumschiffs, das sie zurück auf die Erde hätte bringen sollen. Die Absturzstelle befindet sich auf Fiorinia 161, einem unwirtlichen Planeten, der von ehemaligen Insassen eines Hochsicherheitsgefängnisses bewohnt wird. Als einzige Frau sorgt sie für Aufsehen unter den zum Mönchstum konvertierten Ex-Sträflingen. Sie ihrerseits macht sich mehr Sorgen, dass das Alien sich auch diesmal wieder heimlich an Bord geschlichen hat. Die Befürchtungen werden bestätigt, als die Leichen sich zu stapeln beginnen. Ohne Waffen beginnt der Kampf gegen die Kreatur von neuem. Bald schon aber merkt Ripley, dass eine Verbindung zwischen ihr und dem Monster besteht, die vielleicht nicht nur für das Monster, sondern auch für sie selbst tödlich enden könnte...


DVD-Rating

Alien³ kann getrost als das Stiefkind der Alien-Serie bezeichnet werden. Vieles ging schief in den Pinewood Studios zu London. Vom unfertigen Script bei Drehbeginn bis zum missglückten Versuch H.R. Giger wieder in die Produktion einzubeziehen, hatte David Fincher mit viel Ungemach zu rechnen. Leider sieht man dies dem Film auch an. Dabei wollte man mit Alien³ die Serie nur zu einem würdigen Abschluss bringen, und Ripley in den wohlverdienten Ruhestand entlassen. David Fincher, der vor der Anstellung von seinem Ruhm als Werbefilm- und Videoclipregisseur profitierte, wäre sicher der richtige Mann dafür gewesen. Stolz auf seinen Debutfilm ist auch er nicht.

Fincher hat aber trotz allem Spuren hinterlassen können. Sein Talent für visuell Interessantes und Unappetitliches, das ihm später bei Fight Club und vor allem Se7en hoch angerechnet wurde, blitzte auch bei Alien³ schon auf. So scheint die Kamera wie am Boden festgeklebt und die Schauspieler taten gut daran, sich jeden Morgen die Nasenhaare zu entfernen. Alien³ ist auch der blutigste Part des Vierteilers. Auf die Idee, alle Schauspieler mit Glatzen und tätowierten Strichcodes am Hinterkopf auftreten zu lassen, muss man zuerst einmal kommen.

Weniger gut ist aber die Geschichte herausgekommen. Auf dem Planeten der Y-Chromosomen-Träger hat das feministische Moment der Serie nichts mehr zu suchen. Die Schwerverbrecher wachsen einem nicht wirklich ans Herz und mit ihren Glatzen und englischen Akzenten lassen sie sich nur schwer auseinander halten. Sogar Ripley, der Star der Alien-Filme, wirkt in dieser grauen und rauhen Umgebung unsympathisch. Da hilft weder das Reaktivieren ihres Sexlebens, noch das Zoomen auf ihr blutunterlaufenes Auge um Mitleid zu wecken, auch wenn man einwenden muss, dass die Maskenbildner wirklich realistische Arbeit geleistet haben.

Der andere Star der Serie, das Alien, ist diesmal wenig gruselig. Es bewegt sich so schell wie nie und rennt neuerdings auch an den Decken entlang. Der Zuschauer hat Spass an der subjektiven Alien-Perspektive der Kamera. Nur wurde dabei vergessen, dass das Alien aus dieser Sichtweise nicht betrachtet werden kann. Vielleicht ist es auch besser so. Denn die Special Effects sehen in Alien³ einfach billig aus. Es ist müssig sich zu überlegen, was man mit der Digitaltechnik hätte anstellen können, womit Steven Spielberg ein Jahr später die Dinosaurier zum Leben erweckte.

Es bleibt ein schaler Nachgeschmack beim Schauen von Alien³ - auch 10 Jahre nach der Erstveröffentlichung. Die Story ist hanebüchen und wird auch mit der hinzugefügten halben Stunde auf der Alien Quadrilogy Disk nicht viel klarer. Was man dem Film aber zu gute halten kann ist, dass er dank seiner nicht Endgültigkeit Sigourney Weaver dazu bewegte, in Alien: Resurrection nochmals als Ripley aufzutreten. Und wir wissen, dass die Schweiz auch im 22. Jahrhundert noch führend ist auf dem Gebiet der Spritzenherstellung.

Auch hier bietet die im deutschen Sprachraum in diesen Dingen führende Website www.schnittberichte.com einen genauen Vergleich der Kinofassung zu dem mit neuen Szenen verlängerten Special Edition.

3.9 Sterne 6.0 Sterne
3.9 Sterne (61 Bewertungen) | 18 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
13.02.2004 / rm


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 29.04.2004

  • Bildformat: 2,35:1 (anamorphic Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1
  • Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
  • Extras: Audiokommentare, mehrstündiges Making-of, Deleted Scenes