Point Break (1991)
Gefährliche Brandung
Point Break (1991) Gefährliche Brandung
Oder: "Kanu" auf 'nem Surfbrett
Sie nennen sich die Ex-Präsidenten und sind schnell. Denn wenn diese Herren mit Masken von Ex-Präsidenten eine Bank ausrauben, dauert dies nicht viel länger als 90 Sekunden. Rein, raus. Schon über 30 solche Überfälle hat die Bande bereits durchgezogen. Das FBI sieht diesem Treiben überhaupt nicht gerne zu und beauftragt den erfahrenen Agenten Angelo Pappas (Gary Busey) mit den Ermittlungen. Pappas vermutet sehr schnell die Bande in der Surferszene, doch die zu infiltrieren scheint für ihn unmöglich. Wie gut, dass er nun einen neuen Partner erhält.
Der junge Agent Johnny Utah (Keanu Reeves) soll sich das Vertrauen der Surferbande um ihren Anführer Bodhi (Patrick Swayze) erschleichen und so Beweise sammeln. Obwohl Utah am Anfang noch keine Ahnung vom Surfen hat, wird er sehr schnell von der Gruppe aufgenommen. Als sich der Verdacht von Pappas bestätigt, dass Bodhi und seine Freunde die Bankräuber sind, kommt Johnny in einen Gewissenskonflikt: Soll er seine neuen Freunde nun festnehmen, oder sie laufen lassen? Die Situation eskaliert bei einem erneuten Banküberfall.
DVD-Rating
Wenn Schauspieler Patrick Swayze mit einem Film in Verbindung gebracht wird, dann natürlich zu allererst mit Dirty Dancing. Dass dieser Mann aber auch in unzähligen Actionfilmen, sogenannten "Männerfilmen", mitspielte, stellt sein wohl bekanntestes "Männerwerk" unter Beweis. Der Actionthriller Point Break von Kathryn Bigelow ist solch ein typisches 80er-, 90er-Jahre-Actionkino, nicht mehr und nicht weniger.
Die Story des Filmes ist sehr einfach und schon ein paar Mal in Szene gesetzt worden. Regisseurin Bigelow macht auch keine Anstalten, an dem klaren Ablauf der Geschichte etwas zu ändern. Daher ist dem Zuschauer schon sehr bald klar, wohin die Geschichte sich entwickelt. Also nichts Spannendes in diesem Sektor. Doch Bigelow ist, wenn sie Action inszenieren kann, eine Klasse für sich. Ohne grosse Effekthascherei gestaltet sie ihre rasanten Szenen sackspannend. Dies gilt für Point Break wie auch für The Hurt Locker, bei dem sie sogar auf ein gutes Drehbuch zurückgreifen konnte. Die Frau weiss einfach, wie man den Puls des Zuschauers nach oben schnellen lässt.
Neben dem bereits erwähnten Swayze bekleidet Keanu Reeves die zweite Hauptrolle. Er spielt genau wie sein Surfbrett: ähnlich steif und ohne erkennbare Emotionen. Ohne grosse mimische Ausdrucksvielfalt leiert er seine Sätze einfach herunter. Gegen Swayze verliert er jedes Duell, denn der charismatische Bodhi kommt einfach besser rüber, als der eindimensionale FBI-Agent Utah. Neben den beiden Sunnyboys hat auch Gary Busey Zeit seine Visage in die Kamera zu halten und in einer kleinen Nebenrolle darf John C. McGinley schon mal für seine spätere Rolle als Dr. Cox in der beliebten Arztserie Scrubs üben. Diese ersten Versuche sind sehr unterhaltsam. Alle Figuren des Filmes bleiben aber insgesamt sehr flach.
Point Break hat seine Stärken in den Adrenalin-Actionszenen. Überraschungen gibt es keine und der Schluss ist zum Davonlaufen kitschig. Aber Actionfans werden voll auf ihre Kosten kommen. Wer sich einen solchen schimpft, sollte den Film sowieso schon mal gesehen haben. Alle anderen sollten sich die Frage stellen: Kann ein Film, der in Hot Fuzz parodiert wird, wirklich schlecht sein? ;-).
Die DVD bietet den Film in einer schwankenden Bildqualität. Der Ton brauchte auch eine Überarbeitung. Die als Bonusmaterial angepriesenen Features enttäuschen: Vornehmlich gibt es Surferclips zu begutachten, die rein gar nichts mit dem Film zu tun haben. Drei verschiedene Kinotrailer und Castinfos auf Texttafeln sind das Bonusmaterial, das man mit dem Film in Verbindung bringen kann. Das war's.
![]()
3.9 Sterne (32 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 21.07.2003
- Bildformat: 1:2.35 (16:9)
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch; Englisch
- Extras: 3 US-amerikanische Original-Kinotrailer; Featurette; Dokumentation "Surf und weltweite Strände"



