Rocky V (1990)

Rocky V (1990)

Oder: Reprise

Rocky V

Dieser Kopf hat leider...

Als Über-Boxer Rocky Balboa (Sylvester Stallone) nach einem mörderischen (aber siegreich überstandenen) Boxkampf fast zusammenbricht, schleppt ihn seine besorgte Gattin Adrian (Talia Shire) zum Arzt. Diagnose: Irreparabler Hirnschaden durch zuviele Kopfnüsse - weiterboxen ausgeschlossen. Rocky gibt darauf nolens volens seinen Rücktritt vom aktiven Boxsport bekannt und stellt sich auf ein geruhsam-komfortables Familienleben ein.

Rocky V

... (wie hier gut ersichtlich) ...

Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den Balboas: Nachdem ihr Buchhalter heimlich das gesamte Vermögen der Familie verspekuliert hat, steht der leidgeprüfte Boxer nicht nur vor dem Ende seiner Karriere, sondern auch vor dem finanziellen Ruin. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit seiner Frau und seinem Sohn Rocky Balboa Jr. (Sage Stallone) dorthin zurückzukehren, wo seine Karriere den Anfang nahm: nach Philadelphia.

Rocky V

... zuviel Haue abgekriegt...

Am Geburtsort seiner Boxkarriere erwarten den "Italian Stallion" viele Erinnerungen - und eine neue Aufgabe: Balboa willigt ein, den vielversprechenden Nachwuchsboxer Tommy "Machine" Gunn (Tommy Morrison) zu trainieren. Die Aufgabe als Coach lässt den deprimierten Boxer aufblühen und seine eigene Lehrzeit an der Seite seines geliebten Mentors und Trainers Mickey (Burgess Meredith) mit vertauschten Rollen nochmals erleben - Rocky ist Feuer und Flamme!

Rocky V

..., so sagen die Ärzte.

Im Sturme der Begeisterung entgeht ihm dabei, wie sehr er ob seiner Aufgabe die Familie vernachlässigt und sich von seinem Sohn entfremdet. Und er merkt auch nicht, das Tommy mit dem Erfolg stetig arroganter wird und danach hungert, aus dem Schatten seines übermächtigen Trainers Rockys zu treten. Als Tommy sich schliesslich einem reicheren Manager zuwendet und seinen einstigen Trainer gar zum Kampf herausfordert, fällt Rocky aus allen Wolken...


DVD-Rating

Persönliches. Ich gestehe: Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, als mir Rocky V zur Begutachtung vorgelegt wurde. Erstens finde ich Boxen doof, und zweitens bereitete mir die Zahl fünf im Titel doch einige Sorgen - die fünfte Auflage einer (mir ausserdem gänzlich unbekannten) Boxgeschichte... meine Erwartungen waren kellertief. Und wurden in den ersten fünfzehn Minuten des Filmes leider auch kräftig bestätigt: Langweiliger Boxkampf nach dem Motto "no brain, no pain" (apropos: wer hat sich bloss die wirklich unglaublich stereotyp anmutende Figur von Rockys Gegner Ivan Drago ausgedacht?) und anschliessend die ach so erschütternde Diagnose eines irreparablen Hirnschadens beim Boxchamp - wer hätte auch gedacht, dass die wiederholte auf-den-Kopf-Klopferei derartige Auswirkungen haben könnte...

In der nächsten halben Stunde steigerte sich der Film zu meinem Erstauenen dann immerhin in den Bereich des Erträglichen: Rocky entpuppte sich als nicht unsympathische, wenn auch furchtbar hibbelige Figur, die ähnlich besoffen durch die Gegend wankt, wie Johnny Depp als Captain Jack Sparrow und scheinbar keine Sekunde stillstehen kann (vielleicht eine Folge des Hirnschadens?). Auch sonst erwies sich die Geschichte im weiteren Verlauf als gar nicht mal unlustig (die IMDb-Kategorisierung als "Drama" ist mir hingegen unverständlich) und zog mich gegen Ende dann tatsächlich soweit in ihren Bann, dass ich mit Rocky mitzufiebern begann - hätte ich nicht gedacht!

Negatives. Ein Glanzstück ist Rocky V für mein Empfinden aber trotzdem nicht: Die Boxkämpfe im Ring sind sterbenslangweilig und bestätigten alle meine persönlichen Vorurteile gegenüber dem Boxsport (unintelligent, unästhetisch und undynamisch). Der Strassenkampf war da rein vom Setting her schon mal eine Steigerung, aber letztlich halt eben auch einfach eine dumbe Hauerei. Die Geschichte ist nicht besonders spannend und ausserdem reichlich vorhersehbar. Und auch die Figuren sind grössteneils uninteressant. Als besonders schwach empfand ich diesbezüglich Talia Shire (The Godfather) als Rockys Gattin Adrian - die Figur berührte mich nie und ist völlig eindimensional und platt. Ebenso wenig überzeugte mich Tommy Morrison als ruhmgeiler Nachwuchsboxer Tommy Gunn.

Positives. All diesen negativen Punkten zum Trotz, gibt es einige positive Aspekte zu vermerken: Ein Sternchen geht an Sylvester Stallone, der mit dem gutherzigen und entwaffnend kindlichen Rocky Balboa einen echten Sympathieträger geschaffen hat. Ein weiteres Sternchen gibt es für die toll eingesetzte Musik, die dem Film an vielen Stellen wenigstens akustisch Schwung verleiht. Für Rocky-Kenner dürften ausserdem die Rückblenden und Anspielungen auf die früheren Rocky-Abenteuer interessant sein. Und ein halbes Sternchen gibt es schliesslich dafür, dass mich Rocky V allen Vorbehalten zum Trotz wenigstens soweit neugierig gemacht hat, dass ich mir bei Gelegenheit das erste Rocky-Abenteuer ansehen werde.

2.6 Sterne 2.2 Sterne
2.6 Sterne (29 Bewertungen) | 6 Kommentare

2.52.5
24.01.2007 / rs


DVD-Infos

DVD erschienen am 17.11.2003

  • Bildformat: 1.85:1 (Anamorphic Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch (alle Dolby Surround)
  • Untertitel: Französisch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch, Portugiesisch, Polnisch, Ungarisch, Griechisch, Türkisch, Hebräisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Dänisch / Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte
  • Extras: Original-Kinotrailer