The Rainbow Thief (1990)
The Rainbow Thief (1990)
Oder: Von Gauklern, Irren und Idioten
Bettler und Schlitzohr Dima (Omar Sharif) ist ein Lebenskünstler. Er klaut und bereichert sich, wo er kann und wird dabei (fast) nie erwischt. Falls doch, weiss er sich mit seiner grossen Klappe geschickt zu helfen. Eines Tages trifft er auf den verwirrten Prinz Meleagre (Peter O'Toole) und seinen Hund Cronos. Dieser hat genug von der Gesellschaft und sucht eine Zuflucht vor der Welt. Dort will er auf das Ableben seines reichen Onkels (Christopher Lee) warten und mit dessen geerbtem Vermögen neu anfangen.
Dima, der eine gute Einkommensquelle wittert, verschafft dem Prinzen ein Versteck im Abwasserkanal der Stadt, baut nach und nach eine ganze "Wohnung" in der Unterwelt für ihn auf. Doch nach mehreren Jahren im Abwasserkanal macht sich Cronos vom Acker und der Prinz beginnt seinen Verstand zu verlieren. Schliesslich bastelt er sich aus einem Hundefell sogar eine Handpuppe, die ihm einen Cronos-Ersatz bieten soll. Wird Dima trotzdem an sein Geld kommen?
DVD-Rating
Wie es manchmal eben so ist, wenn reiche Leute nicht wissen, was sie mit ihrem vielen Geld anfangen sollen, tätigen sie schon mal unmögliche Ausgaben. So entstand auch das Projekt The Rainbow Thief. Filmproduzent Alexander Salkind liess das kunterbunte Drehbuch seiner Gattin nämlich als Liebesbeweis und Geburtstagsgeschenk äusserst kostspielig verfilmen. Leider hatte die gute Frau zwar einen sehr reichen Mann, aber wenig Talent.
Das moralisch angehauchte Märchen verkommt in einem Farbenmeer und einer schlechten Wahl des Hauptdarstellers zu einer undefinierbaren Brühe, die es schwer macht, sich unterhalten zu füllen. In seiner Kurzrolle als Onkel Rudolph gelingt es Christopher Lee, sich bei Weitem besser zu verkaufen als Hauptdarsteller Peter O'Toole. Währenddem Letzterer farblos und lahm wirkt und man ihm seine Binsenweisheiten nie wirklich abkauft, macht Ersterer die 10 Minuten seiner Anwesenheit zu seiner alleinigen Bühne. Der wahre Star des Films ist aber eindeutig Omar Sharif in der Rolle des Dima. Dank seiner Besetzung bleibt der Film wenigstens bedingt interessant, und nur durch seine Leistung wird das Publikum vom unweigerlichen Wegzappen abgehalten. Sharifs Dima ist keck, listig, lustig und macht sich für das vermeintliche Geld komplett zum Affen. Er gibt sogar seinen letzten Groschen aus, um dem durchgedrehten Prinzen Essen zu beschaffen.
Das erstaunlichste an dieser Film-"Welt" ist, dass die drei Schnapsfiguren den "normalen" Menschen anscheinend überhaupt nicht auffallen, obwohl diese spiessiger nicht sein könnten. Die Gaukler, Marktschreier und Artisten tragen dann noch ihren Teil zum kunterbunten Tohuwabohu bei, in welchem man nur sehr schwer einen Sinn sucht. Transen fungieren als Wahrsager, und es finden sogar Wettbewerbe im Weltrekordkreuzigen statt. Farben, wirre Kostüme, Marotten und grundlos durch die Strasse tanzende Menschen geben sich gegenseitig die Klinke in die Hand, und irgendwann kommt dann auch noch die (Sint)Flut. Apokalyptische und biblische Metaphorik scheinen also ansatzweise durch, dennoch führen sie nirgendwo hin, und eine Moral bleibt (fast vollständig) verborgen. Ein "nettes" Filmchen für die Sonntagslangeweile, welches aber nie wirklich mitreisst und bald wieder vergessen sein wird.
Auch die DVD bietet keine Anreize. Keine Extras, keine Kommentare und ein lieblos gestaltetes Menü. Da der Film allerdings aus dem Jahr 1990 stammt, könnte man hier auch ein Auge zudrücken.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 19.11.2009
- Bildformat: 16:9
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 2.0)
- Untertitel: Deutsch



